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Bosch-Kollegen: "Wir werden kämpfen" - Gemeinsame Demonstration mit Umweltaktivisten

Die Belegschaft bei Bosch wehrt sich gegen die geplante Schließung des Werks im Münchner Stadtteil Berg-am-Laim unter dem Vorwand des Klimaschutzes durch E-Mobilität.

Korrespondenz
Bosch-Kollegen: "Wir werden kämpfen" - Gemeinsame Demonstration mit Umweltaktivisten

Im Werk produzieren rund 250 Kolleginnen und Kollegen Ventile und Pumpen für Verbrennermotoren. In Wahrheit will Bosch die Produktion in größere Werke nach Brasilien und China verlagern, um dort im weltweiten Konkurrenzkampf profitabler zu produzieren. Für den Maximalprofit von Bosch soll 250 Beschäftigte und ihren Familien die Existenzgrundlage genommen werden!

 

Die Kolleginnen und Kollegen sind besonders sauer, weil sie seit 12 Jahren auf Teile des Lohnes und des Weihnachtsgeldes verzichtet haben – gegen das Versprechen, auch in Zukunft dort arbeiten zu können. Das zeigt wieder einmal: Verzicht sichert keine Arbeitsplätze – das geht nur durch den Kampf der Arbeiter. Für Arbeitsplätze und Umweltschutz. Eine neue Erscheinung ist, dass Klimaaktivisten die Kollegen besucht haben und eine gemeinsame Demonstration am 3. September organisierten. Das Motto: „Es geht um unsere Zukunft“ - zum einen um den Erhalt der Arbeits- und Ausbildungsplätze, zum zweiten um Erhalt des Werkes und der gut ausgebildeten Belegschaft.

 

An der Demonstration beteiligten sich knapp 100 meist jugendliche Klimaaktivisten, Vertreter linker Organisationen – darunter der MLPD – und eine kleine Delegation von Bosch-Kollegen. Die Vertreter der Belegschaft bedankten sich ausdrücklich für die Solidarität und wollen sie vertiefen. „Wir könnten auch klimafreundlich produzieren“ sagte der Betriebsratsvorsitzende Giuseppe Ciccone von der IG Metall auf der Kundgebung. Dafür will er kämpfen – allerdings im Rahmen des geltenden sehr eingeschränkten Streikrechts.

 

Andere Bosch-Kollegen: „Es geht um den Erhalt der Arbeitsplätze, vor allem für die nächste Generation. Bei Bosch gibt es eine gute Ausbildung, die wollen wir erhalten. Dafür kämpfen wir." Oder: „Es geht um die Zukunft – dafür kämpfen ich bis zur letzten Kraft!“ Er meinte: "Die Arbeiter sind kampfbereit, aber die Angestellten im Büro sind noch nicht dabei“.

 

Bezeichnend war, dass die Kollegen vom notwendigen Kampf der Arbeiterklasse gegen die Kapitalisten sprachen. Darum finden sie auch den Streik der Lokführer richtig, er geht im Kern um das selbe! Gleichzeitig hoffen sie auf Vorschläge der IG Metall auf Konzepte zur „Transformation“ der Produktion – darüber muss die Diskussion weiter geführt werden, auch am Tor mit den Kollegen.

 

Ein gemeinsamer Kampf um die 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich und ein allseitiges und vollständiges gesetzliches Streikrecht gibt dem Kampf um Erhalt der Arbeits- und Ausbildungsplätze eine klare Richtung. Und es gilt, eine Zusammenarbeit zu entwickeln um das Übel an der Wurzel Kapitalismus zu packen.