Kandidaten befragen

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„Abgeordnetenwatch“ vielfältig nutzbar

Vor allem in Wahlkampfzeiten erfreut sich die Online-Plattform „Abgeordnetenwatch“ großer Beliebtheit. Der englische Begriff „Watch“ steht für Beobachten.

Von jw

Nutzerinnen und Nutzer können dort allen Kandidatinnen und Kandidaten Fragen stellen, unter Beachtung bestimmter Regeln der Streitkultur. Alle Kandidaten haben zudem die Möglichkeit, im sogenannten Kandidatencheck zu 24 Fragen Stellung zu nehmen. Das lässt sich gut nutzen, um herauszufinden, wie die konkreten Kandidaten ticken. So erfuhren wir, dass die Gladbecker Kandidatin der Grünen, Kim Wiesweg, sich nicht gegen die Steigereung der Rüstungsausgaben auf das 2-Prozent-Ziel der NATO ausgesprochen hat. Und „eine breit und gute aufgestellte NATO“ für „unverzichtbar“ hält. Pazifismus bei den Grünen war gestern – heute sind sie NATO-Partei. Solche konkreten Zitate lassen sich gut in Kurzreden und mündlicher Überzeugungsarbeit verwenden.

 

In Leipzig fiel auf, dass allem Anschein nach Wahlhelfer der CDU, aber vor allem von „Die Partei“, Plakate der MLPD zerstört hatten - durch rücksichtsloses Anbringen eigener Plakate. Prompt wurden die betreffenden Direktkandidaten, Jens Lehmann (CDU) und Thomas Kumbernuß („Die Partei“) gefragt, was sie von solchen Praktiken halten. Zumindest Jens Lehmann distanzierte sich von solchen Methoden.

 

Sehr gespannt kann man auch sein, wie sich der Gelsenkirchener FDP-Kandidat Marco Buschmann äußert. Er wird bei einer Regierungsbeteiligung als FDP-Minister gehandelt. Nun wurde er gefragt, ob er weiter gegen kommunistische Denkmäler in Gelsenkirchen vorgehen will. Im Kommunal-Wahlkampf plakatierte seine FDP noch „Lenin raus aus Horst!“ Ob er kapituliert habe oder ob ein Nachfolgeplakat gegen die ebenfalls in Gelsenkirchen geplante Marx-Statue zu erwarten ist?