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Kämpferischer Wahlkampfauftakt in Kassel

Punkt 10 Uhr schallte gestern "Bella Ciao" durch die Obere Königstraße in der Kassler Innenstadt. Das ist der Beginn der Wahlkampfkundgebung der Internationalistischen Liste/MLPD und der Wählerinitiative Klaus Bremer und Barbara Meyer in Kassel.

Korrespondenz
Kämpferischer Wahlkampfauftakt in Kassel
Kämpferischer Wahlkampfauftakt in Kassel (rf-foto)

Barbara eröffnete mit einer eindrücklichen Kurzrede das offene Mikrofon. Als Mutter dreier Kinder sei sie nicht bereit, den Planeten den Kapitalisten zu überlassen, denen es nur um ihre Profite geht. Umweltkatastrophen nicht zuletzt die Überschwemmungen in Deutschland haben ihre Ursache im kapitalistischen Profitsystem. Die Mehrheit der Passanten stimmten dieser klaren Kante gegen das System zu.

 

Der Spitzenkandidat für Hessen, Peter Weispfenning, eröffnete seine Rede nicht mit Wahlkampfparolen, sondern damit, den Kolleginnen und Kollegen der GDL die volle Solidarität der MLPD auszusprechen. Er polemisierte gegen die Aussage, GDL-Chef Weselsky sei ein Diktator. Schließlich hätten 95% der GDL-Mitglieder für den Streik gestimmt. Ist man denn nur dann ein Demokrat und kein Diktator, wenn man den Willen der Mehrheit der Kolleginnen und Kollehen ignoriert, und den Interessen der Bahn Kapitalisten folgt?

 

Umdenken bei der Wahl ist angesagt. Seit 1949 sind im Wesentlichen dieselben Parteien in der Regierung. Seit 2018 befinden wir uns in einer Weltwirtschaftskrise, die Umweltzerstörung nimmt immer weiter zu, die Flüchtlingskrise. Da kann man doch nicht wieder eine von diesen Parteien wählen. Arbeiter in die Politik! Dafür steht der ehemalige Henschel-Elektriker Klaus Bremer.

 

Ein Passant meinte, er wähle die AfD, er unterstütze zwar nicht alles, was die wollen, aber wenigstens seien die gegen die Regierung. Peter Weispfenning griff diese Haltung scharf an: "Nur weil ich bei der Afghanistanfrage für den Abzug deutscher Truppen einstehe, bin ich doch nicht für die Taliban. Die Taliban waren auch gegen die afghanische Regierung. Trotzdem sind es Faschisten, extreme Frauenfeinde und Antikommunisten.

 

Letztendlich werden die Forderungen des Wahlprogramms der Internationalistischen Liste/MLPD in ihrer Gesamtheit im Kapitalismus kaum umsetzbar sein. Dazu ist eine sozialistische Gesellschaft notwendig. Im Kapitalismus diktieren die Monopole die Politik und es geht allein um ihre Interessen. Deshalb müssen wir immer den Kapitalismus ins Visier nehmen, grundsätzlich für ein anderes System kämpfen.

 

Bis 13 Uhr ging es am offenen Mikrofon lebendig zu: Passanten und Aktivisten bezogen Stellung zu verschiedensten Themen wie Massentierhaltung, Sozialismus, Kindererziehung und die Befreiung der Frau. Es wurden die verschiedenen Arten von Gruppen Gruppen der MLPD vorgestellt, wie Betriebsgruppen, Umweltgruppen, Wohngebiets- und Landgruppen vorgestellt, und dazu aufgefordert, sich in MLPD und Rebell zu organisieren. Vor allem der weltanschauliche Kampf ist wichtig, so ein Genosse der MLPD-Aufbaugruppe Baunatal. Die bürgerliche Weltanschauung ist in der Krise. Nichts ist ideologiefrei oder klasseneutral. Am Beispiel des Begriffs "Demokratie" stellte er heraus, dass allein schon die allgemein vorherrschenden Begriffe, die uns von der bürgerlichen Ideologie vorgegeben werden, nicht zutreffen. Mit dem Buch „Die Krise der bürgerlichen Ideologie und des Antikommunismus" hat die MLPD genau diese Fragen grundsätzlich auseinandergenommen und beantwortet. Zwei Bücher wechselten dann auch den Besitzer.