Frage an Lisa Gärtner auf abgeordnetenwatch

Frage an Lisa Gärtner auf abgeordnetenwatch

"Die altbekannten Parteien lassen uns im Stich! Deshalb AfD wählen?" Kommt nicht in Frage!

Auf "Abgeordnetenwatch" erhielt die Gelsenkirchener Direktkandidatin der Internationalistischen Liste / MLPD, Lisa Gärtner, die Frage: "Wie stehen Sie als MLPD zu AfD-Wählern? Nicht jeder AfD-Wähler ist ein Rassist, viele fühlen sich durch die altbekannten Parteien jedoch im Stich gelassen. Gerade ein Großteil der unteren Schicht. Ganz speziell interessiert mich die allgemeine Sichtweise Ihrer Partei dazu. Die bekannten 'Arbeiter-Parteien' scheinen hier die unteren und mittleren Schichten komplett zu vergessen."

Korrespondenz

Sie antwortet:

 

Sehr geehrter Herr X, herzlichen Dank für Ihre Frage … . Die AfD ist eine Partei, die den Weg für den Faschismus bereitet, mitsamt Rassismus, Umweltzerstörung und Knechtung der Arbeiter. Die AfD ist zweifellos eine rassistische Partei. Ich gebe Ihnen Recht, dass nicht jeder AfD-Wähler ein Rassist oder Faschist ist. Aber: Jeder AfD-Wähler trägt Verantwortung dafür, mit seiner Stimme eine faschistoide Politik zu unterstützen, ob er will oder nicht. Als die KPD in den 30er-Jahren warnte: "Wer Hitler wählt, wählt Krieg!" hat sie Recht behalten, auch wenn das viele NSDAP-Wähler vielleicht subjektiv nicht wollten. Blindwütiger Protest kann also gefährlich sein.

 

Die AfD bezeichnet sich als Partei neuen Typs; sie ist jedoch eine stinkbürgerliche Partei mit Gepflogenheiten, wie bei den anderen auch. So ist Alice Weidel in allerlei Spendenskandale verstrickt und betreibt Vetternwirtschaft. So hat der Geschäftsmann Opitz, der Luxusfahrzeuge transportiert und eine strategische Beratungsagentur führt, ihre Urlaube, Smartphones und Autos finanziert - wofür sie ihm einen Job im Bundestag als strategischer Berater anbot. Vergleichen Sie dazu z. B. diesen Artikel!

 

Lohnenswert ist auch ein Blick auf die Berufe der AfD-Bundestagsabgeordneten: Da finden sich in erster Linie Beamte, Unternehmensberater, Juristen, Kleinkapitalisten, Adlige. Mitglieder der "unteren Schichten" finden Sie dort nicht. Die sollen nämlich nach dem Willen der AfD nicht regieren, sondern nur Stimmvieh für die reaktionäre Elite sein. 34 Prozent der AfD-Anhänger gehören zu den Top-Verdienern im Land, zum reichsten Fünftel. Vergleichen Sie hier!

 

Es ist Tatsache, dass die bürgerlichen Parteien die unterdrückten Schichten, vor allem die Arbeiterklasse nicht nur im Stich gelassen haben, sondern eine aktive Politik der Ausbeutung und Unterdrückung betreiben. Doch dann braucht die Arbeiterklasse eine Partei, die tatsächlich IHRE Partei ist, die ihre Interessen nicht nur demagogisch vor den Wahlen raushängt, sondern dafür kämpft.

 

Die MLPD ist eine Arbeiterpartei. Zugegeben: Es ist bequemer, die AfD zu wählen, als mit uns den Kampf um den echten Sozialismus als Alternative zum Kapitalismus aufzunehmen. Aber wenn Sie eine grundsätzliche Veränderung zugunsten der Unterdrückten erreichen wollen, dann geben Sie der AfD einen Korb und unterstützen Sie die MLPD.

 

Mit freundlichen Grüßen!

Lisa Gärtner