Flutkatastrophe

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Elementarversicherung für Wohngebäude muss Pflichtversicherung werden

Ein Leser, Experte im Versicherungswesen, schrieb an "Rote Fahne News", dass die Aussage im Artikel vom 16. Juli "Skandalöserweise nahmen Versicherungskonzerne in den letzten Jahren solche Schäden aus den Versicherungs-Policen bzw. verlangen teure Zusatzprämien dafür" einer Klarstellung bzw. Ergänzung bedarf.

Diskussionsbeitrag aus Sonneberg

Richtig ist, dass für Elementarschäden hohe Zusatzprämien verlangt werden. Falsch ist die Aussage, dass solche Schäden aus den Policen herausgenommen wurden. Das geht gar nicht so einfach.

 

Wer das „Glück“ hat, überhaupt eine Elementarschadenversicherung abschließen zu können, kann nicht ohne Grund gekündigt werden - außer es ist ein Schadenfall eingetreten. Das wird so deutlich aber nicht geschrieben. In der Wohngebäudeversicherung werden die Tarife nach „ZÜRS“ (Zonierungssystem für Überschwemmung, Rückstau und Starkregen) kalkuliert (siehe beigefügte PDF-Datei).

 

Wer also in der Nähe eines Baches wohnt hat unter Umständen Pech und kann Elementarschäden gar nicht abschließen. Nach der verheerenden Umweltkatastrophe werden viele Besitzer von Häusern auch keine Elementarversicherung für das Haus / den Hausrat mehr abschließen können, da nach einem Schadenfall diese in der Regel immer abgelehnt werden.

Welche Forderungen sollten also aufgestellt werden?

Ein Skandal ist es, dass bei vorhandenem Elementarschutz das Eindringen von Grundwasser nicht versichert ist – das wird im Moment bei vielen Häusern der Fall sein. Deshalb ist eine grundsätzliche Lösung notwendig - und warum soll es nicht wie zu DDR-Zeiten eine staatliche Versicherung sein? Ob sich das in diesem System durchsetzen lässt, ist eine andere Frage. Aber notwendig sind positive Lösungen und Vorschläge zur Verbesserung der konkreten Situation der Leute. Es kann nicht mehr hingenommen werden, dass aus Profitgründen viele keinen Schutz erhalten, die in der Nähe von Bächen oder Flüssen wohnen!

 

In dieser staatlichen Versicherung muss der Abschluss von Elementarversicherung für Wohngebäude eine Pflichtversicherung werden – egal ob in Bach- oder Flussnähe oder auf dem Berg. Nur so kann der Beitrag, wenn alle einzahlen müssen, bezahlbar werden. Diese Pflichtversicherung darf dann nicht auf die Miete umgelegt werden, sondern trägt alleine der Hauseigentümer.

 

Bei der Hausratversicherung muss der Elementarschutz ebenfalls zur Pflichtversicherung werden – hier gilt das Gleiche: Die Kosten dafür trägt bei Vermietung ebenfalls vollständig der Vermieter und darf diese nicht umlegen. Der Beitrag richtet sich nach der vermieteten Wohnfläche und danach wird auch der Versicherungswert bei einem Schadenfall berechnet – im Moment liegt dieser bei siebenhundert Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Nur wenn der Mieter höherwertigen Hausrat besitzt und die Summe nicht ausreicht, kann sich dieser freiwillig zusätzlich versichern – bezahlt diesen zusätzlichen Beitrag aber dann selbst.

 

Wer ein Haus besitzt, das selber bewohnt, nicht vermietet und dessen Besitzer weniger als das Mindesteinkommen von zur Zeit 1150 Euro netto hat, erhält diesen Schutz, ohne etwas bezahlen zu müssen.

 

Bei Fragen könnt ihr mich gerne auch unter der Nummer 0160-92572168 anrufen.