Greenwashing

Greenwashing

Lebensmittelkonzern für artgerechte Tierhaltung?

Werbung eines Einzelhandelskonzerns für artgerechte Tierhaltung - steht das Tierwohl tatsächlich im Vordergrund?

Korrespondenz aus Bochum

Ursache für die bereits eingesetzte Klimakrise ist auch die tierquälerische Massentierhaltung. Die Unmengen von Gülle, die z. B. durch die Mega-Schweineställe anfällt und die dann auf die Äcker gebracht wird, verseucht nicht nur das Grundwasser, sondern setzt auch das klimaschädliche Ammoniak frei.

 

Das geht in den meisten Fällen auch einher mit Überausbeutung der Beschäftigten in diesen Bereichen der Agrarindustrie.

 

Ein bekannter Lebensmitteleinzelhandelskonzern setzt aufgrund des Widerstands gegen die Umweltzerstörung plötzlich auf das Tierwohl. Das ist zwar zu begrüßen, aber dieser Konzern lässt sich dabei mehrere Jahre Zeit bis 2030. Erst ab diesem Zeitpunkt sollen die Fleisch- und Wurstprodukte zu 100 Prozent aus den Haltungsformen 3 und 4 (annähernd Biohaltung) stammen. Eine gewisse Zeitspanne für den Wechsel der Bezugsquellen für die Fleischprodukte ist erforderlich, aber nicht ein so langer Zeitraum von bis zu neun Jahren!

 

Insbesondere die Haltungsform 1 bedeutet Käfig- und Kastenstandshaltung bzw. Einzwängung der Tiere auf engstem Raum! Hier könnte der Einzelhandelsriese sofort die Lieferverträge mit diesen Tierquälern zum nächstmöglichen Zeitpunkt kündigen, das wäre bestimmt vor 2025 möglich! Im Übrigen müssten auf den Produkten der Haltungsformen 3 und 4 auch die Erzeuger angegeben werden. Neue Werbestrategie dieses Konzerns mit der Methode des Greenwashing?