Afrika

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Hintergründe der Kämpfe in Mosambik

Die ehemals portugiesische Kolonie Mosambik liegt im Südosten Afrikas. Sie hat rund 30 Millionen Einwohner, davon 44 Prozent unter 19 Jahren, und ist eines der ärmsten Länder Afrikas. Dabei hätte schon längst Wohlstand einziehen können, denn 2010 wurden riesige unterirdische Erdgasfelder vor der Küste im Norden des Landes entdeckt.

Von rem
Hintergründe der Kämpfe in Mosambik
Mosambikanisches Militär unterdrückte die Proteste in der Region (foto: gemeinfrei)

Aber die Geschichte nahm ihren neokolonialen Lauf: Die lokalen Gemeinden wurden durch mosambikanisches Militär und Polizei von ihrem Land vertrieben, um für die Anlagen internationaler Rohstoffkonzerne Platz zu schaffen. Allen voran der französische Konzern Total, der mit einer 20-Milliarden-Dollar-Investition eine Anlage zur Gasverflüssigung baut.

 

Gegen Übergriffe, Armut und Massenarbeitslosigkeit entwickelte sich Widerstand, v. a. der Jugend. Es entstand eine Islamistenmiliz, „Ansar Al-Sunna“, die die Aktivitäten von Total zum Stillstand brachte, aber auch die Bevölkerung mit Waffengewalt drangsalierte. Schnell wurde von Regierung und internationalen Medien verbreitet, die Miliz sei vom IS gesteuert, um entsprechend militärisch aufzufahren: Zuerst mit russischen und südafrikanischen Söldnern, dann schickte Ruanda Anfang Juli – auf Bitte von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron - 1000 Soldaten und Polizisten, die SADC¹ schickte ebenfalls Soldaten, die EU beschloss einen zweijährigen militärischen Trainingseinsatz. Alles unter dem Vorwand der „IS-Bedrohung“. Obwohl Vertreter von „Ärzte ohne Grenzen“ und andere Kräfte vor Ort die Unruhen auf die Armut und Verzweiflung zurückführen.

 

Jetzt ist die Gegend gewaltsam „befriedet“, Total kann seine Ausplünderungsprojekte fortsetzen. Gelöst ist für die soziale Lage der Massen damit nichts. Für die Fortschrittskräfte im Land steht die Aufgabe an, im Widerstand gegen die neokoloniale Ausplünderung die Jugend für den Kampf für Demokratie und Freiheit mit sozialistischer Perspektive zu gewinnen.