Morgen Stahlaktionstag in Salzgitter

Morgen Stahlaktionstag in Salzgitter

Arbeiter für Umweltschutz und Arbeitsplätze statt für Greenwashing der Stahlkonzerne!

Morgen, am 22. September 2021, führt die IG Metall Salzgitter einen Aktions- und Streiktag am Stahlkonzern Salzgitter durch. Mit drei Demozügen um 5 vor 12:00 Uhr zu einer Kundgebung an Tor 1. Das Motto ist „Unser Herz aus Stahl hat eine grüne Zukunft“ und „Macht die Bundestagswahl zu einer Richtungsentscheidung“.

Von Landesleitung NRW der MLPD
Arbeiter für Umweltschutz und Arbeitsplätze statt für Greenwashing der Stahlkonzerne!
(foto: skeeze / pixabay / CC0)

Viele Stahlarbeiter sind für eine Umstellung auf eine CO2-arme Stahlproduktion, z.B. durch das Direktreduktionsverfahren mit Wasserstoff. Dafür setzen sich die MLPD und ihre Betriebsgruppen seit Jahren ein. Über zehn Jahre fordern sie schon den Bau von Direktreduktionsanlagen. Es ist genau richtig, dass die IG Metall zu kämpferischen Aktionen aufruft. Notwendig ist jedoch, dass dies  auf Kosten der Profite geschieht und nicht auf Kosten der Gesellschaft, was dann wieder den Arbeiterfamilien aufgebürdet würde.

 

Die IG-Metall-Führung fordert zusammen mit den Stahlkonzernen, dass der Staat einen Teil der notwendigen Investitionskosten übernimmt. Sie fordern einen Fonds über 10 Milliarden Euro für die Stahlkonzerne. Finanziert aus den Steuergeldern der Arbeiter und der breiten Bevölkerung. Wie schon bei den kostenlosen CO2-Emissionszertifikaten, besser gesagt „Luftverschmutzungsrechten“, die auch weiterhin frei sein sollen für die Konzerne. Während die Masse das alles u.a. über eine CO2-Steuer finanzieren soll. Das freut die Konzerne, die sich alle als die „Umweltschützer“ darstellen, die wollen, aber nicht können - wegen der Kosten.

 

Mitten in diesem Bundestagswahlkampf gibt es bemerkenswerte Kämpfe der Arbeiter. Die bürgerlichen Parteien und alle Kanzlerkandidaten geben sich ein grünes Image und sind sich darin einig, dass sie einen Pakt mit der Industrie abschließen wollen. Dabei geht es weder ihnen noch den Konzernen um Arbeitsplätze. Thyssenkrupp vernichtet gerade über 3.700 Arbeitsplätze im Stahlbereich, ohne auch nur einen Handschlag im Umbau von Anlagen auf grünen Stahl. Jetzt soll am Donnerstag auch noch Olaf Scholz seinen Auftritt bei thyssenkrupp haben! Die Pläne der Stahlkonzerne müssen angegriffen werden. Wir brauchen eine Politik für Arbeiter statt für Milliardäre. Dies fordert Peter Römmele, Stahlarbeiter und Direktkandidat für die Internationalistische Liste/MLPD.

 

Ein Großteil der Pläne von thyssenkrupp sind Greenwashing. Sie wollen Wasserstoff aus Erdgas gewinnen und das anfallende CO2 soll dann unter der Nordsee verpresst werden. Damit wird eine neue Umweltkatastrophe vorbereitet. Auch will thyssenkrupp sich weiterhin viel Zeit lassen zum Bau der Direktreduktionsanlagen. 2025 soll eine Anlage gebaut und in Betrieb genommen werden. Notwendig sind aber mindestens vier solcher Anlagen. Bis 2045 soll mit der umweltschädlichen klassischen Hochofentechnologie weitergemacht werden. Angesichts des beschleunigten Umschlags der Umweltkrise in eine gobale Umweltkatastrophe ein Verbrechen an Mensch und Natur!

 

Lassen wir uns nicht für die Interessen der Stahlkonzerne missbrauchen! Notwendig ist der Kampf für Arbeitsplätze und Umweltschutz auf Kosten der Monopolprofite. Dann ist auch Schluss mit der vielbeschworenen Einheit zwischen Stahlarbeitern und Stahlkonzernen.

 

 

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