Berlin: Stundenlanger Demo-Zug

Berlin: Stundenlanger Demo-Zug

Das Problem heißt Kapitalismus!

Wir konnten sie natürlich nicht zählen – aber dass es viele Zehntausende waren, das war offensichtlich! Die Polizei meldet 50.000, Fridays for Future 100.000.

Von Korrespondenten
Das Problem heißt Kapitalismus!
(rf-foto)

Zweieinhalb Stunden zog der riesige Demozug vom Reichstag aus an uns vorbei. Genossen von MLPD und Mitglieder im InterBündnis waren stundenlang im Einsatz. Darunter die Umweltgewerkschaft mit einem viel beachteten und fotografierten angriffslustigen Transparent von Siemens-Energy-Kollegen.

 

Die antikapitalistische Stimmung kam in fast allen Gesprächen und vielen Transparenten und Schildern zum Ausdruck. „Das Problem heißt Kapitalismus!“, „System verändern oder untergehen“, „Antikapitalistischer Klimakampf“, oder auch ganz derb „Der Markt wird einen Scheiß regeln!“. Viele haben - zugleich und trotzdem - noch „irgendwie“ eine Hoffnung, dass die Wahl etwas in Richtung echtem Klimaschutz ändern wird, und sei es auch nur ein bisschen. Und dass die Umweltzerstörung der Konzerne durch „eine andere Politik“ dann sozusagen gezügelt werden könnte.

 

Drei Besonderheiten waren darüberhinaus besonders augenfällig: Der gewachsene Anteil älterer Demonstranten, alle Altersklassen waren vertreten, das (fast) völlige Fehlen gewerkschaftlicher und betrieblicher Delegationen, und die - nach wie vor - meist sehr einseitige Fokussierung auf die Klimafrage. Und wieder mehrfache antikommunistisch motivierte Ausgrenzungsversuche gegenüber der Internationalistischen Liste / MLPD unter dem Motto „ Keine Parteien“ . Bemerkenswert: auch die Ordner und Ordnerinnen waren nicht alle unbedingt für dieses undemokratische Vorgehen und unseren Argumenten durchaus zugänglich - aber sie hatten die Ausrichtung eines angeblichen "Demokonsens“. Sie hatten keine Ahnung, dass es auf öffentlichen Straßen kein „Hausrecht“ des Veranstalters gibt.

 

Letztlich sind wir bis zum Schluss mit Fahnen, Flyern, Lautsprecher mitgegangen. Und siehe da - unterwegs sah man so manches Parteisymbol: von Linkspartei, über SDAJ, Grüne Jugend, Klimaliste ... Hunderte verteilte Rebellflyer zum Klimastreiktag, Wahlzeitungen und Wahlprogramme mit der aufgeschlagenen Seite 25: „ Konsequenter Umweltkampf- nur gesellschaftsverändernd!“ trafen die antikapitalistische Stimmung sehr gut.