Leserbrief

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„Elementarschäden" müssen günstig zwangsversichert werden

Die "Rote Fahne"-Redaktion erhielt folgenden Leserbrief zum Artikel „Elementarversicherung für Wohngebäude muss Pflichtversicherung werden“ vom 18. Juli:

Korrespondenz aus Bremen

Dem Kommentar des Verfassers dieses Artikels aus Sonneberg kann ich in vollem Umfang zustimmen.¹ Viele Menschen wissen nicht von der Notwendigkeit einer Elementarschadenversicherung (sowohl für Gebäude als auch Hausrat) oder können sie sich nicht leisten. Hausbesitzer mit geringem Einkommen ohne eine solche Versicherung stehen bei Katastrophen, wie sie jetzt wieder eingetreten sind, vor dem Nichts.

 

Und von solchen Ereignissen werden wir auch in Zukunft angesichts des Klimawandels nicht verschont werden. Und jungen Menschen in der ersten eigenen (Miet)-Wohnung fehlt häufig das Geld für eine Hausratversicherung. Im Falle eines Wasser-, Brand- oder Elementarschadens bleibt ihnen nichts. Die Forderung nach einer Zwangsversicherung des Risikos "Elementarschaden" (Schäden durch Naturkatastrophen) ohne Ausschluss von "Risikogebieten" und die Absicherung von Menschen mit geringem Einkommen durch geförderte Versicherungen befürworte ich.

 

Bis 1994 gab es gegen das Risiko "Brandschaden" Zwangsversicherungen, sogenannte "Monopolversicherungen". Im Zuge der Liberalisierung des Versicherungswesens wurden sie abgeschafft. Einhergehen mit der Verbesserung des Versicherungsschutzes müssen Stadt- und regionalplanerische Maßnahmen. Das Bauen in bekannten Überflutungsgebieten muss, Spekulanten zum Trotz, verboten werden. Und für alle von Überflutung bedrohte Städte und Baugebiete müssen Ausgleichs- und Überflutungsflächen geschaffen werden, um bebaute Zonen zu entlasten.

 

Dies sind kleine Schritte im großen Kampf zur Abwendung der Klimakatstrophe. Und last, not least, gehören Mitgefühl und Solidarität den Betroffenen der Flutkatastrophen in Deutschland, Belgien, den Niederlanden, Österreich und anderswo.