Bericht aus der Intensivstation einer Klinik in Baden-Württemberg

Bericht aus der Intensivstation einer Klinik in Baden-Württemberg

Eine neue Belegschaft reift heran

Ein Großteil unserer Kollegen auf der Intensivstation sind Leiharbeiter.

Korrespondenz

Anders als in der Industrie verdienen diese wesentlich mehr als Festangestellte, bestimmen ihre Arbeitstage und freien Tage selbst, sind dafür aber örtlich flexibel eingesetzt. Inzwischen ist es der Normalfall, Patienten am Schichtende an völlig fremde Kollegen zu übergeben: Kurze Begrüßung, Station durchgehen, wo was zu finden ist, um dann in neuer Besetzung auf Grundlage von Standards zusammenzuarbeiten. Eine Arbeitssituation, die vor zehn Jahren noch unvorstellbar war, funktioniert durch verbindliche Standards, hohes Niveau der Kolleginnen und Kollegen.

 

Dadurch gibt es eine ständige Durchmischung mit Kollegen aus diversen Kliniken mit reichhaltigem Erfahrungsaustausch. Die Kaffeepause wird dazu genutzt, sich näher kennenzulernen und zu erfahren, welche Erfahrungen es aus anderen Häusern gibt. Heutzutage ist die Pflege international zusammengesetzt: Aus östlichen Ländern, Griechenland, Indien und afrikanischen Ländern, dadurch ist der kulturelle und auch politische Austausch vielfältig.

 

Es reift eine Belegschaft in Gesundheitskonzernen heran, die lernt, sich durch Arbeitsorganisation ständig neu zu strukturieren, in schwierigen Situationen aufeinander zu vertrauen. Eine Fähigkeit der Arbeiterbewegung, wie wir auch bei den freiwilligen Helfern in den Katastrophengebieten nach der Flut erleben, und die eine materielle Vorbereitung für die führende Rolle der Arbeiterbewegung in revolutionären Entwicklungen ist.