Veranstaltung mit Stefan Engel in Coburg

Veranstaltung mit Stefan Engel in Coburg

Ohne weltanschaulichen Kampf kann man die Wahrheit nicht erkennen!

"Ohne weltanschaulichen Kampf kann man die Wahrheit nicht erkennen!" So ein junger afghanischer Teilnehmer der Veranstaltung mit Stefan Engel zu seinem neuen Buch „Die Krise der bürgerlichen Ideologie und des Antikommunismus“ am 6. September 2021 in Coburg. 24 Teilnehmerinnen und Teilnehmer verfolgten die Vorstellung und die spannende Diskussion bis in den späten Abend.

Von jr
Ohne weltanschaulichen Kampf kann man die Wahrheit nicht erkennen!
Lebendige Diskussionen bis spät in den Abend (rf-foto)

Stefan Engel gab zu Beginn einen Überblick über die Arbeit an dieser Buchreihe, die keineswegs mit diesem ersten Band abgeschlossen ist. Sehr lebendig zeigte er auf, dass der Antikommunismus zwar eines der Haupthindernisse in der Zuwendung der Menschen zur MLPD ist, dass er aber auch in der Defensive ist. Das Fertigwerden mit dem Antikommunismus ist eine Schlüsselfrage in der Bewusstseinsbildung der Massen. Doch bei aller Verwirrung, die der Antikommunismus erzeugt, so kann er doch nicht die Gesetzmäßigkeiten der kapitalistischen Gesellschaft außer Kraft setzen. Der Klassenkampf der Arbeiter, die Rebellion der Jugend, der Volkswiderstand machen ihm immer wieder einen Strich durch die Rechnung. Stefan Engel machte in seinem Vortrag recht lebendig, wie der Antikommunismus gerade auf fortschrittliche Entwicklungen, aber auch auf den zunehmenden Einfluss der MLPD reagiert.

 

Das war ein guter Ausgangspunkt für eine interessante und lebendige Diskussion. So stellte ein Teilnehmer aus Afghanistan große Übereinstimmung mit seiner Überlegungen und Studien zum menschlichen Gehirn vor. Er bedankte sich ausdrücklich bei Stefan Engel. Ohne die aufgeworfenen Fragen zu klären, kann man nicht die Wahrheit erkennen, meinte er. Er hatte in diesem Zusammenhang auch Kritik, wie diese Frage in der Sowjetunion behandelt wurde. Stefan ging ausführlich darauf ein, wie Lenin mit diesen Fragen am Vorabend der Oktoberrevolution umging. In seinem Werk "Materialismus und Empiriokritizismus" setze er sich mit der Versöhnung zwischen Materialismus und Idealismus auseinander. Mit zahlreichen Auffassungen, die aufgrund neuer Entwicklungen den Marxismus für überholt erklärten. Damit wurde eine festes weltanschauliches Fundament für die bevorstehende Revolution gelegt. Stefan Engel arbeitet aber auch die Versäumnisse im weltanschaulichen Kampf in der Ära nach Lenin heraus, die es dem Revisionismus ermöglichten, sich auszubreiten.

 

Ein anderer Kollege meinte, wir sollten uns doch so ausdrücken, dass es die einfachen Leute verstehen und nicht so mit Begriffen rumwerfen. Unsere Begriffe verstehen die Leute nicht. Das ist nicht ihre Sprache. Er bezog sich dabei auch auf das Buch. Stefan und mehrere Teilnehmer gingen darauf ein. Stefan meinte u.a., es sei kein Wunder, dass viele Arbeiter bestimmte Begriffe nicht verstehen. So wurde jahrzehntelang der Begriff Arbeiter durch Arbeitnehmer ersetzt, der Begriff Kapitalist durch Unternehmer. Wir haben uns diesen die Wirklichkeit der Ausbeutung und Unterdrückung verschleiernden Sprachregelung nie angepasst. Heute sind das wieder gebräuchliche Begriffe.

 

Die Begrifflichkeit ist sehr wichtig. So trifft der Begriff Monopolkapital nicht mehr das, was sich heute herausgebildet hat: Das internationale Finanzkapital. Das hat auch Bedeutung dafür, wie ein Streik, heute geführt wird. Wer mein Gegner ist. Der Kampf um die richtige Begrifflichkeit ist ein weltanschaulicher Kampf. Stefan Engel meinte, dass man natürlich unterscheiden müsse zwischen einer solchen Veranstaltung und der Massenagitation. Die Rote Fahne muss die Menschen heranführen an unsere Grundlagen. Ein Magazin ist etwas anderes als ein theoretisches Organ. Manche Artikel der Roten Fahne argumentieren zu wenig und beachten zu wenig die Sprach- und Lesegewohnheiten der Massen. Manchmal wird dort eher zur Phrase gegriffen, als zu argumentieren. Es ist für Arbeiter wichtig, sich mit weltanschaulichen Fragen auseinanderzusetzen.

 

Deshalb werde das Buch auch am Tor oder bei Straßenumzügen verkauft. Eine solche weltanschauliche Auseinandersetzung ist natürlich schwere Kost und ein Großteil der Arbeit der Redaktion Revolutionärer Weg werde darauf verwandt, die schwer verständlichen Texte und Auffassungen der bürgerlichen Weltanschauung verständlich zu machen. Er forderte den Kollegen auf, ihm Vorschläge zu machen, wie man die Ausführungen in dem Buch verständlicher machen könne, ohne dass es verwässert wird. Hier könne eine fruchtbare Zusammenarbeit beginnen.

 

Mit 121,40 € an Spenden wurde mit dieser Veranstaltung auch ein finanzieller Beitrag für unsere theoretische Arbeit geleistet.