Leserbrief

Leserbrief

„Der Charakter der PFLP wird nicht geklärt“

Die "Rote Fahne"-Redaktion erhielt folgenden Leserbrief zum Artikel „Einige Richtigstellungen gegen die Kriminalisierung der PFLP“ vom 20. Mai auf „Rote Fahne News“:

Korrespondenz aus Witten

Liebe Genossen,

 

zunächst möchte ich betonen, dass ich voll und ganz die ICOR-Resolution vom 21. Mai, „Verurteilt die zionistische Aggression in Jerusalem und Gaza in Palästina!“ unterstütze.

 

Das Anliegen von Roland Meister, den Charakter der Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP) richtigzustellen ist notwendig, aber mit dem Artikel auf Rote Fahne News vom 20. Mai nicht allseitig gelungen (siehe hier). Der Artikel enthält viele Einzelinfos und setzt Vorwissen voraus. Hinzu kommt, dass in dem Artikel zum Schluss der aktuelle Charakter der PFLP nicht geklärt wird ... .

 

Klarheit darüber zu schaffen, wäre jedoch sehr hilfreich für die Auseinandersetzung gegen die antikommunistischen Antisemitismus-Unterstellungen. Das wird im RW 36 im Kapitel „Antikommunistische Mär vom 'linken Antisemitismus'“ geleistet. Man kann aber nicht davon ausgehen, dass die Rote Fahne News-Leser das schon gelesen haben. Hieraus zu zitieren wäre daher auch eine gute Möglichkeit, für das Buch zu werben.

 

Auf S. 135 heißt es dazu: „Die PFLP ist die zweitgrößte weltliche¹ Befreiungsorganisation in Palästina. Ihre in Europa organisierten Sympathisanten sind Mitglied in der revolutionären und antiimperialistischen Weltorganisation ICOR. Diese lehnt den Antisemitismus wie jede Form von Rassismus ab und vertritt den proletarischen Internationalismus. Sie ist keinesfalls mit faschistischen, islamistisch verbrämten Gruppen wie der Hamas oder dem 'Dschihad' gleichzusetzen und respektiert in ihrem Befreiungskampf das Existenzrecht des Staates Israel.“

 

Sehr eindrücklich ist dann auch das nachfolgende Zitat von Ibrahim Ibrahim, dem Vorsitzenden des Demokratischen Komitees Palästina: „Ein Kampf gegen Israel und die Menschen, die hier leben, wäre ein Kampf gegen uns selber. Wir treten für einen palästinensischen Staat bzw. für ein Land ein, in dem Christen, Araber sowie Juden und andere Gruppen in Frieden zusammenleben. Tausende Jahre haben wir hier zusammengelebt. Unser Ziel ist, dass dies ein sozialistischer Staat sein sollte.“