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Linken-Fraktionschef Bartsch und der GDL-Streik: „Unzumutbar – alles Theater?“

Die Kolleginnen und Kollegen der GDL zeigen mit ihrem dritten Streik ihre Kampfkraft, ihren entschlossenen Willen und Mut, die Forderungen durchzusetzen. Sie vertrauen dabei auf ihre eigene Kraft und protestieren entschieden gegen die unerträgliche Hetze in vielen Medien, die den Streik als „völlig unangemessen, überzogen und auf Kosten der Bahnkunden“ angreifen.

Korrespondenz

Eine Mehrheit der Bevölkerung unterstützt den Streik – er ist auch Vorbild für andere Branchen, entschieden gegen die Abwälzung der Krisenlasten auf die Massen zu kämpfen.

 

In dieser Situation meldet sich der Fraktionschef der Linkspartei im Bundestag, Dietmar Bartsch, zu Wort und erklärt gegenüber der Nachrichtenagentur dpa allen Ernstes: „Ein dritter Streik wäre komplett unzumutbar. Der Ball liegt jetzt bei der Bundesregierung. Die Bundeskanzlerin muss den Streik verhindern und den Bahnkonzern anweisen, die Forderungen zu erfüllen.“

 

Wie bitte?? „Unzumutbar“ sind die Lohn- und Arbeitsbedingungen der DB-Beschäftigten! „Unzumutbar“ ist die die Ausbeutung der Arbeiter und Arbeiterinnen in den rund 200 internationalen Unternehmen des DB-Logistikkonzerns, um Maximalprofite zu erzielen! Und „komplett unzumutbar“ ist ein Gesellschaftssystem, das auf Ausbeutung und Unterdrückung der Bevölkerung beruht, wo aus Profitgründen unsere Umwelt mutwillig zerstört wird.

 

Bartsch fällt den Streikenden mit Appellen an die Bundeskanzlerin in den Rücken! Er verbreitet Illusionen, wenn er praktisch vertritt, die Bürger hätten ein Recht auf einen „funktionierenden, sorgenden Staat“: „Allein schon aus Pandemiegründen muss dieses Theater beendet werden.“ Aber weder Angela Merkel noch Andi Scheuer als Bundesverkehrsminister werden diese Klassenauseinandersetzung schlichten. Entscheidend ist die Ausdauer der Streikenden, der Kampf um die Einheit der Arbeiter- und Gewerkschaftseinheit von unten, die Entwicklung der Gewerkschaften als Kampforganisation und einer breiten Solidarität.

 

Die Wählerinitiative in Berlin wird die Solidarität mit den Streikenden ganz praktisch mit ihrer Mobilisierung und Teilnahme an der Kundgebung der GDL organisieren (am Montag 6.9.21, 14.00 Uhr Hauptbahnhof), dort auch mit Interessierten über das Wahlprogramm der Internationalistischen Liste/MLPD diskutieren und Mitstreiter für die Wählerinitiative gewinnen. Die bereits am 17.8.21 verteilte Solidaritätserklärung der MLPD zur GDL-Kundgebung am DB-Zentrum Potsdamer Platz stieß auf lebhaftes Interesse, die Verbindungen werden wir ausbauen.

 

GDL-Kundgebungstermine:

 

  • Montag, 6.9.2021
    GDL-Bezirk Mitteldeutschland
    10 Uhr Magdeburg Hauptbahnhof
    mit Claus Weselsky
  • Montag, 6.9.2021
    GDL-Bezirk Süd-West
    14 Uhr Karlsruhe
    Ab 13.30 Uhr Demonstrationszug vom Schloss zum Marktplatz
    mit Norbert Quitter
  • Montag, 6.9.2021
    GDL-Bezirk Hessen-Thüringen-Mittelrhein
    12 Uhr Frankfurt Hauptbahnhof
    mit Lutz Schreiber
  • Montag, 6.9.2021
    GDL-Bezirk Nord-Ost
    14 Uhr Berlin-Hbf
    mit Claus Weselsky