Straßenumzug in Stoppenberg mit Gabi Fechtner

Straßenumzug in Stoppenberg mit Gabi Fechtner

Wir haben uns in der Polarisierung gut geschlagen!

Unser Straßenumzug mit der Direktkandidatin im Essener Norden, Gabi Fechtner, war schön und erfolgreich – aber auch polarisiert.

Korrespondenz
Wir haben uns in der Polarisierung gut geschlagen!
Gabi Fechtner im Wahlkampf in Essen (rf-foto)

Die einen freuen sich, dass die Vorsitzende der MLPD in ihrem Vorgarten steht und sie jetzt endlich ihre Fragen direkt loswerden können: „Was ist der Unterschied zur Linkspartei?“ „Sieht die MLPD die DDR als Unrechtsstaat an?“ Am Ende des Gesprächs überbieten sich die beiden Nachbarn in ihren Spenden – nachdem der eine fünf Euro gegeben hat, gibt der andere zehn Euro. Und wir sollen sie weiter informieren und einladen, auch nach dem Wahlkampf.

 

Das Buch „Die Krise der bürgerlichen Ideologie und des Antikommunismus“ ist in jedem Gespräch und in unseren Durchsagen Thema. Wir dürfen nicht locker lassen oder uns von einzelnen reaktionären Schreihälsen abschrecken lassen. Am Ende haben wir uns in dieser Polarisierung gut geschlagen und viel gelernt – offensiv jeden anzusprechen, dran zu bleiben und nachzusetzen, aber auch, dass man früh genug unterwegs sein muss, damit gerade Familien mit Kindern und Kollegen, die früh raus müssen, sich nicht unnötig gestört fühlen.

 

Bei unserem Straßenumzug in der Woche zuvor war die Polizei noch mit einem ganzen Mannschaftswagen angerückt. Solche Umzüge und auch der Lautsprechereinsatz müssen im Wahlkampf nicht angemeldet werden und wir hatten trotzdem vorab das Ordnungsamt informiert. Die Polizisten telefonierten daraufhin fast eine halbe Stunde. Wir ließen natürlich im Einsatz nicht nach, es gab Kurzreden und Gesang, wir gingen in die Häuser usw. Schließlich verstiegen sich die Polizisten dazu, dass sie jetzt die Personalien von jedem der Teilnehmer haben wollten – es läge der Anfangsverdacht einer Straftat vor.

 

Große Freude hatten gerade auch neue Teilnehmer an unserem Umzug und auch die Anwohner dann an der Reaktion von Gabi Fechtner: Sie attackierte die antikommunistisch motivierte Repression am offenen Mikrofon – und stellte fest: Da unsere Einsatzzeit eh rum ist, ist auch keine Personalienfeststellung nötig, denn wir gehen jetzt alle nach Hause. Den verdutzten Polizisten blieb nur, patzig zu rufen: „Wir wissen eh, wer Sie sind.“