Toreinsatz Siemens Krefeld am 2. September

Toreinsatz Siemens Krefeld am 2. September

Den Direktkandidaten der MLPD und als Partei die AfD wählen?

Zum Auftakt unseres Straßenwahlkampfes am 2. September gingen wir zu den Kolleginnen und Kollegen von Siemens Mobility in Uerdingen. Bereits morgens zur Frühschicht wurde die Wahlzeitung an beiden Fußgängertoren verteilt und für den Schichtwechsel am Mittag der Aktionsstand mit den beiden Kandidaten Genja Raboteau und Heiko Grupp angekündigt.

Korrespondenz
Den Direktkandidaten der MLPD und als Partei die AfD wählen?
Die Direktkandidaten Heiko Grupp und Genja Raboteau stehen den Kollegen am Tor Rede und Antwort (rf-foto)

Beide hatten früher hier im Werk gearbeitet – die einzigen Arbeiter unter den Krefelder Bundestagskandidaten.

 

Mittags stellten sie in kurzen Statements am offenen Mikrofon die Internationalistische Liste / MLPD vor. Die Kandidatenflyer stießen auf besonderes Interesse. In den Gesprächen – viele wollten allerdings schnell nach Haus – war es genau richtig, direkt auf die gesellschaftliche Alternative echter Sozialismus zu kommen. Das traf zwar nicht immer spontan auf Zustimmung, aber vielen geht doch durch den Kopf, dass sich gründlich etwas ändern muss; dass „die da oben alle gleich sind“. Da führt unser Wahlprogramm genau die richtige Auseinandersetzung. Trotzdem hatten einige angesichts der ganzen Krisen doch die Hoffnung, dass es mit der SPD „ein Fünkchen sozialer“ werden könnte. Oder dass nur „eine Partei mit Chancen“ Sinn mache.

 

Heiko Grupp ging auf einen Kollegen ein, der sagte: „Ich will Dich wählen, aber als Partei die AfD. Die Ausländer müssen raus“: „Freut mich, dass Du mich wählen willst. Aber die AfD ist das Gegenteil einer Arbeiterpartei oder einer Partei des kleinen Mannes. Guck' Dir an, was die wirklich macht im Parlament. Im Landtag von Thüringen hat sie über 260 Anfragen, Anträge usw. zum Thema Ausländer und Asyl eingebracht. Zu Lebensverhältnissen, Löhnen, Arbeitsplätzen keine einzige! Sie tun damit so, als würden sich unsere Probleme in Luft auflösen, wenn nur die Migranten weg wären. Die sind aber nicht die Ursache der Probleme, sondern die Herrschaft der Monopolkonzerne. Die Lage der Arbeiter geht der AfD am A... vorbei.“

 

Hintergrund dieser und ähnlicher Auffassungen bei Kollegen: Sie müssen ständig steigenden Arbeitsdruck meistern, bei kleiner werdender eingearbeiteter Stammbelegschaft und wachsendem Anteil von Kolonnen mit Werksverträgen. Oftmals aus Osteuropa und mit wenig Deutschkenntnis. Das fördert Frust und Grüppchenbildung. Diese Spaltung kann nur in kameradschaftlichen Auseinandersetzungen überwunden werden, wenn gleichzeitg der Verursacher, der Siemens-Konzern, ins Visier genommen wird.

 

Da gibt es also noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten – auch dafür, nicht nur eine, sondern beide Stimmen der MLPD zu geben!