Wahlkampftaktauftakt in Erfurt

Wahlkampftaktauftakt in Erfurt

"So sehen Sieger aus!"

Die Kundgebung zum Wahlkampfauftakt der Internationalistischen Liste / MLPD in Thüringen auf dem Anger in Erfurt ging mittlerweile mit einer Demonstration durch die Innenstadt und dem anschließenden Singen der "Internationale" zu Ende. Eröffnet wurde sie fast drei Stunden zuvor von Tassilo Timm aus Erfurt und Lisa Gärtner aus Gelsenkirchen.

Von tl
"So sehen Sieger aus!"
500 bis 600 feste Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren heute bei der Auftaktkundgebung der Internationalistischen Liste / MLPD auf dem Erfurter Anger (Foto: RF)

Die Rebellen vom Sommercamp sangen das tolle Lied „Kommunist“. Sie luden Jugendliche ein, im Endpsurt noch vorbeizukommen auf dem Camp im schönen Truckenthal in Thüringen. Dabei waren rund 600 ständige Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Etwa 600 weitere Menschen blieben einige Zeit stehen und hörten zeitweise zu. Tausende wurden auf diesem zentralen Platz der Landeshauptstadt erreicht.

 

Nach den Vorprogramm sprach als erster Stefan Engel, einer der Spitzenkandidaten der Internationalistischen Liste/MLPD in Thüringen. Er begann: „Heute ist ein wunderschöner Tag für uns ...“ und der Platz sang mit: „So sehen Sieger aus!“ Gefeiert wurde der große Erfolg im Meininger Prozess, dass die „Gefährder“-Einstufung von Stefan Engel komplett vom Tisch genommen werden musste. Stefan Engel kritisierte die Landesregierung Thüringen, die einzige, die von der Linkspartei geführt wird. Ihr Ministerpräsident Bodo Ramelow sei der erste, der gegen einen Marxisten-Leninisten als „Gefährder“ vorgegangen ist. "Eine Regierung, die so die Aufträge des Bundesinnenmisters Seehofer umsetzt, der ist auch nicht links, sondern macht bürgerliche, rechte Politik!"

 

Stefan Engel erinnerte daran, dass die Gefährderansprache von Kaiser Wilhelm eingeführt wurde. Bei Rosa Luxemburg sei sie erstmals angewandt worden, als sie von 1916 bis 1918 in Vorbeugehaft genommen wurde. Durch die Faschisten wurde das systematisiert. Die Gestapo hat das dann vollzogen. Elf Millionen kamen so ins KZ. Sie konnten sich nicht wehren. Wenn man Gefährder ist, hat man keine Rechte, so Stefan Engel. Nach dem 2. Weltkrieg sei dies dann erst mal vom Tisch gewesen. Aber vor drei Jahren habe es Horst Seehofer wieder ausgepackt. Sowas habe in einer bürgerlichen Demokratie nichts zu suchen: „Deswegen sagen wir: Wehret den Anfängen!“

 

Stefan Engel polemisierte erfrischend gegen die Umweltpolitik der bürgerlichen Parteien, die weder gewillt noch in der Lage sind, wirksam gegen die globale Umweltkrise vorzugehen. "Seit den 1970er Jahren gibt es die Umweltkrise. Die allermeisten vollmundigen Ankündigungen der bürgerlichen Politiker wurden nicht umgesetzt. Denn wer nicht bereit ist, gegen die Profitinteressen der Monopole vorzugehen, der kann die Umwelt auch nicht retten."

 

Er attackierte die AfD als Partei, die als Knecht der Kapitalisten fungiert und  dafür soziale Rechte der Massen schleifen will, und behandelte einige weitere brennende Fragen des Wahlkampfs.

 

Die MLPD sei eine Partei, die am Sozialismus festhält. Sie wisse, dass auch viel falsch gemacht wurde im Namen des Sozialismus. Nach dem Mauerbau sei klar gewesen, dass in der DDR kein Sozialismus mehr ist. Es war ein bürokratischer Kapitalismus. Die MLPD habe die Lehren von Lenin aufgegriffen und Schlussfolgerungen gezogen, wie der Sozialismus künftig funktioniert: „Die Menschheit wird untergehen, wenn wir nicht das kapitalistische System abschaffen.“


Die Parteivorsitzende Gabi Fechtner gratulierte in einem Grußwort Stefan Engel und der ganzen Partei zu dem großen Erfolg: „Das ist ein Erfolg der Bewegung ‚Gib Antikommunismus keine Chance!‘. Es zeigt, dass es genau richtig ist, gegen den Antikommunismus in die Offensive zu gehen.“

 

Es gab eine Reihe weiterer Grußworte von Migrantenorganisationen, viele Lieder, einen Auftritt der Rotfüchse und vieles mehr. Nach einem begeisternden Tag ging es auf den Rückweg. "Das hat sich gelohnt", "Der Erfolg ist klasse, das zeigt, dass man den Antikommunismus schlagen kann" - das waren nur einige der Stimmen.