Bespitzelung

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Datenlieferant Kasseler Polizei

Im November 2019 wurde bekannt, dass sich der private Sicherheitsdienst der Universität Kassel nur telefonisch an die Kasseler Polizei zu wenden braucht, um Adressdaten von Personen zu bekommen. Im Zusammenhang mit einer Person, die das Uni-Gelände verlassen sollte, gab es mehrere Augen- und Ohrenzeugen für einen diesbezüglichen Vorgang.

Korrespondenz
Datenlieferant Kasseler Polizei
Bei der Polizei in Kassel glühen offensichtlich die Datenleitungen (foto: shutterstock_311303981)

Zuvor war die vom Hochschulgelände zu verweisende Person von Sicherheitsdienst-Mitarbeitern aufgefordert worden, sich auszuweisen; sie konnte aber lediglich eine Krankenversicherungskarte mit Lichtbild vorzeigen, welche auch per Smartphone vom Sicherheitsdienst fotografiert wurde.

 

Als der anrufende Sicherheitsdienst-Mitarbeiter auf diese zweifelhafte Praxis (Ablichten der Versichertenkarte ohne Einwilligung des Betroffenen, personengebundene Adressdatenübermittlung durch die Polizei an private Stellen) aus der Gruppe der Zeugen angesprochen wurde antwortete er: „Das machen wir einfach!“

 

Bereits 1998 war die Kasseler Polizei in einen handfesten Datenschutz-Skandal verwickelt, weil öffentlich wurde, dass die Ermittlungsbehörde – ohne Rechtsgrundlage – personenbezogene Daten (z. B. Drogenabhängige, Trinker, Obdachlose) an den Sicherheitsdienst der Königsgalerie Kassel übermittelt hatte (FR, 20.02.1998)“