Globale Umweltkrise

Globale Umweltkrise

Verheerende Wald- und Buschbrände im Mittelmeerraum

Die Serie sich verdichtender regionaler Umweltkatastrophen setzt sich derzeit mit verheerenden Wald- und Buschbränden in Griechenland, der Türkei, auf Sizilien und Sardinien fort.

Von ms
Verheerende Wald- und Buschbrände im Mittelmeerraum
Waldbrände in Griechenland (Foto: Carl Osbourn)

Besonders betroffen sind die Region um Athen und die türkischen Küstenregionen um Antalya, Marmaris und Milas. In der Türkei sind mehrere Brände nach wie vor außer Kontrolle. Mindestens acht Menschen wurden dort bereits durch die Flammen getötet, in Griechenland starb gestern ein Mann an den Folgen des Feuers.

 

Dort linderten kräftige Nordwestwinde zwar die Gluthitze der vergangenen Tage, fachten die Brände nördlich der Hauptstadt aber zu regelrechten Feuerstürmen an. Innerhalb von 24 Stunden gab es landesweit rund 400 neue Waldbrände, unter anderem in Vororten Athens. Viele Ortschaften mussten evakuiert werden.

Flutkatastrophen und Waldbrände: Gemeinsame Ursache

Der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis sprach von einem "noch nie dagewesenen Zustand, weil die vergangenen Tage der Hitze und der Trockenheit das Land in ein Pulverfass verwandelt haben". Tatsächlich ist diese Entwicklung weder völlig neu noch unvorhersehbar. Schon in den letzten Jahren nahmen extreme Dürre- und Hitzeperioden nicht nur in den Mittelmeerländern zu, kam es immer wieder zu zerstörerischen Wald- und Buschbränden. Auch schreitet die Wüstenbildung in Griechenland und der Türkei voran.

 

Zu den tieferen Ursachen im beschleunigten Übergang zu einer globalen Umweltkatastrophe und der durch den unnatürlichen Treibhauseffekt ausgelösten Erderwärmung schwieg sich der reaktionäre Ministerpräsident aus. Zwischen den verheerenden Bränden und zunehmendem Extremregen mit anschließenden Flutkatastrophen wie zuletzt im Westen Deutschlands besteht ein direkter Zusammenhang. Die Erderwärmung lässt nicht nur extreme Hitzeperioden zunehmen, sondern führt auch zur stärkeren Anreicherung von Wasserdampf in der Atmosphäre sowie zur Abschwächung der Jetstreams in acht bis zwölf Kilometern Höhe. Dadurch können sich solche Wetterphänomene viel länger über bestimmten Regionen halten.

 

Dazu kommen kriminelle Machenschaften wie Brandstiftung, um an Bauland insbesondere für die Tourismusbranche zu kommen. Das wird in den bürgerlichen Medien teilweise einseitig hochgespielt, auch um von den Ursachen in der Umweltkrise abzulenken.

Empörung über Erdogan-Regierung

In der Türkei wächst die Empörung über die Politik der faschistischen Erdogan-Regierung. Während sich der türkische Präsident einen gigantischen Palast mit 300 Zimmern für 491 Millionen Euro bauen ließ, hat die Regierung unter anderem den Brandschutz jahrelang vernachlässigt. So verfügt die Türkei über kein einziges einsatzfähiges Löschflugzeug. Zwar besitzt die halbstaatliche Türkische Luftfahrtgesellschaft (THK) mehrere Löschflugzeuge, doch sind die alternden Maschinen derzeit nicht flugfähig. Für die Brandbekämpfung mussten Flugzeuge aus allen möglichen Nachbarländern angemietet werden.

 

Insgesamt wächst die Unzufriedenheit unter den Massen über die Folgen einer tiefen Wirtschaftskrise mit hoher Inflation und den katastrophalen Umgang mit der Corona-Pandemie. Die Empörung über das Versagen in der Brandbekämpfung treibt das weiter voran.

 

Um Präsenz im Katastrophengebiet zu zeigen, reiste Erdogan am Samstag nach Marmaris, wo auch sein Palast liegt. Dass er dabei wie bei einem Wahlkampfauftritt der Menge von seinem Bus Pakete mit Tee zuwarf, kam bei vielen Menschen aber nicht gut an. Allerdings zeigt diese verächtliche Geste nur den tatsächlichen Geist dieses imperialistischen Politikers.

Aktive Widerstandsfront aufbauen!

Wer wütend und erschüttert über die aktuellen Umweltentwicklungen ist, muss das vor allem in organisierte Kampfkraft für den Erhalt der Umwelt verwandeln. Notwendig ist eine weltweite aktive Widerstandsfront, die wirksame Maßnahmen gegen die Umweltkrise durchsetzt. Um ihre Ursachen zu lösen und die Umweltkrise zu überwinden, muss diese Bewegung gesellschaftsverändernden Charakter annehmen. Für diesen Weg steht als einzige Kraft in Deutschland die Internationalistische Liste / MLPD, die in allen 16 Bundesländern zur Bundestagswahl antritt.

 

Den dafür nötigen Durchblick über die inneren Zusammenhänge, Wechselwirkungen und Ursachen gibt das hervorragende Buch „Katastrophenalarm! Was tun gegen die mutwillige Zerstörung der Einheit von Mensch und Natur?“ von Stefan Engel. Es analysierte bereits 2014, dass (Mega-)Waldbrände eine neue Erscheinung im Übergang zur globalen Umweltkatastrophe sind. Vor allem leistet die Streitschrift einen fundierten Beitrag zum Weg aus der drohenden weltweiten Umweltkatastrophe - für eine Welt ohne Ausbeutung von Mensch und Natur im Sozialismus.

 

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