Zahl der Todesopfer steigt

Zahl der Todesopfer steigt

Unwetter- und Hochwasserkatastrophe fordert Todesopfer - sofortige Hilfe notwendig!

Mindestens 42 Menschen sind gestorben, darunter zwei Feuerwehrleute bei Rettungsaktionen, mindestens 70 Menschen werden vermisst. Im Fernsehen, in den Online-Medien - überall katastrophale Bilder, zerstörte Ortschaften, überflutete Straßen, Wiesen, die sich in Sümpfe verwandelt haben. Bilder, die man bisher fernen Ländern zugeordnet hätte. Bilder einer Unwetterkatastrophe in Deutschland.

Von Korrespondenten / gis
Unwetter- und Hochwasserkatastrophe fordert Todesopfer - sofortige Hilfe notwendig!
Überflutete Straße in Hagen (rf-foto)

Menschen starben in überfluteten Kellern und beim Einsturz ihrer Häuser. Seit heute Mittag ist die Zahl der Todesopfer, die in den Medien gemeldet wurden, beständig angestiegen, und man muss mit noch mehr Menschen, die ihr Leben verloren, rechnen. Wer weiß, was mit den bisher Vermissten geschehen ist; wer weiß, wieviele wirklich noch vermisst werden. Die Kommunikation ist z. T. unterbrochen, manche Ortschaften sind von der Außenwelt abgeschnitten.

 

Die Ereignisse überschlagen sich. Im rheinland-pfälzischen Kreis Ahrweiler sind durch die sintflutartigen Starkregenfälle 100 Häuser zerstört worden. Fassungslos stehen Menschen vor ihren eingestürzten Wohnungen, sehen ihr Hab und Gut in den Wassermassen davonschwimmen, ängstigen sich um Angehörige, von denen sie nichts gehört haben. Hunderte Menschen hatten sich in der Nacht auf Hausdächer gerettet und dort teilweise die Nacht verbracht. In einem anderen Ort im Landkreis mussten 2000 Menschen ihre Häuser verlassen, zehn Schulen sind überflutet und schwer beschädigt, Seniorenheime werden evakuiert.

Bricht der Damm an der Steinbachtalsperre?

Wegen der Gefahr eines Dammbruchs an der Steinbachtalsperre bei Euskirchen werden zwei Ortsteile von Rheinbach evakuiert. Das teilte die Feuerwehr Rheinbach heute Vormittag mit. "Dies ist eine Vorsichtsmaßnahme, da nicht sicher ist, ob der Damm der Steinbachtalsperre gehalten werden kann", heißt es in der Mitteilung. Bei der Evakuierung werden auch Lastwagen der Bundeswehr eingesetzt. Notunterkünfte werden eingerichtet. Auch andere Talsperren sind betroffen. In Hückeswagen im Oberbergischen Kreis lief die Bevertalsperre über. Das Wasser läuft aktuell unkontrolliert über den Rand der Staumauer. 1000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen. In Nordrhein-Westfalen sind mehrere Dämme von Talsperren unter Druck.

Die Wupper ist ein reißender Fluss

Stromausfall in vielen Stadtteilen, überschwemmte Straßen, Bus- und Bahnverkehr eingestellt: Bisher keine Entwarnung in Wuppertal. Nur, wenn es nicht wieder zu regnen beginnt, kann man mit einem Rückgang der Pegel im Lauf des Nachmittags rechnen. Nach den bisherigen Meldungen ist in Wuppertal niemand ums Leben gekommen. Die Schwebebahnstationen sind von dem Hochwasser ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen worden. Noch ist unklar, ob beziehungsweise wo Fundamente der Pfeiler des Schwebebahngerüstes unterspült sein könnten. An einer Messstation in Wuppertal wurde gestern eine Niederschlagsmenge von 130 Litern pro Quadratmeter gemessen. Das ist weit mehr Regen als in einem durchschnittlichen Sommermonat insgesamt fällt. Aus Wuppertal erhielt Rote Fahne News einen telefonischen Kurzbericht: "Die Wupper ist ein reißender Fluss, nicht mehr wiederzuerkennen. Geröll, Einrichtungsgegenstände, Äste, Balken schwimmen in den Wassermassen. Menschen sammeln sich an der Wupper. So habe er den Fluss noch nie gesehen und erlebt, sagt ein Mann. 'Das macht schon richtig Angst, was noch auf uns zukommt'. Es beschäftigt die Leute total, was die Ursachen sind. Niemand ist der Meinung, das seien einfach Wetterkapriolen. Natürlich gibt es in jedem Sommer Gewitter. Aber solche Regenmengen und so viele Unwetter, das ist doch kein Zufall."

 

Soforthilfe und Bewusstseinsbildung - dieses Gebot der Stunde setzen Genossinnen und Genossen der MLPD um (siehe auch die Korrespondenzen zur Unwetterkatastrophe). Sie unterstützen und organisieren Nachbarschaftshilfe. Und sie diskutieren mit den Menschen, lesen und verbreiten das Buch "Katastrophenalarm! Was tun gegen die mutwillige Zerstörung der Einheit von Mensch und Natur?" Die Analysen und Prognosen dieses Buchs bestätigen sich allesamt; ihre aktuellen Erfahrungen lassen die Leute massenhaft nach Klarheit und Bewusstheit suchen. Das ist nicht nur ein Buch für Umweltkämpfer, sondern für alle, die sich jetzt besonders Gedanken und Sorgen um die Zukunft unserer natürlichen Lebensgrundlagen machen. 

Katastrophenalarm! Was tun gegen die mutwillige Zerstörung der Einheit von Mensch und Natur?

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Großwetterlage und heraufziehende Klimakatastrophe

Nicht nur Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen sind von der Unwetterkatastrophe betroffen. Reißende Flüsse auch in Franken, in der Schweiz, in Belgien. Die Großwetterlage in Deutschland und benachbarten Ländern ist zur Zeit von umfangreichen Tiefdruckgebieten geprägt. Sie bringen feuchte, schwülwarme Luft aus dem Mittelmeerraum. Wenn die Sonne da hineinscheint, die zu dieser Jahreszeit ihre größte Kraft hat, "dann brodelt es in der Atmosphäre und es können sich große Niederschlagsmengen entladen", so ein Sprecher des Deutschen Wetterdiensts in Offenbach. Aber das Wetter existiert und entwickelt sich nicht unabhängig von den Faktoren, die den Umschlag in eine globale Klima- und Umweltkatastrophe beschleunigen. Durch die Erderwärmung kann die Atmosphäre mehr Wasserdampf aufnehmen, pro Grad Celsius sind es sieben Prozent mehr. Entsprechend mehr kann es dann auch abregnen. Insgesamt ist es in Deutschland zwei Grad wärmer als bei Beginn der Industrialisierung. Im Juni 2021 waren es mit durchschnittlich 19 Grad jedoch sogar 3,6 Grad wärmer!

Dem Greenwashing eine Absage erteilen, aktiver Widerstand für den Erhalt unserer Lebensgrundlagen!

CDU-Kanzlerkandidat und Ministerpräsident Armin Laschet besucht heute medienwirksam die von der Unwetterkatastrophe besonders betroffene Stadt Hagen und hat dafür seine Visite bei der Schwesterpartei am Chiemsee abgesagt. Tatsächlich ist Laschet ein Dienstleister der Monopole, darunter der Energiekonzerne, die nachweislich die Hauptverursacher der Klimakrise sind. Auch beim Hochwasserschutz hat die NRW-Landesregierung versagt. Selbst die EU-Vorgaben, Gewässer in einen naturnahen Zustand zu versetzen, erfüllt NRW nur zu 8 Prozent. Die Versiegelung der Landschaft schreitet immer weiter voran. Man kann die salbungsvollen Politiker-Statements angesichts der aktuellen Katastrophe nicht mehr hören. Natürlich sind jetzt alle, sogar Alice Weidel (AfD), mit ihren Gefühlen und Gedanken bei den Opfern, ihren Angehörigen und der Umwelt. Beim Wort muss man sie nehmen, dass es großzügige Hilfen geben werde und diese fordern: Sofort und unbürokratisch müssen sie auf Kosten der Profite der Konzerne gewährt werden!

 

Schamlos nutzen diese Dienstleister der Hauptverursacher der katastophalen Umweltentwicklung die aktuelle Lage, um ihr Geschäftsmodell "Klimaneutralität" zu lobpreisen. Statt CO₂-Vermeidung soll CO₂ nun unterirdisch gespeichert werden; angeblich „sauberer“ Wasserstoff soll aus dreckigen fossilen Energien erzeugt werden. Der Handel mit „Verschmutzungsrechten“ macht selbst die Umweltzerstörung noch zum Geschäft, eine CO2-Massensteuer wälzt die Lasten auf die Massen ab. Wir halten es mit dem Wahlprogramm der Internationalistischen Liste / MLPD: "Das Verursacherprinzip muss gelten. Rund um den Globus haben kapitalistische Monopole über Jahrzehnte Maximalprofite gemacht durch rücksichtslose Ausbeutung von Mensch und Natur. Internationale Monopole sind für mindestens 70 Prozent aller CO₂-Emissionen verantwortlich. Wirksamer Umweltschutz funktioniert nur im Kampf gegen diese Umweltverbrecher!" Sie müssen zur Verantwortung gezogen werden, die Umstellung auf erneuerbare Energien aus ihren Profiten bezahlen und die Erde muss ihnen aus der Hand genommen werden!