Leverkusen

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Protestkundgebung gegen Vertuschung durch Currenta, Bayer und Co.

Am 2. August fand von 17 Uhr bis 18.30 Uhr die Kundgebung gegen Vertuschung und Verharmlosung durch Currenta, Bayer und Co.in der größten Einkaufsstraße von Leverkusen-Wiesdorf unterhalb des Rathausgebäudes statt.

Korrespondenz
Protestkundgebung gegen Vertuschung durch Currenta, Bayer und Co.
Bild von der Protestkundgebung (rf-foto)

Neben Vertretern der Internationalistischen Liste / MLPD und ihren in der Region aufgestellten Bundestagskandidaten nahmen Vertreter der Coordination gegen BAYER-Gefahren, Vertreterinnen vom Frauenverband Courage, vom Jugendverband REBELL, Kolleginnen und Kollegen von Bayer und Ford sowie Teilnehmer der Montagsdemo teil. "Radio Leverkusen" kündigte die Kundgebung an.

 

Alle Teilnehmer waren sich darin einig, dass Currenta als Betreiber der Sondermüllverbrennungsanlage für die Explosion, in deren Folge sieben Arbeiter starben und zahlreiche Menschen verletzt wurden, zur Rechenschaft gezogen werden muss. Die explodierten Tanks enthielten Phosphor und schwefelhaltige Chemikalien. Die giftige Wolke zog bis nach Dortmund und verteilte ihren Inhalt auf dem Weg dorthin.

 

Von den Betreibern wurde schon kurz nach der Explosion Entwarnung gegeben „für die Bevölkerung besteht keine Gefahr“, obwohl sie erst mal gar nicht sagen konnten oder auch nicht wollten, welche Stoffe denn nun in die Luft gegangen sind. Es sollte für die Leverkusener ausreichen, wenn sie Türen und Fenster geschlossen halten.

 

Knapp eine Woche nach dem Unfall hören wir von den Betreibern, dass nach Untersuchung der Partikel alle Grenzwerte für giftige Stoffe unterschritten wurden. Also Entwarnung auf der ganzen Linie, von Spätfolgen ist keine Rede. Aber die Menschen sollen ihr Gemüse und Obst aus ihren Gärten bitte nicht essen und ein Kinderspielplatz, der an der Grenze zu Bürrig liegt, wurde erst gestern! gesperrt. Dies berichtete ein Passant, der sich der Kundgebung anschloss. Der Vertreter von der Coordination gegen BAYER-Gefahren berichtete, dass die Anlage zuletzt von der Bezirksregierung Köln im Jahre 2016 geprüft worden ist. Die für April 2021 geplante Überprüfung wurde wegen Corona verschoben. Die Teilnehmer waren sich einig: Es gibt keine untersten Grenzwerte für Giftstoffe, die Giftmüllverbrennungsanlage darf so nah an Wohngebieten gar nicht betrieben werden.

Die Kundgebung einigte sich per Abstimmung auf folgende Forderungen:

  • Schluss mit dem Verharmlosen und Vertuschen – wir fordern die volle Aufklärung der Bevölkerung!
  • Regelmäßige und längerfristige Gesundheitsuntersuchungen der betroffenen Kollegen und der Bevölkerung auf Kosten der Betreiber!
  • Weiterbezahlung der Löhne im Chempark, falls es zu Produktionsstillständen kommt!
  • Die Verantwortlichen müssen zur Rechenschaft gezogen werden!
  • Restlose Aufklärung der Ursachen des verheerenden Unglücks!
  • Keine Abwälzung der Kosten auf die Bevölkerung! Covestro, Bayer und Currenta müssen voll haften!
  • Verbot der Giftmüllverbrennung in Leverkusen und anderswo! Verbot der Müllverbrennung!