Unwetterkatastrophe

Unwetterkatastrophe

Am Rhein wird morgen mit dem Ärgsten gerechnet

Der Stützpunkt der MLPD in St. Goar, weist darauf hin: „Hier in der Region am Rhein wird ab morgen mit dem Ärgsten gerechnet.“ Und übersendet eine Meldung aus der Region:

Von MLPD St. Goar / Korrespondenz
Am Rhein wird morgen mit dem Ärgsten gerechnet
Blick auf St. Goar. Wenn man sieht, wie nah die Stadt am Rhein liegt, dann kann man sich die Lage ausmalen. (foto: Tobias Knab (CC BY-SA 3.0))

„Bad Neuenahr / Ahrweiler / Erftstadt.: Die Lage ist noch immer nicht unter Kontrolle. Es werden etwa 1300 Menschen vermisst - dazu zählen auch diejenigen, welche nun bei anderen Familien leben und sich nicht abgemeldet haben. Das Wasser steht meterhoch in den Straßen. Seit der Nacht wurden bereits 60 Tote geborgen. Befürchtet wird, dass weitere kleine Flüsse und Bäche zu reisenden Flutwellen anwachsen. Die gesamte Kommunikation ist dort zusammengebrochen. Weite Teile der Region sind dort ohne Strom und Wasser, was wiederum die Rettungskräfte weitere Ressourcen kostet.

 

Man versucht es mit Wasseraufbereitungsanlagen und Notstromaggregaten, doch reicht deren Kapazität noch lange nicht aus. Dies betrifft derzeit zehn Orte. Bislang kann man nur sagen, dass „sehr viel“ Wohnraum zerstört wurde und etliche Häuser unterspült wurde und in sich zusammenfielen. Es sind nur noch wenige Straßen befahrbar. Ein Fehler, der sich herauskristallisiert hat, liegt darin, dass niemals Vorkehrungen oder auch nur ansatzweise Pläne für eine Katastrophe getroffen wurden und etliche Straßen für die Rettungskräfte nicht befahrbar sind, da diese zu eng sind.

 

Daher gestaltet sich dort die Evakuierung der Bevölkerung als besonders schwer. Es wird mit weiteren Toten gerechnet, das Wetter lässt sich in dieser Region noch nicht voraussagen. Zwar hat das Land Rheinland-Pfalz bereits angekündigt, eine Hilfe von 50 Mio. Euro zu gewährleisten und der Bund will auch helfen, doch ist fraglich, ob angesichts der Katastrophe das Geld auch nur ansatzweise für die Anwohner genügen wird. Ärztliche Versorgung kann nur in Akutfällen stattfinden.

 

Gebeten wird ausdrücklich um „Sachspenden“. Ein weiter erheblicher Nebeneffekt ist, dass die umliegenden Felder geflutet sind. Sehr viele Tiere sind dort derzeit ohne Nahrung, die Ernte ist hinüber und damit auch wiederum die Futtervorräte für die noch verbleibenden Tiere im Herbst / Winter. Das gesamte Ausmaß ist noch überschaubar. (…) Wie weit diese Region in ihrer Entwicklung hiermit zurück geworfen wird, ist nicht absehbar.“

 

Ein anderer Korrespondent kritisiert, dass teils von Behörden ausdrücklich vor der „Mithilfe von Anwohnern“ gewarnt wird, was nicht richtig ist. Er weist aber darauf hin, dass alle Helfer sehr auf ihre Sicherheit achten müssen. „Die Leute haben so gut wie nichts mitnehmen können bei der Evakuierung, Kleider fehlen sicher auch. Sie sind in Schulen und größeren Unterkünften untergebracht. Tausende sind davon betroffen. Hier wäre auch die Übergabe von Sachspenden gut. An der A61 bei Neuenahr ist eine Schallschutzmauer zusammengebrochen, so dass das Wasser von der Autobahn auch auf die Felder strömte. Die Bauer sehen, das die gesamte Ernte kaputt ist und auch Tierfutter fehlt. Sie sind völlig unsicher, wie es weiter geht.“