Weltklimabericht

Weltklimabericht

„Alarmstufe Rot für die Menschheit“

Eindringlich warnt der Weltklimarat (IPPC) im ersten Teil seines neuen Sachstandsberichts vor einer viel rascheren als bisher erwarteten globalen Erwärmung mit drastischen Auswirkungen.

Von gb
„Alarmstufe Rot für die Menschheit“
Wenn die Herrschenden so weitermachen, wird es Eisbären bald nur noch ausgestopft im Museum zu besichtigen geben (foto: Andreas Weith (CC BY-SA 4.0))

Der IPPC ist ein Expertengremium der UNO, seine Veröffentlichungen müssen von den UN-Mitgliedsländern genehmigt werden. Kernpunkte des neuen Berichts sind:

 

Die Erde werde sich bereits zehn Jahre früher als prognostiziert - bis 2030 - um 1,5 Grad gegenüber dem vorindustriellen Niveau2 erwärmen. Wenn nicht sofort und umfassend gehandelt würde, steige die Welttemperatur in den nächsten 20 Jahren um mehr als diese 1,5 Grad.

 

Selbst bei einer Begrenzung auf dieses unzureichende Ziel werden dramatische Folgen unausweichlich sein. Hitzewellen, Tropenstürme, Starkregen und Schneefälle, Flutkatastrophen, Dürren und Waldbrände werden ein noch viel größeres Ausmaß annehmen als wir es gegenwärtig erleben.

"Bevorstehender Kontrollverlust"?

Der Weltklimarat warnt vor einem „bevorstehenden Kontrollverlust über die Erderwärmung": „Abrupte Reaktionen und Kipppunkte des Klimasystems … können nicht ausgeschlossen werden." Anstiege des Meeresspiegels von mehr als 15 Metern bis 2300 seien möglich, wenn Kipppunkte wie der Verlust der Arktis eintreten. Damit wäre ein Großteil der an Meeren liegenden Regionen und Großstädte überflutet.

 

"Je mehr wir das Klimasystem antreiben …, umso wahrscheinlicher überschreiten wir Schwellen, die wir kaum prognostizieren können", kommentierte der Co-Autor des Berichts, Bob Kopp, Klimaforscher an der Rutgers University im US-Bundesstaat New Jersey.

 

UN-Generalsekretär António Guterres zeigte sich „schockiert“ und will, dass für die fossilen Energien "die Totenglocken läuten". Er sagte, Kohle, Öl und Gas "zerstören den Planeten". Es herrsche "Alarmstufe Rot für die Menschheit". Die Alarmglocken seien "ohrenbetäubend".

 

Doch die Alarmglocken läuten seit Beginn der globalen Umweltkrise Ende der 1960er/Anfang der 1970er Jahre. Das Buch "Katastrophenalarm! Was tun gegen die mutwillige Zerstörung der Einheit von Mensch und Natur?" von Stefan Engel hat bereits vor sieben Jahren analysiert, dass "der Übergang zur globalen Umweltkatastrophe einen Punkt erreicht" hat, "an dem irreversible Schäden der globalen Stoffkreisläufe und des globalen ökologischen Gleichgewichts eingetreten sind". Es stellt fest, dass sich dabei auch "Faktoren herausgebildet" haben, "die eine verheerende Eigendynamik entfalten und den Umschlag in die globale Umweltkatastrophe zusätzlich beschleunigen".2

Alarmglocken bewusst ignoriert

Warum wurden all diese Warnungen von den imperialistischen Politikern bewusst in den Wind geschlagen? Dazu äußert sich Guterres nicht. Die gesellschaftlichen Ursachen im imperialistischen System kann und will er nicht angreifen. Denn seit den 1990er Jahren hat sich die globale Umweltkrise von einer Begleiterscheinung zu einer Gesetzmäßigkeit des Imperialismus entwickelt. Die systematische und allseitige Zerstörung der lebensnotwendigen Einheit von Mensch und Natur wurde zu einem ökonomischen Zwang, ohne den das herrschende internationale Finanzkapital keine Maximalprofite mehr verwirklichen kann.

 

Auch das wurde im Buch von Stefan Engel herausgeschält, genauso wie die Tatsache, dass nicht nur die globale Klimakrise die Menschheit bedroht, sondern insgesamt neun hauptsächliche und drei weitere Faktoren des Übergangs in die globale Umweltkatastrophe - wie das Artensterben, das Umkippen der Weltmeere oder die unbeherrschbare Atomkraft. Das Buch zieht daraus die weitsichtige Schlussfolgerung, dass nur im aktiven Widerstand gegen die internationalen Monopole als Hauptverursacher wirksame Sofortmaßnahmen durchsetzbar sind und die Lösung der Umweltkrise einen gesellschaftsverändernden Kampf für vereinigte sozialistische Staaten der Welt erfordert.

Heuchelei der bürgerlichen Politiker

Mitten im Wahlkampf äußern die bürgerlichen Politiker ihre Erschrockenheit. Allen voran Svenja Schulze, Bundesumweltministerin (SPD). Sie fordert nun eine rasche Abkehr von fossilen Brennstoffen wie Kohle, Öl und Gas, und einen Ausbau der Sonnen- und Windkraft. Eine umwerfende Erkenntnis! Es war doch die amtierende Regierungskoalition und sie als Umweltministerin, die den Ausbau erneuerbarer Energie durch gesetzliche Vorschriften regelrecht ausgebremst haben.

 

Beim ansonsten so medienpräsenten CDU/CSU-Kanzlerkandidaten Armin Laschet herrscht bisher Funkstille zum Weltklimabericht. Kein Wunder, hat er doch schon nach der verheerenden Flutkatastrophe mit über 180 Toten verkündet: Wegen so eines Tages werde nicht gleich die Politik geändert. Also weiter so, wie mit der Inbetriebnahme des Dattelner Dreckschleuder-Kraftwerks. Weiter so mit dem extrem umweltschädlichen Abbau der Braunkohle beziehungsweise mit ihrer Verbrennung. 

 

Die Grünen nutzen die Ergebnisse des Sonderberichts wie auch die Flutkatastrophe, um ihr angekratztes Image wieder aufzupolieren. Wortreich warb Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock in den Tagesthemen für einen „sozial gerechten Klimawohlstand“. Dahinter verbirgt sich nichts anderes als die Abwälzung der Folgen der Umweltkrise auf die breiten Massen mit sprunghaft steigenden CO2-Preisen insbesondere für Heizung und Sprit. Dort, wo die Grünen in Regierungskoalitionen waren oder sind, trugen sie schon bisher die Durchsetzung der Monopolpolitik auf Kosten der Massen und der Natur aktiv mit.

Nur noch Krisen, eine Lösung – Sozialismus!

Die Internationalistische Liste / MLPD steht als einzige zur Wahl antretende Kraft für radikalen Umweltschutz, für den Aufbau einer internationalen Widerstandsfront zur Rettung der Umwelt vor der Profitwirtschaft und für einen gesellschaftsverändernden Umweltkampf. In ihrem Wahlprogramm fordert sie unter anderem:

 

• Forcierte Umstellung auf 100 Prozent erneuerbare saubere Energien bis 2030 auf Kosten der Profite, vor allem aus Wind, Solaranlagen, Wasser und Bioabfällen!


• Sofortige Stillegung aller Braunkohle-Kraftwerke und Verbot der Verbrennung fossiler Energieträger ab 2030. Vergleichbare Ersatzarbeitsplätze für alle Beschäftigten vorrangig im Umweltschutz!

 

Deshalb nicht nur beide Stimmen bei der Bundestagswahl für die Internationalistische Liste / MLPD, sondern selbst tatkräftig mitanpacken in den Wählerinitiativen für die Direktkandidaten! Mitglied werden bei MLPD und REBELL! Die Umweltgewerkschaft als wirklich überparteiliche und kämpferische Umweltorganisation stärken!