Gefährliche Winkelzüge

Gefährliche Winkelzüge

Corona-Pandemie: Hospitalisierungsinzidenz reicht als Maßstab nicht aus

Vorgestern beschloss der Deutsche Bundestag, dass künftig die Entwicklung der Corona-Pandemie anhand der sogenannten Haspitalisierungsinzidenz gemessen wird. Wie bisher die Anzahl der neu mit dem Coronavirus Infizierten in den vergangenen sieben Tagen ins Verhältnis zu 100.000 Einwohnern gesetzt wurde, wird das jetzt mit den in eine Klinik eingelieferten Erkrankten gemacht.

Günter Wagner / Rote Fahne

Das wird Hospitalisierungsinzidenz genannt.Tatsächlich verlaufen die beiden Kurven, die Entwicklung der Infizierten-Inzidenz und die der Hospitalisierungs-Inzidenz nicht mehr weitgehend parallel wie vor dem Aufschwung der Impfkampagne. Da die Impfungen sehr gut vor schwerem Krankheitsverlauf und tödlichem Ausgang der Erkrankung schützen, kommen viel weniger Menschen in ein Krankenhaus. Das nimmt der Bundestag zum Vorwand, die Inzidenz der Neuinfektionen einfach als Maßstab abzuschaffen. Das bedeutet, dass notwendige Maßnahmen der tatsächlichen Entwicklung auf jeden Fall zwei bis drei Wochen hinterherhinken!

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Günter Wagner, Gelsenkirchner Allgemeinarzt und Mitautor des Buches "Covid-19 - neuartig, gefährlich, besiegbar!" sagt im Gespräch mit Rote Fahne News: "Wir waren nie gegen Erfassung und Bewertung der Zahlen der hospitalisierten und der invasiv Beatmeten und deren Veränderung, Dynamik. Diese Zahlen sind wichtig zur Bewertung der Schwere der Verläufe und der Altersverteilung. Zurzeit sind 90 Prozent der Hospitalisierten nicht geimpft. Wir sind allerdings dagegen, dass die Inzidenz der Neuinfektionen nicht mehr herangezogen wird zur Beurteilung der Entwicklung der Pandemie. Das ist verantwortungslos und gefährlich. Es ist so, dass mit der Inzidenz die ganzen Lockerungen nicht begründet werden können. Oder umgekehrt: früher führten solche Inzidenz-Zahlen zu erheblichen Einschränkungen. Jetzt bleibt es wieder jedem Bundesland überlassen, ab welcher Inzidenz, jetzt der Hospitalisierungsinzidenz, Maßnahmen ergriffen werden und welche.

 

Günter Wagner weiter: "Es folgt der Forderung der Monopole - die Pandemie ist zu Ende, man muss mit Neuinfektionen und Toten leben, die Produktion darf nicht eingeschränkt werden. Das gibt den Corona-Leugnern und Impfgegnern Spielraum, Impfungen gehen zurück. Es folgt auch der Profitlogik. Mit der Schließung von vielen Krankenhäusern folgt eine Konzentration auf die profitabelsten, die den großen Konzernen gehören. Die Vorhaltung von Intensivbetten hat diesen Konzernen schon im letzten Jahr sehr viel Profit eingebracht. An der Inzidenz der Neuinfektionen muss fest gehalten werden. Diese muss herangezogen werden für notwendige Maßnahmen, gegebenenfalls auch zu einem konsequenten, konzentrierten Lockdown auf Kosten der Monopole, wie wir das im Frühjahr 2021 gefordert haben."