Auftaktkundgebung

Auftaktkundgebung

Kulturvolles und vielfältiges Vorprogramm am Steintor in Hannover

Seit 12 Uhr läuft das Vorprogramm für die Auftaktkundgebung der Internationalistischen Liste / MLPD am Steintor in Hannover. Lena Salomon, Direktkandidatin aus Bremen, und Joachim Griesbaum, ICOR-Europakoordinator aus Hamburg, begrüßten die mehrere hundert bereits eingetroffenen Teilnehmerinnen und Teilnehmer herzlich.

Von RF-Redaktion
Kulturvolles und vielfältiges Vorprogramm am Steintor in Hannover
Mindestens 700 Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind mittlerweile auf dem Kundgebungsplatz (Foto: RF)

Lena Salomon versprach nicht zuviel, als sie ein kulturvolles, vielfältiges, informatives und revolutionäres Vorprogramm ankündigte. Überall auf dem Platz gibt es leckere Essensstände, Infostände der verschiedensten Organisationen, Literaturstände und vieles mehr.

 

Den Auftakt machte die Band "Gehörwäsche" aus Köln mit dem Lied "Mädchen, mach mal was aus dir". Es ging weiter mit "Los Pueblos" aus Rüsselsheim und weiteren Liedern.

 

Heinz, ein Arbeiterdichter und ehemaliger Bergmann, trug eines seiner politischen Gedichte vor, die er alle auswendig im Kopf hat. Franziska und Joachim von der Gruppe "Zukunftsmusik" aus Hamburg berichteten von ihren Balkonkonzerten in der ersten Zeit der Corona-Pandemie und trugen das Lied "Bella Ciao" vor.

 

Lena Salomon und Joachim Griesbaum mobilisierten die Passanten, die über den Platz strömten, immer wieder mit neuen Argumenten für die Teilnahme an der Auftaktkundgebung. Sie riefen auf, dieses Mal "keine halben Sachen" bei der Bundestagswahl am 26. September zu machen, sondern die Internationalistische Liste / MLPD zu wählen: "Wer unterstützen will, dass eine weltweite Bewegung von Freiheitskämpferinnen und -kämpfern  entsteht, ist bei ihr genau richtig. Streitet mit uns, diskutiert mit uns, informiert euch an den vielen Ständen!"

 

Es sprach eine Vertreterin der Arbeiterkommunistischen Partei aus dem Iran, gefolgt von dem singenden Direktkandidaten Jonas Dachner aus Karlsruhe. Ein Mitglied der Wählerinititaive aus Hagen berichtete über die dortige Flutkatastrophe und die solidarischen Hilfseinsätze von MLPD, REBELL und anderen, die auf große Dankbarkeit stießen, aber immer auch mit Diskussionen über die Ursachen dieser regionalen Umweltkatastrophe und die notwendigen gesellschaftlichen Schlussfolgerungen verbunden waren. Dazu passte das Umweltkämpferlied der Kinderorganisation ROTFÜCHSE.

 

Günther Belka von der kämpferischen Bergarbeiterbewegung "Kumpel für AUF" versprach, die Fackel des Kampfs der Bergleute weiterzutragen. Anschließend stimmte eine Delegation des "Ruhrchors" das "Steigerlied" an. Joachim Griesbaum erklärte die ausdrückliche Solidarität mit den im Tarifkampf stehenden Eisenbahnern von der GDL - gerade auch gegen die Hetze in den bürgerlichen Medien.

 

Bei einer Modenschau der Mediengruppe Neuer Weg stellten die "Models" kleidsame Wahlkämpfer-Textilien vor. Danach kamen Vertreterinnen der Frauenplattform des Internationalistischen Bündnisses auf die Bühne und stellten sich vor.

 

Ein Highlight war die Rede einer Vertreterin der afghanischen Frauenorganisation RAWA, begrüßt von Monika Gärtner-Engel, Hauptkoordinatorin der revolutionären Weltorganisation ICOR. Sie rief dem Publikum zu: "Afghanistan wurde den Taliban wieder übergeben und das nach 20 Jahren US-Besatzung. Die Marionettenregierung Ghani warvoll von Kriminellen und schaffte es noch nicht mal einen Monat lang, gegen die Offensive der Taliban Widerstand zu leisten. Sie sind aus dem Land geflüchtet, sobald die Taliban in die Nähe von Kabul kamen.

 

Seit 20 Jahren sagen wir, dass sich durch die Besatzung der USA in Afghanistan nichts ändern wird. Haben sie doch während der ganzen Zeit selbst die Taliban und andere fundamentalistische Kräfte in der Region unterstützt. Sie haben weder Frauenrechte noch Menschen- oder demokratische Rechte in unserem Land durchgesetzt. Es ging ihnen nur um ihre wirtschaftlichen Interessen.

 

Viele Menschen in Afghanistan haben Angst und flüchten aus dem Land. Die Frauen werden eine dunkle und katastrophale Entwicklung erleben. Aber RAWA und andere revolutionäre Organisationen werden im Land bleiben und den Kampf weiterführen. Wir bitten alle Revolutionäre und fortschrittlichen Menschen in Deutschland, unseren Kampf zu unterstützen."

 

Monika Gärtner-Engel ließ über die Selbstverpflichtung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer dazu mit eindeutigem Ergebnis abstimmen. "Hoch die internationale Solidarität!" war über den Platz zu hören.

 

Nach einer Tanzvorführung kam Ibrahim Ibrahim vom Demokratischen Komitee Palästina auf die Bühne und berichtete vom Befreungskampf des palästinensischen Volks. Auch Vertreter des Freiheitskampfs in Kolumbien sprachen zu den Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

 

Um 14 startete die Demonstration des Jugendverbands REBELL mit rund 250 Teilnehmern durch die Innenstadt von Hannover. Rechtzeitig zum Beginn der Auftaktkundgebung liefen sie kämpferisch auf dem Platz ein. Eine junge Frau am Rande der Demonstration: "Eine imposante Demo macht ihr hier. Und ihr seid wirklich für Sozialismus? Ich komme nachher mal zu euch auf den Steintorplatz."

 

Das Vorprogramm stieß auf viel Zuspruch bei den Hannoveraner Bürgerinnen und Bürgern. Überall sieht man Leute in Diskussionen verwickelt. Andere bleiben stehen, hören zu oder machen Videoaufnahmen. Tausende Passanten wurden bereits durch das Vorprogramm erreicht.

 

Ein Passant zweifelte: "Meint Ihr wirklich, dass das funktioniert? Ich bin da etwas skeptisch. Aber okay, die Rede eurer Vorsitzenden höre ich mir gerne nachher an. Ist ja doch interessant, dass es eine sozialistische Partei in Deutschland gibt."

 

Alle mittlerweile 700 Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf dem Platz sind gespannt auf die Rede von Gabi Fechtner, die um 15 Uhr beginnt. Rote Fahne News wird weiter berichten.