Livestream nach dem Wahlspot

Livestream nach dem Wahlspot

Kompetente, faktenreiche und leidenschaftliche Antworten

Gestern nach der Ausstrahlung des Wahlspots der MLPD im ARD-Fernsehen gab es auf "Rote Fahne News" den Livestream „1000 Fragen – wir antworten! Eine Sozialismus-Diskussion mit Gabi Fechtner und Fritz Ullmann.“ Selbstverständlich kann man ihn auch weiterhin anschauen.

Von Rote Fahne Redaktion

Polemisch, überzeugend, fundiert, das waren die Beiträge von Gabi Fechtner, Spitzenkandidatin der Internationalistischen Liste / MLPD und Parteivorsitzende der MLPD, sowie von Fritz Ullmann vom Spitzenteam der Internationalistischen Liste / MLPD, der die Mitgliedsorganisation des Internationalistischen Bündnisses, Linkes Forum, vertritt. Moderiert von Peter Römmele, Landesvorsitzender der MLPD Nordrhein-Westfalen, wurden die Fragen der User diskutiert und beantwortet.

 

So führte Gabi Fechtner zum Beispiel auf die Frage: „Wie garantiert die MLPD, dass sich Fehler aus den ehemaligen sozialistischen Ländern nicht wiederholen?" aus: „Das ist eine Frage, die uns sehr oft gestellt wird. Es ist nicht einfach Antikommunismus, wenn uns jemand fragt, wie wir das beurteilen. Und es ist natürlich an uns, überzeugende Antworten zu geben. Es hat schon zu einer Grundlage der Gründung der MLPD gehört hat: Dass wir nachweisen, dass die alte kommunistische Partei, also die KPD - später die DKP als Nachfolgeorganisation - den Sozialismus als Ziel verraten hat und auch als marxistisch-leninistische Partei entartet ist.

 

Und wir haben von Anfang an – das hat Willi Dickhut (MItbegründer und Vordenker der MLPD) ganz intensiv gemacht – untersucht, wie es zu diesem Verrat überhaupt kommen konnte. Es gibt eine Buchreihe, das ist der REVOLUTIONÄRE WEG – das theoretische Organ der MLPD, mit dem wir alle Fragen, die sich aktuell stellen, vom Standpunkt des Marxismus-Leninismus untersuchen.

 

Dort haben wir das gründlich, mit vielen Quellen aus der ehemaligen Sowjetunion, analysiert und wir haben unsere Schlussfolgerungen gezogen. Wir haben von Anfang an gesagt, dass eine Partei neuen Typs auch Antworten darauf geben muss. Auch in unserem Parteiprogramm haben wir Schlussfolgerungen gezogen, wie wir die Partei aufbauen. Dazu gehören bestimmte Prinzipien. Zum Beispiel das Parteimaximum. Wir haben von Anfang an gesagt, dass niemand aus seiner Funktion persönlichen Profit ziehen darf. Bei uns wird der durchschnittliche Arbeiterlohn errechnet, den dann die Parteivorsitzende wie auch der Pförtner erhalten.“

 

Weiter sagte sie: „Wir haben dann auch ganz stark das Problem der Denkweise betont. Das ist bei uns alltägliches Thema: Mit welcher Denkweise geht irgendjemand an seine Funktion und seine tägliche Arbeit heran? Das war ja das, was letztlich den Sozialismus zerstörte: Dass eine Schicht von Bürokraten und Karrieristen angefangen hat, wieder eine kleinbürgerliche Denkweise zu entwickeln und dann ihre Funktion in Staat, Wirtschaft und Politik nicht mehr uneigennützig für den Aufbau des Sozialismus eingesetzt hat.

 

Es waren ja hervorragende Anfänge, in deren Rahmen vieles in der DDR anfangs geleistet wurde. Man denke nur an die Entnazifizierung. Davon kann man in der BRD ja gar nicht sprechen. Aber die Denkweise hat sich dann geändert. Das führte dann dahin, dass eine neue bürokratisch-kapitalistische Schicht die Macht übernommen hat.

 

Deshalb legen wir sehr großen Wert auf die Denkweise, mit der jemand seine Arbeit macht. In hohen Funktionen ist es so, dass wir als Mitglieder des Zentralkomitees regelmäßig Rechenschaft über unsere Arbeit ablegen. Es gibt aber auch eine Kontrolle von unten, in deren Rahmen die Mitglieder einmal im Jahr die Mitglieder des Zentralkomitees beurteilen: Wie machen die ihre Arbeit? Stehen sie auch zu unseren Inhalten? Außerdem haben wir auch eine Kontrolle von oben. Es ist auch wichtig, dass es eine unabhängige Kontrollkommission gibt. Sie ist nicht dem Zentralkomitee unterstellt, sondern kontrolliert die Leitung. Und natürlich darf man auch die Selbstkontrolle nicht vergessen: Dass man sich ständig selber kontrolliert, aus welchem Motiv man seine Arbeit macht. Dass man so etwas braucht, kennt vermutlich jeder aus seinem Umfeld. Wie oft hört man, dass man jemanden zum Betriebsrat gewählt hat, und der auf einmal mehr Geld bekommt, freigestellt wird und einen Firmenwagen bekommt? Eine hohe Anforderung, seine Denkweise – wir sagen proletarische Denkweise – beizubehalten und sie im Sinne der Arbeiterklasse und der Massen einzusetzen. Das sind die Schlüsse die die MLPD hierzu gezogen hat.“

 

In diesem Zusammenhang verwies sie auf das neue Buch von Stefan Engel: „Die Krise der bürgerlichen Ideologie und des Antikommunismus“.

Die Krise der bürgerlichen Ideologie und des Antikommunismus

Stefan Engel

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Neugierig geworden? Ab Minute 27,57 im Stream wird diese Frage behandelt. Der Stream ist nach Fragen gegliedert, so dass man jederzeit bei Themen, die einen interessieren, einsteigen kann. Natürlich empfiehlt es sich aber, die gesamte Diskussion anzuschauen.

 

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