Herrenberg

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Und auf einmal konnte der Antifaschist doch auf den Marktplatz!

Am Samstag, dem 4. September, war das rechte Spitzenpersonal der AfD zum Wahlkampfauftritt in Herrenberg bei Sindelfingen. Begleitet vom lauten Protest waren Weidel, Frohnmaier und Marc Jongen auf dem Marktplatz, mit wenig Zuhörern.

Korrespondenz

Ich wurde Augenzeuge eines mutigen spontanen Auftritts eines älteren Mann aus der Stadt, der bei der Gegenkundgebung das Wort ergriff. Es war ein 70-jähriger Bürger, Daimler-Rentner und IG-Metall-Kollege, der klar sagte: Wer blau (AfD) wählt und aktiv bei denen dabei ist, biegt ganz scharf braun rechts ab. Und er sei beschämt, dass in seinem Herrenberg so ein Auftritt der AfD stattfindet, und er müsse als Antifaschist und Gewerkschafter seine Stimme dagegen erheben und niemals schweigen.

 

Sehr viel Beifall bekam der Mann. Doch danach ein Zwischenfall, der empörend war. Der Herr wollte auf den freien Marktplatz zu einer Eisdiele 50 Meter entfernt und zu den ortsansässigen Pressevertretern. Dies wurde ihm von einer Polizistin der massiv vertretenen Landesbereitschaftspolizei verboten. Der Kollege protestierte laut und massiv dagegen. Er wollte von der Beamtin die rechtliche Grundlage dafür wissen, dass er als Bürger nicht auf seinen Marktplatz dürfe. Die Begründung: er gehöre zur linken Gegenkundgebung.

 

Schließlich zitierte der ältere Kollege den Einsatzleiter der Polizei herbei, protestierte gegen das Verbot, den Marktplatz betreten zu dürfen, und wollte die rechtliche Grundlage dafür wissen. Hoppla, auf einmal durfte der Herr zur Eisdiele.

 

Das Eis schmeckte ihm sichtlich und er schob die Sahne mit einem nochmaligen Redebeitrag bei der Gegenkundgebung nach, in dem er den willkürlichen undemokratischen Auftritt der Polizei anprangerte und zum aktiven Widerstand gegen faschistische Umtriebe aufrief.