Militärputsch in Guinea–Conakry

Militärputsch in Guinea–Conakry

Wachsende Probleme der Imperialisten

Ein Militärputsch in Guinea Conakry / Westafrika hat Anfang September den Präsidenten Alpha Condé gestürzt.

Korrespondenz aus Paris

Dieser hatte seine Amtszeit verfassungswidrig ein drittes Mal verlängert. Seit Monaten war die Situation im Land zusätzlich durch eine Ebola-Epidemie und Staatsstreiche in der Region (Mali, Tschad) äußerst angespannt. Es herrscht eine politische Krise. Massendemonstrationen waren von der Condé-Regierung und der Armee blutig nieder geschlagen und die Presse zensiert worden. Die Militärs verkündeten nach dem Putsch eine Ausgangssperre und das Aussetzen aller Institutionen.

 

Frankreich und andere imperialistische Staaten unterstützten die Condé-Regierung in Guinea militärisch, finanziell und politisch. Außerdem beteiligt sich Frankreich aktiv an der Ausbildung von Streitkräften verschiedener Staaten Westafrikas. Doch der Putsch trägt zu einer weiteren allgemeinen Destabilisierung dieser, für den französischen Imperialismus so wichtigen, Region bei.

 

Er hat auch Einfluss auf dem internationalen imperialistischen Schachbrett: Guinea besitzt die hauptsächlichen Welt-Bauxit-Reserven zur Aluminiumherstellung, die internationale Monopole in Europa, China und den USA importieren! Der Börsenpreis schnellte nach dem Putsch in schwindelnde Höhen.

 

Ein Teil der Bevölkerung soll den Putsch begrüßt haben. Eine Änderung der seit langem unerträglichen Situation wird sehnlich herbeigewünscht. Doch die neuen Machthaber stehen selbst den Imperialisten und ihren Institutionen nahe - das verspricht keine Besserung der Lage. Die breite antiimperialistische Selbstorganisation der Volksmassen ist die einzige Perspektive um eine grundlegende Änderung der Politik herbeizuführen.

 

Unsere internationalistische Solidarität gegenüber den Arbeitern, Frauen und der Jugend Guineas ist notwendig. Keine ausländische Einmischung – für das Selbstbestimmungsrecht der Völker!