Opel Eisenach

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Solidarität mit den Eisenacher Opelanern (Aktualisiert: 17. Oktober)

Die Rote Fahne Redaktion dokumentiert Solidaritätserklärungen für die Opel-Belegschaft in Eisenach und Berichte dazu.

Solidarität mit den Eisenacher Opelanern (Aktualisiert: 17. Oktober)
Unterschriftensammlung und Mahnwache für die Eisenacher Opel-Belegschaft in der Innenstadt von Eisenach (rf-foto)

17. Oktober

Liebe Kolleginnen und Kollegen von Opel Eisenach, wir, die Betriebsaufbaugruppe Nahverkehrsbetriebe der MLPD Berlin, haben mit großer Empörung von den Schließungs- und Verlagerungsplänen durch das Stellantis-Management erfahren und drücken euch und euren Familien unsere unverbrüchliche Solidarität aus. Wir waren vor kurzem aktiv beim Streik der Eisenbahner der GDL, die mitten im Wahlkampf ein unüberhörbares Zeichen gesetzt und wirkliche Zugeständnisse erkämpft haben. Es sind nicht, wie bürgerliche Politiker von SPD bis Linkspartei jetzt sagen, lediglich Kommunikationsschwierigkeiten mit der Geschäftsleitung von Opel. Es ist die reine Gier nach Maximalprofit auf eurem Rücken, der mit dem Hinweis auf Corona verschleiert werden soll. Oder gibt es in Frankreich keine Probleme mit der Versorgung mit Halbleitern? Wir müssen unsere eigene Rechnung aufmachen - besonders auch um die Zukunft unserer Jugend, deren Ausbildungsplätze vernichtet werden sollen. Der Streik der GDLer und auch der Charité- und Vivantes-Belegschaften in Berlin hat gezeigt, dass wir uns zunehmend darauf einstellen müssen, dass das eh schon dürftige Streikrecht von den Geschäftsleitungen angegriffen wird. Die Geschäftsleitungen dürfen uns straflos unsere Existenzgrundlage vernichten, wir aber dürfen nicht um den Erhalt unserer Arbeitsplätze kämpfen? Lenin schrieb zu diesem Thema Folgendes: "Jeder Streik erinnert die Kapitalisten daran, dass die wahren Herren nicht sie sind, sondern die Arbeiter, die ihre Rechte immer lauter und lauter anmelden. Jeder Streik erinnert die Arbeiter daran, dass ihre Lage nicht hoffnungslos ist, dass sie nicht allein stehen." In diesem Sinn wünschen wir euch, dass es gelingt, die Fackel vom Opelstreik in Bochum im Jahr 2004 aufzunehmen, der immerhin den Betrieb zehn Jahre erhalten hat. Wir verpflichten uns, euren Kampf bekannt zu machen und die Solidarität zu organisieren.

 

  • Für die 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich!
  • Für ein allseitiges, vollständiges gesetzlich verankertes Streikrecht!

15. Oktober

Die Freie Presse berichtet vom Dreh des Solidaritätsvideos der VW-Kollegen aus Zwickau für die Opelaner aus Eisenach: "Autobauer: Solidarität wichtiger als Konkurrenz." Unterstützung für die Opelaner in Eisenach haben VW-Mitarbeiter am Sonntagvormittag (10. Oktober) in Zwickau demonstriert. Dabei ging es ihnen auch um etwas Grundsätzliches. Mit 20 Leuten hatte Dennis Klein gerechnet, als er am Freitag seine Idee formulierte. Gekommen sind mehr als 60. "Das macht mich stolz", sagt der Mann von der Vertrauenskörperleitung bei VW in Mosel. Unter ihnen nicht nur Mitarbeiter des Autobauers, sondern auch Vertreter aus Zulieferbetrieben. Sie alle stehen an diesem Sonntagvormittag vor den Werktoren in roter Kleidung und mit Flaggen der IG Metall bereit.

 

Nicht für sich selbst, sondern für die Kollegen aus Eisenach zeigen Sie Kampfeslust. Die Eisenacher bauen für Opel das Modell Grandland, aber in der derzeitigen Situation sehen die Westsachsen sie vor allem als Kollegen in Nöten. Die Opelaner, erläutert der Zwickauer IG-Metall-Geschäftsführer Thomas Knabel, müssen wegen Teilemangels bis Ende des Jahres zu Hause bleiben. Das sei nicht das Problem, auch bei VW gebe es aus diesem Grund Kurzarbeit. "Aber Opel will die Produktion nach Frankreich verlagern. Wenn das erst einmal passiert ist, glaubt doch kein Mensch, dass die jemals wieder zurückkommen." Seine Befürchtung: Damit verlieren rund 1300 Menschen ihre Arbeit. "Und wir wissen, wie es in Zwickau aussieht: das würde die gesamte Region treffen, bis hin zum Bäcker."

 

Hinter Knabels Worten steckt jedoch nicht nur die Sorge um Thüringen: "Wenn das in Deutschland Mode wird, dann gute Nacht", sagt Knabe. Vor allem der Osten würde unter solchem Gebaren zu leiden haben. Denn dort, wo es fast nur Produktion gibt und kaum Forschung und Entwicklung, sind die Strukturen besonders empfindlich. Knabe sieht einen Auftrag an die Politik: "Als Wirtschaftspolitik reicht es da nicht, sich mit der Eierschecke an die Autobahn zu stellen, um die Menschen wieder in den Osten zurückzuholen."

 

Die mehr als 60 Frauen und Männer haben sich ganz kurzfristig vor dem VW-Werk getroffen, um einen Solidaritätsgruß auf Video festzuhalten. In ihrer Mitte: Ein Opel-Oldtimer als Zeichen der Verbundenheit. Das Video soll auf Facebook und YouTube veröffentlicht werden. Vor allem aber soll es ein Zeichen der Stärke sein, sagt der Gewerkschafter. "Allein in Sachsen sind rund 100.000 Menschen in der Autoindustrie beschäftigt." Obwohl gewerkschaftlich stark organisiert, hat das Vorgehen des Opel-Konzerns Eindruck gemacht. "Das einseitig entschieden wird, die Produktion zu verlagern, ist ein Novum", sagt Thomas Knabel. Dann rufen ihn die Autobauer in ihre Mitte zurück, denn der Videodreh geht weiter. Solidarität, sagt er noch, ist in dieser Situation wichtiger als Konkurrenz. Da pflichtet ihm Dennis Klein zu: "Als wir Anfang des Jahres gestreikt haben, sind auch Vertreter aus Eisenach nach Zwickau gekommen‘, erinnert er sich.“

 

AUF, fortschrittliches Kommunalwahlbündnis in Gelsenkirchen an die Arbeiter und Arbeiterinnen des Opel-Werks in Eisenach. Liebe Kolleginnen und Kollegen, wie eine Bombe schlug die unerwartete Meldung bei Euch ein. Ihr sollt bis zum Jahresende in Kurzarbeit und der Grandland X soll in Frankreich gefertigt werden. Diese Meldung nur zwei Tage nach einer Betriebsversammlung, bei der hierüber nichts zu vernehmen war. Wieder einmal wurden Verträge, die zwischen Arbeitnehmervertretern und Betriebsleitung geschlossen wurden, in eklatanter Weise gebrochen. Wir verurteilen das Vorgehen der Geschäftsleitung, an den Gremien vorbei, auf Schärfste und stehen solidarisch an Eurer Seite. Der Gesamtbetriebsrat hat dazu ja schon ein Statement abgegeben. Die Vergangenheit, gerade bei Opel, hat gezeigt, dass man sein Geschick selbst in die Hand nehmen muss. Wir wünschen Euch in dieser unsicheren Zeit viel Kraft, Ausdauer und Durchblick zur Sprengung der Ketten, in die man Euch gelegt hat. Mit eigener Tatkraft und mit der Solidarität der Eisenacher, der Arbeiterinnen und Arbeiter bundesweit wird dies gelingen. Ein zweites Bochum darf es nicht geben. Herzliche und solidarische Grüße vom Vorstand von AUF Gelsenkirchen! i.A. Karl-Heinz Wittmann und Willi Mast

14. Oktober

Die Belegschaft des Ferienparks Thüringer Wald in Truckental schreibt an die Kolleginnen und Kollegen des Opel-Werks in Eisenach: „Liebe Kolleginnen und Kollegen, wir haben erfahren, dass Opel / PSA beabsichtigt den Standort in Eisenach zu schließen. Das ist ein ungeheuerlicher Vorgang für die ganze Region mit dem drohenden Verlust tausender Arbeitsplätze und viele Ausbildungsplätze. Es hat gravierende Folgen für euch, eure Familien und viele weitere Betriebe, die davon betroffen sind. Hiermit wollen wir euch den Rücken stärken und unsere Solidarität ausdrücken. Als Ferienpark hatten wir immer wieder Gäste aus Eisenach und Umgebung. Wir haben unserer Belegschaft beraten, dass wir euch in jeder Hinsicht unterstützen wollen. Als ersten Schritt überreichen wir mit einer Solidaritätsdelegation unser Schreiben. Alles Gute an die gesamte Belegschaft.

13. Oktober

Die Montagsdemo Herne hat die folgende Solidaritätserklärung am 11. Oktober einstimmig beschlossen: „Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Herner Montagsdemonstration am 11. Oktober erklären euch und euren Familien unsere volle Solidarität im Kampf um eure Arbeitsplätze und gegen die geplante Werksschließung. Wir haben schon den Kampf und Streik der Bochumer Opelaner aktiv unterstützt. Wir stehen an eurer Seite und werden alles tun, um die breite Solidarität mit euch und allen Opel-Arbeitern in Deutschland und international und einen gemeinsamen Kampf gegen die Krisenprogramme der Konzerne zu fördern."

 

Resolution der Montagsdemo Stuttgart am 11.10.2021: Liebe Kolleginnen und Kollegen von Opel Eisenach, die Montagsdemo Stuttgart erklärt sich solidarisch mit eurem Kampf um jeden Arbeits- und Ausbildungsplatz. Das Werk soll geschlossen werden und mit der hinterhältigen Begründung vom Halbleitermangel werdet ihr in Kurzarbeit geschickt, während Maschinen und Teile abtransportiert werden. Damit lässt sich Opel die Umsetzung seiner Krisenpolitik auch noch durch Steuergelder finanzieren. „Nach den Wahlen sollen wir zahlen!?“ - das werden wir nicht akzeptieren und dabei spielt es wirkliche keine Rolle, ob das Ampel- oder Jamaika-Koalition im Auftrag der Internationalen Konzerne umsetzen wollen. Wir als Teil der bundesweiten Montagsdemo-Bewegung sehen uns herausgefordert, in den notwendigen Kämpfen gegen die Politik zur Abwälzung der Krisenlasten den Widerstand zu erhöhen und die verschiedenen fortschrittlichen gesellschaftlichen Kräfte zusammenzubringen. Wir richten diese Solidaritätserklärung und die Aufforderung, gemeinsam zu kämpfen auch besonders an eure Familien, die unter dieser drohenden Werksschließung zu leiden haben, sowie an die Kolleginnen und Kollegen der vielen weiteren Klein- und Mittelbetriebe. Kämpft um jeden Arbeits- und Ausbildungsplatz auch für die Zukunft unserer Jugend! Wir stehen zusammen in Solidarität und im gemeinsamen Kampf! Beteiligt euch an den dezentralen Herbstdemos der Montagsdemonstrationsbewegung am 23. Oktober und den bundesweit stattfindenden IG-Metall-Aktionstagen am 29. Oktober!

12. Oktober

Die Wählerinitiative Matthais Rücker in Rüsselsheim verabschiedete auf ihrem Treffen am 8. Oktober eine Solidaritätserklärung für die Opel-Belegschaft in Eisenach. Liebe Kolleginnen und Kollegen, wir haben von der hinterhältigen Absicht des Stellantis-Managements gehört, euch erst mal in Kurzarbeit zu schicken, euch aus dem Betrieb draußen zu haben, um dann die „Kurzarbeit“ in eine Werksschließung überzuleiten. Die Grandland- Produktion wurde von Eisenach nach Socheaux in Frankreich verlagert. Ziel ist es offensichtlich, konzernweit eine Belegschaft gegen die andere auszuspielen. Dieses dreiste Vorgehen der Stellantis-Kapitalisten verurteilen wir aufs Schärfste! Wir stehen an der Seite aller Kolleginnen, Kollegen und Auszubildenden bei Opel in Eisenach und deren Familien.

 

In unserer Wählerinitiative der Internationalistischen Liste / MLPD, waren die letzten Monate auch einige Kolleginnen und Kollegen von Opel-Rüsselsheim, samt ihren Angehörigen aktiv. Ein wesentliches Anliegen unseres Direktkandidaten Matthias ist die Unterstützung der Opel-Belegschaften und der Jugend in ihren Kämpfen um eine Zukunftsperspektive. Wir haben umgehend die Rüsselsheimer Belegschaft über die Schließungspläne des Werkes in Eisenach, so kurz nach der Bundestagswahl, informiert. Natürlich ist das keine einfache Entscheidung, zügig aktive Kampfmaßnahmen gegen solche Schließungspläne zu ergreifen, in den Streik zu treten. Da ist ein gemeinsamer Kampf notwendig. Gegen das Rausmobben von Hunderten weiterer Kolleginnen und Kollegen in Rüsselsheim wächst auch hier die Wut. An den Toren und im Betrieb ist öfters zu hören: „Gestern war es Bochum, heute Eisenach und morgen ist Rüsselsheim dran!“ Sehr gut, dass es aus Frankreich von den Kollegen schon Solierklärungen an Euch gibt. Wir werden weiterhin die Rüsselsheimerinnen, Rüsselsheimer und die Belegschaft im Opel-Werk über die Machenschaften der Stellantis-Manager informieren und die Solidarität mit dem notwendigen Kampf der Opelaner gegen diese Pläne, organisieren.

Denn es gilt das Motto:

Eine Belegschaft, ein konzernweiter, gemeinsamer Kampf, über die Ländergrenzen hinweg, für alle Arbeits- und Ausbildungsplätze !

Hoch die internationale Solidarität !

 

Wir wünschen Euch weiterhin einen lebendigen Kampfgeist !

11. Oktober

Die Wählerinitiative „Peter Rügner“, Heilbronn der Internationalistischen Liste / MLPD schreibt an die Eisenacher Opelaner: "Wir, die Wählerinitiative 'Peter Rügner' der Internationalistischen Liste / MLPD in Heilbronn, haben uns heute zur Auswertung unserer Aktivitäten getroffen.

 

Sofort nach der Meldung über die „Verlängerung der Kurzarbeit“ für das Opel-Werk in Eisenach bis Ende des Jahres und Meldungen darüber, dass große Teile der Produktion verlagert werden, war klar: Dagegen muss unsere Solidarität und die Unterstützung des Protestes organisiert werden.

 

Es kann kein Zufall sein, dass diese Meldung kurz nach der Bundestagswahl publik wird, obwohl zwei Tage zuvor noch eine Betriebsversammlung stattfand. Die Methode, verhandeln ohne Inhalte bekannt zu geben und dann 'unumstößliche Fakten' zu schaffen, wird auch in den laufenden Koalitionsverhandlungen präsentiert. Der Zusammenschluss und die Organisierung aller Kräfte gegen die Abwälzung der Krisenlasten – dafür haben wir uns als Wählerinitiative stark gemacht und werden weiter dran bleiben.

 

Euren Protest und Widerstand gegen die drohende Werksschließung und Vernichtung von Arbeitsplätzen unterstützen wir solidarisch. Das ist ein mutiger Schritt. Bei uns in der Region war die Entwicklung in der Automobilindustrie mit dem Audi-Werk Neckarsulm ein Schwerpunkt unseres Wahlkampfs. Flexible Kurzarbeit und viele Ausfallschichten prägen die derzeitige Lage. Vor über 40 Jahren stand die Schließung des Audi-Werks in Neckarsulm auch auf der Tagesordnung des VW-Vorstands. Durch Streiks und Demonstrationen, die Solidarität der ganzen Region, konnte die Schließung verhindert werden.

 

Wir wünschen euch vollen Erfolg und werden weiter die Solidarität organisieren.

 

Die Ortsleitung der Marxistisch-Leninistischen Partei Deutschlands (MLPD) Halle an der Saale schickte die folgende Solidaritätserklärung in die Belegschaft von Opel in Eisenach: "Liebe Opelanerinnen und Opelaner in Eisenach, wir haben von den Vorgängen um die Vorbereitung der Schließung des Werkes von Opel in Eisenach gehört. Im MDR Radio Aktuell wurde auch kurz dazu berichtet. Hier hieß es u. a., die Linkspartei von Ministerpräsident Bodo Ramelow sei über den Vorgang verwundert. Okay, aber soll das damit nun erledigt sein? Sollen die Kolleginnen und Kollegen nun wie Ramelow und Co. das scheinbar tun, kampflos das Feld räumen, den Verlust ihrer Jobs und die Arbeitsplätze der Zukunft für die Jugend, kampflos hinnehmen?

 

Der Bundestagswahlkampf ist vorbei. Während die Pöstchenjäger der bürgerlichen Parteien noch intrigieren und versuchen, sich zu profilieren, wer denn nun die neue Regierung der Kapitalisten stellen darf, um die Profitjäger zu schützen und die Massen zu betrügen, handeln die Konzernchefs bereits und wollen auch Eure Arbeitsplätze vernichten.

 

Aber Solidarität ist stärker! Wir werden Euren Kampf um jeden Arbeitsplatz unterstützen. Wir machen bekannt, was sich bei Euch wirklich abspielt. Wir organisieren Unterstützung. Wir kommen selbst vor Ort, um Euch zu helfen, sammeln mit was nötig ist an Material, auch Geld durch Spenden.

 

Der Konkurrenzkampf der Großaktionäre wird auf dem Rücken von Euch und Euren Familien ausgetragen. Das machen die internationalen Monopole weltweit so. Jetzt geht es bei Euch um die nackte Existenz. Den Kampf gegen die Großaktionäre und ihre Geschäftsführer der internationalen Monopole können wir nur gemeinsam gewinnen. Mit bundesweiter und weltweiter Unterstützung von fortschrittlichen Arbeitern, Angestellten und einfachen Leuten, gegen jede Form von Spaltung durch Faschisten und andere Reaktionäre.

 

Es ist klasse, dass sofort eine Mahnwache zur Aufklärung und zur Solidarität vor Ort mit der MLPD und Freunden organisiert wurde. Schließt Euch fest zusammen und lasst Euch nicht spalten.

 

Euer Kampf ist unser Kampf!

Wir stehen fest an Eurer Seite, das ist sicher.

Einen Finger kann man brechen. Wir zusammen sind eine Faust!

Einer für alle - Alle für einen!

Proletarier und Unterdrückte aller Länder vereinigt Euch!

10. Oktober

Kolleginnen und Kollegen von Daimler Sindelfingen erklären der Belegschaft bei Opel in Eisenach die Solidarität: "Liebe Kolleginnen und Kollegen bei Opel / Stellantis Eisenach, wir haben erfahren, dass ihr wegen Halbleitermangel für drei Monate in Kurzarbeit geschickt werdet und dass es den begründeten Verdacht gibt, dass Opel das Werk so hintenrum ganz schließen will. Material und Maschinen werden bereits nach Frankreich verlagert, wo das Facelift des Grandland weiter produziert werden soll. Gibt es dort etwa keine Halbleiterprobleme?

 

Wir grüßen euch kollegial und solidarisch von Daimler Sindelfingen und sichern euch unsere gewerkschaftliche Unterstützung zu, wenn sie eure Arbeitsplätze wirklich vernichten wollen.

 

Halbleiter- und Corona-Krise werden auch bei uns ausgenutzt, um mit Leiharbeit und Flexibilisierung unsere Arbeitsbedingungen zu verschlechtern. Kämpft um jeden Arbeitsplatz – wir Autoarbeiter müssen zusammenhalten.

(Beschlossen auf der Pausenversammlung am 8. Oktober von dreizehn Kolleginnen und Kollegen der Türenmontage, Factory 56, Daimler Sindelfingen)

9. Oktober

Kämpferische und solidarische Grüße der MLPD Wiesbaden: "Immer wieder dasselbe Vorgehen: Beruhigen und entlassen. Der Kurs von Tavares ist klar: Stellantis will zum Global Player unter den Automonopolen werden. Dazu setzt er alle Mittel ein. Sei es Mobbing, Arbeitshetze, Wanderarbeiter, ausspielen der Werke gegeneinander, Entlassungen.

 

Nur eines zählt in diesem Geschäft, das ist der maximale Gewinn für die Eigentümer und Aktionäre. Die Verlierer sind immer die Arbeiter, wenn sie sich nicht zur Wehr setzen und den Kampf für ihre Arbeitsplätze und für die Zukunft der Jugend aufnehmen.

 

Sind das die blühenden Landschaften im Osten? Die viel beschworenen 'Zukunftsverträge' bei Opel sind die Nebelkerzen, um der Arbeiterklasse den Blick zu vernebeln. 'Um uns selber müssen wir uns selber kümmern', das soll euer Leitspruch werden.

8. Oktober

Für die Bundesvertretung von Solidarität International e. V. schreibt deren Sprecher Armin Kolb: "Liebe Kolleginnen und Kollegen bei Opel Eisenach, liebe IG-Metaller, Mahnwächter, Beschäftigte bei Zulieferern, im Namen der Bundesvertretung von Solidarität International e.V. (SI) möchte ich euch unsere volle Solidarität in eurem Kampf um den Erhalt der Arbeits- und Ausbildungsplätze bei Opel Eisenach und in der Region aussprechen.


Es ist ein bislang einmaliger Vorgang in der deutschen Industriegeschichte, mittels Null-Kurzarbeit über Monate, auf kaltem Weg ein Werk schließen zu wollen.

 

Die Taktik ist zu durchsichtig: Ist erst einmal die Belegschaft aus dem Werk, sollen sich Zusammenhalt und ein gemeinsamer Kampf erst gar nicht mehr entwickeln. Es ist daher vollkommen richtig, dass ihr, die Beschäftigten und die Region, sofort reagiert, diesen Vorgang bundesweit bekannt macht und den Widerstand organisiert.

 

Unter den Bedingungen der internationalisierten Produktion ist es auch wichtig, dem gegenseitigen Ausspielen der Standorte durch Opel den internationalen Zusammenhalt der Belegschaften entgegenzusetzen. Für SI ist internationale Solidarität keine Einbahnstraße, sie hilft jeder Belegschaft."

 

Die Montagsdemo Dresden schreibt: "Liebe Kollegen von Opel-Eisenach, die Dresdner Montagsdemo (Demokratische Montagsaktion Dresden für die Weiterführung der Montagsdemos) sendet Euch solidarische Grüße.


Wir stehen voll hinter Eurem berechtigten Kampf um jeden Arbeitsplatz und gegen die Werksschließung durch die Hintertür und haben am 4. Oktober auf unserer Kundgebung breit über Eure Mahnwache und die Hintergründe informiert. Die Empörung der Zuhörer war groß.

 

Das nicht mal eine Woche nach den Wahlen schon mit der massiven Zerstörung von Existenzen begonnen wird, hat viele Passanten wütend gemacht.

 

Dieses Geschehen beweist wieder einmal eindrucksvoll, das man den Versprechungen der Konzernbosse nicht über den Weg trauen kann. Am 23. Oktober zur Bundesweiten (diesmal regional aufgeteilten) Herbstdemo werden wir auch für Euch und mit Euch unsere Forderungen aufmachen.

Solidarische, kämpferische Grüße

 

Die Montagsdemonstration Sindelfingen hat die folgende Solidaritätserklärung an die Kollegen, Vertrauensleute und Betriebsräte bei Opel in Eisenach beschlossen: "Wir erklären uns als Montagsdemonstration Sindelfingen solidarisch mit den Kollegen bei Opel Eisenach. Wir werden euren Kampf um jeden Arbeitsplatz unterstützen und die Angriffe mit der geplanten Werksschließung bekannt machen.

Das Vorgehen von Opel geht uns alle an. Organisieren wir die Solidarität in Deutschland und international. Hoch die internationale Solidarität!"

7. Oktober

Die Verbandsleitung des Jugendverbands REBELL schreibt an die Opelaner in Eisenach: "Eiskalt verkündete die Konzernleitung von Opel / Stellantis kurzerhand, dass die Kolleginnen und Kollegen in Eisenach bis Ende des Jahres in Kurzarbeit geschickt werden - aufgrund eines angeblichen Chip-Mangels.


Die Ankündigung kam zwei Tage nach einer Betriebsversammlung und kurz nach der Bundestagswahl. Zufall? Wohl kaum! Alles deutet darauf hin, dass das Opel-Werk in Eisenach geschlossen werden soll. Der Chip-Mangel ist ein vorgeschobener Grund! Es wurde begonnen, alle Bänder leer zu fahren „so weitgehend, wie noch nicht mal zum Werksurlaub“, berichtet ein Kollege. Das Material wird nach Sochaux (Frankreich) transportiert, wo weiter produziert wird.

 

Anna Vöhringer, Vorsitzende des Jugendverbands REBELL, sagt dazu: 'Opel wirbt mit dem Slogan: 'Die Zukunft gehört allen'. Was eine Heuchelei! Mit der Werksschließung betreibt Opel einen regelrechten Kahlschlag in der Region. 1300 Leute arbeiten im Werk selbst und zahlreiche Zuliefererbetriebe sind betroffen. Schon jetzt liegt die Jugendarbeitslosigkeit in Eisenach bei 10,2 Prozent. Wir vom Jugendverband REBELL protestieren gegen diese Provokation von Opel / Stellantis! Wir erklären uns solidarisch mit den Kolleginnen und Kollegen. Schon im Lied der Kinderorganisation ROTFÜCHSE heißt es: 'Opel sagt, Zehntausend sollen gehen – Wir sind denen einerlei! Streik ist die Antwort, zusammen stehn – und wir Kinder sind dabei!“ Darauf können sich die Opelaner verlassen! Jeder verlorene Arbeitsplatz ist ein verlorener Arbeitsplatz für die Jugend! Jetzt gilt: Kampf um jeden Arbeits- und Ausbildungsplatz!'

 

Und was tun die bürgerlichen Politiker? Bodo Ramelow (Linkspartei), Ministerpräsident in Thüringen, kritisiert lediglich die 'Kommunikation' der Konzernleitung, diese rede üblicherweise mit Ministerpräsidenten über solche Entscheidungen. Die Werksschließung an sich scheint Ramelow nicht zu stören! Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) erwartet, dass der Konzern sein Versprechen hält, die Produktion ab 2022 wieder hochzufahren. Keiner Belegschaft in Deutschland und anderswo hat das Vertrauen auf solche Versprechungen jemals etwas genutzt. Sie geben der Konzernleitung nur Raum, um uns vor vollendete Tatsachen zu stellen.

 

Auch in Bochum und Eisenach gibt es Angriffe von Opel / Stellantis auf die Belegschaft. Über 40 Prozent der Konzerne in Deutschland haben Arbeitsplatzvernichtungen angekündigt. Dagegen müssen wir zusammenstehen, die Solidarität und den gemeinsamen Kampf organisieren! Wer einen von uns angreift, greift uns alle an! Zehn Jahre lang kämpften die Bochumer Opelaner gegen die Schließung des Werks. Sie haben in ihrem siebentägigen Streik 2004 bewiesen: Wer kämpft kann gewinnen und bekommt Solidarität! Die Forderungen nach einem Streik werden lauter. Außergewöhnliche Zeiten erfordern mutige Entscheidungen!

 

  • Stopp der Werkschließung! Kampf um jeden Arbeits- und Ausbildungsplatz! Der Jugend eine Zukunft!
  • Für die 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich!
  • Für ein allseitiges und vollständiges gesetzliches Streikrecht!
  • Macht mit im Solikreis „Kampf um jeden Arbeits- und Ausbildungsplatz bei Opel Eisenach und den Zulieferern“ und im Jugendverband REBELL!
  • Hoch die internationale Solidarität!

 

REBELL und ROTFÜCHSEN Bochum haben eine Solierklärung für die Eisenacher Opelaner geschrieben: "Wir sind vom Jugendverband REBELL aus Bochum. Wir haben gehört, dass das Werk in Eisenach geschlossen werden soll. Wir wollen sagen, dass wir im Kampf gegen diese Schließung an eurer Seite stehen und uns mit euch solidarisieren! Diese Art von Werksschlieẞung ist extrem hinterhältig und wir sind darüber wütend. Auch in Bochum gibt es Angriffe auf die Opelaner. Das betrifft auch Leute aus unseren Familien. Der REBELL kämpft schon seit vielen Jahren mit den Opelanern gegen Werksschließungen hier in Bochum und anderswo.

 

Wir werden euch auf jeden Fall in diesem Kampf unterstützen und werden mit den Rotfüchsen Spenden für eure Streikkasse sammeln.

 

Bleibt stark und haltet fest zusammen - egal ob in Eisenach, Bochum, Rüsselsheim oder Sochaux. Rebellische Grüße, Eure Rebellen aus Bochum

Und von den Rotfüchsen: Hallo Opelaner! Wir sind die Rotfüchse aus Bochum. Wir haben gehört, dass Opel Eisenach zugemacht werden soll. Wir wollen mit euch gemeinsam kämpfen, damit die Arbeiter weiter arbeiten gehen können. Dabei wollen wir euch helfen, z. B. indem wir Spenden sammeln. Gebt niemals auf und kämpft weiter! Eure Rotfüchse aus Bochum"

 

Aus Bochum wird geschrieben: „Am 5. September hatten wir zu zweit an der Ruhr-Uni Bochum einen Einsatz. Wir verteilten 60 Kollegenzeitungen von Opelanern - den "Blitz".

 

32 Leute unterschrieben eine Solidaritätserklärung vom schon länger bestehenden Bochumer Solikreis an die Eisenacher Kollegen. ‚Solidarität mit den Eisenachern im Kampf gegen die geplante Schließung des Opelwerkes!‘ Viele fanden es wichtig, Solidarität zu organisieren und dass man um jeden Arbeitsplatz kämpfen muss. Einige hatten in den Medien von Kurzarbeit in Eisenach gehört und erfuhren erst von uns, dass die Geschäftsleitung damit die Werksschließung einleiten will. Zehn Leute nahmen die Kärtchen mit der Internet-Adresse von Rote Fahne News mit, um sich auf dem Laufenden zu halten.“

 

Die Esslinger Montagsdemo hat die folgende Solidaritätserklärung am 4. Oktober einstimmig verabschiedet: „Liebe Kolleginnen und Kollegen,kaum sind die Wahlzettel ausgezählt, kommen die Negativschlagzeilen über steigende Preise und Arbeitsplatzabbau. So gibt es ernst zu nehmende Indizien, dass das Eisenacher Opel-Werk auf der Abschussliste steht. Das wäre für eure ganze Region ein schwerer Schlag.

 

Die Opel-Konzernleitung agiert international. Und genau das müssen wir unserer Meinung nach auch tun. Alle Erfahrungen aus bisherigen Kämpfen gegen Arbeitsplatzvernichtung zeigen: Statt abzuwarten und die Initiative den Konzernleitungen zu überlassen, müssen wir die internationale Solidarität der Belegschaften organisieren. Damit kann man nicht früh genug anfangen. Denn auch Opel wird mit Sicherheit das alte Spiel versuchen, Standort gegen Standort auszuspielen.

 

Wir erklären euch hiermit unsere unverbrüchliche Solidarität. Falls die Opel-Belegschaft sich zu Kampfmaßnahmen entschließt, werden wir diese auch in Esslingen nach Kräften unterstützen.“

 

Aus Kassel kommt die folgende Solidaritätserklärung: „Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Montagsdemo Kassel vom 4. Oktober erklären sich solidarisch mit der Belegschaft des Eisenacher Opel-Werks und ihren Familien im Kampf um den Erhalt ihres Werkes und aller Arbeits- und Ausbildungsplätze.

 

Nach den Wahlen kommt das Zahlen: Mit dem Überraschungscoup der Ankündigung von Kurzarbeit bis Ende Dezember 2021 und dem schnellen Beginn des Leerfahrens aller Bänder und Montagehallen seit dem 30. September ist klar, dass die Werksschließung des Werks Opel / Stellantis in Eisenach eingeleitet ist. Betroffen sind 1300 Opelaner, 700 Zulieferer und ihre Familien.

 

Niemand glaubt der Werksleitung, dass die Produktion zum 1. Januar wieder angefahren wird. Dagegen spricht, dass das Material nach Sochaux / Frankreich transportiert wird. Von dort kommt die Meldung, dass 650 Leiharbeiter entlassen und deren Arbeit durch Umsetzungen auf die Stammbelegschaft verteilt wird. Und nun wird der Grandland-Facelift statt in Eisenach auch in Sochaux produziert, ohne dass zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden. Für die einen Kurzarbeit und Entlassung, für die anderen Mehrarbeit bis zum Umfallen, so durch unbezahlte Mehrarbeit samstags!! Das ist das brutale Gesicht des Kapitalismus.

 

Warum behauptet Stellantis / Opel, dass die Produktion im Januar wieder angefahren wird? Ganz einfach, damit bis dahin noch Kurzarbeitergeld bezahlt wird! Und die Kollegen stillhalten - in der Hoffnung, dass alles nicht so schlimm kommt.

 

Wir sind solidarisch mit euch und meinen, dass der Kampf gegen die Werkschließung und für jeden Arbeits- und Ausbildungsplatz verbunden werden sollte mit der Forderung nach der 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich. Außerdem ist es notwendig, die Gewerkschaft als Kampforganisation zu stärken und für ein allseitiges, einheitliches und gesetzliches Streikrecht einzutreten, das man sich in einer so zugespitzten Situation auch einfach mal nehmen muss. Euer Kampf kann nur erfolgreich geführt werden, wenn ihr euch im ganzen Konzern länderübergreifend zusammenschließt. In diesem Sinne: Solidarische Grüße aus Kassel von der Montagsdemo!“