Flutkatastrophe

Flutkatastrophe

Greenwashing in Katastrophenzeiten zerschellt an der Realität

Man höre und staune, wenn am 19. Juli Verena Kern von der „Frankfurter Rundschau“ der Bundesregierung anlässlich der Unwetterkatastrophe schreibt: „Die gute Nachricht ist, dass es beim Klimaschutz zuletzt deutliche Fortschritte gab“. Dann zählt sie die vielen Pläne der Bundesregierung auf, und dass die USA wieder im Pariser Klimaabkommen ist. Das Letzte mal zuerst: Brasilien ist auch im Pariser Klimaabkommen, und konnte deshalb im Dezember 2020 von den zehn reichsten Nationen zehn Milliarden US-Dollar pro Jahr für Waldschutz fordern. Sie würden dafür schon bis 2050 Co2-neutral werden. Das ist die Praxis des Pariser Klimaabkommens.

Korrespondenz aus Wolfsburg

Die „CO2-Neutralität“ bedeutet zweitens nicht Emmissionsfreiheit, sondern man kann für Co2-Ausstoß woanders einen „Ausgleich“ erbringen. Also kann Bolsonaro jetzt seinen Regenwald abholzen, aber er könnte dafür ja in Deutschland den Harz mit aufforsten helfen, damit seine Co2-Bilanz stimmt. Super oder?

 

Es gibt drittens auch kein Restbudget mehr, was zu verteilen wäre, was angesichts der Umweltkatastrophe in Teilen Deutschlands nun ganz deutlich wird. Aber an Absurdität nicht zu überbieten ist nun der Vorschlag eines internationalen Forschungsteams, deren Ansatz der Folgende ist: „Aus unserer Sicht ist es wichtig, die Verantwortung für die Netto–negativ–Emissionen schon heute zu klären.“¹

 

Interessant! Es wird also schon davon ausgegangen, dass die Großkonzerne weiter Co2 ausstoßen, auch nachdem das angebliche Budget voll ist. Der angeblich revolutionäre Gedanke: Darauf soll es Zinsen geben, die sich immer weiter erhöhen. Ein Hohn für alle Flutopfer, Zinsen auf Verschmutzungsrechte als wirksamste Methode des Klimaschutzes zu verkaufen. Diese Pläne sind längst an der Realität zerschellt: Allen Beteuerungen zum Trotz prognostiziert die IEA (Internationale Energie Agentur) in ihrer neuesten Studie ein Rekordniveau beim Co2- Ausstoß weltweit im Jahr 2023. Sie analysiert, dass nur zwei Prozent der staatlichen Corona-Hilfen in die Umstellung auf erneuerbare Energie investiert wird. So sieht die Wirklichkeit aus, Frau Kern.