Nationaler Streiktag in Kolumbien

Nationaler Streiktag in Kolumbien

Der Widerstand geht weiter

Das Leitungskomitee der Protestbewegung "paro nacional" rief für den gestrigen 28. September zu einem landesweiten Streik- und Protesttag auf.

Von dm
Der Widerstand geht weiter
Palmölarbeiter demonstrieren am gestrigen nationalen Streiktag gegen die Entlassung von Gewerkschaftern

Schon vormittags begannen die Demonstrationen in vielen Städten und Konzentrationspunkten. Der Aufruf umfasst die ganze Bandbreite der Forderungen, die mit Beginn der Massenproteste im November 2019 aufgestellt und seither erweitert wurden.

 

Durch die Abwälzung der Lasten der Wirtschafts- und Corona-Krise wurde die Lage der Massen und die soziale Ungleichheit weiter drastisch verschärft. Der Widerstand richtet sich unter anderem gegen Korruption und Steuerreform zu Lasten der Massen; er kämpft für reguläre Arbeitsplätze im Gesundheitswesen, Umweltschutz, für kostenlose Schul- und Hochschulbildung, für ein Mindesteinkommen; er fordert: Schluss mit Gewalt gegen Aktivisten der sozialen Bewegungen wie Gewerkschafter, gegen Frauen und Minderheiten.

 

Mit brutalster Gewalt faschistischer Stoßtrupps und einem Militäreinsatz ging die Regierung Duque zusammen mit ihren Handlangern gegen die Massenbewegung vor, die mit dem Generalstreik vom 28. April im ganzen Land aufbrandete und die besonders von der Jugend getragen wurde. Mindestens 50 Menschen, darunter viele Jugendliche, verloren ihr Leben. Die Breite der Kämpfe ging zeitweilig zurück, aber sie sind nicht erstickt. Ein Brennpunkt sind die Arbeiterkämpfe gegen Entlassungen und Unterdrückung von gewerkschaftlichen Rechten durch multinationale Konzerne, wie im Bergbau und aktuell im Bereich der Palmölproduktion.