Montagsdemo Saarbrücken

Montagsdemo Saarbrücken

Internationalistische Liste / MLPD stellt sich vor

Zur Kandidatenbefragung hatte die 487. Montagsdemo 12 von 15 Parteien eingeladen, die im Saarland zur Bundestagswahl antreten. ... Zugesagt hatten die Kandidatinnen und Kandidaten der Internationalistischen Liste / MLPD. … Weil die meisten Menschen die meilenweite Abgehobenheit der Politiker von den sogenannten kleinen Leuten dermaßen satt haben, war ein Kernpunkt die Frage nach dem Lebensstil.

Von Sabine Fricker

Etwa des Direktkandidaten Rolf Tickert und nach seiner Verbundenheit mit dem Leben und den Kämpfen der ArbeiterInnen, der Arbeitslosen usw: „Ich bin Rentner, habe bisher als Chirurg gearbeitet. Ich lebe mitten in Malstatt in einer Mietwohnung – nicht irgendwo in einer schicken Villa. Wie alle Kandidateinnen und Kandidaten unserer Liste behalte ich keinen Cent aus meiner politischen Arbeit persönlich, keine Privilegien. Seit 40 Jahren engagiere ich mich für die Arbeiterbewegung, weil ich erkannt habe, dass es kein schöneres und reicheres Leben gibt als sich für eine befreite Gesellschaft, ich nenne das Sozialismus, einzusetzen“. ...

 

Interessant war auch, dass der Wahlkampf dieser Liste auf Tiefgang achtet. Ein anderer Kandidat, Dieter Schwang, empfahl ein brandaktuelles Buch zur „Krise der bürgerlichen Ideologie“ – „weil wir heute Durchblick und einen inneren Kompass brauchen gegen diesen ganzen herrschenden Egoismus, zu dem wir verleitet werden und gegen den Antikommunismus, der den Blick darauf verstellt, dass es eine Ideologie der Befreiung braucht.“

 

„Warum überhaupt wählen gehen?“ „Kann man eine linke Partei wählen, die vom Verfassungsschutz beobachtet wird“? waren weitere Fragen. „Weil das Wahlrecht hart erkämpft wurde und ein wichtiges Recht bedeutet, das man nicht wegwerfen darf, auch wenn Gesetze und Verordnungen wie ‚abgestufte Chancengleichheit‘ beim Plakatieren usw. uns das Leben nicht gerade leicht machen, mal ganz abgesehen von den großen Medien, für die wir nicht existieren. Zum Verfassungsschutz: „Der wurde nach der Hitler-Diktatur mit Vertretern eben dieser Diktatur aufgebaut und ist bis heute sehr aktiv gegen alle fortschrittlichen Organisationen – dagegen blind auf dem rechten Auge. Dieser Inlandsgeheimdienst muss aufgelöst werden.“

 

Viele weitere Beiträge zum Streik der Lokführer, zu den Renten, zur Kriegsministerin Kramp-Karrenbauer wurden gehalten, selbstbewusste Frauen, Migranten, ältere Leute ergriffen das Wort am offenen Mikro.