Ein klares Signal an die Bosse und die Regierung Draghi

Ein klares Signal an die Bosse und die Regierung Draghi

Italien: Erfolgreicher Generalstreik

Am 11. Oktober hatten 15 Basisgewerkschaften in Italien zu einem Generalstreik aufgerufen.

Korrespondenz
Italien: Erfolgreicher Generalstreik
Bild vom Streik bei Amazon in Piacenza (foto: Si Cobas)

Berichte, Fotos von Blockaden, Streiks und Demos, u. a in Mailand, Rom, Bologna, Neapel, Turin, Piacenza, Florenz und Prato erreichen die Medien. 15 Basisgewerkschaften und soziale Organisationen hatten aufgerufen, darunter die Autobahnbediensteten, das Zugpersonal, die Logistikbranche, die Flughäfen, öffentliche Einrichtungen und Schulen. Auch aus Piacenza berichtete die Gewerkschaft Si Cobas von einer größeren Kundgebung mit über 1000 streikenden Arbeitern und der erfolgreichen erstmaligen Blockade eines großen Amazon-Lagers bei Castel San Giovanni. Bei der Kundgebung wurden auch internationalistische und solidarische Grüße von Gewerkschaftern aus Deutschland unter Applaus vorgebracht. Ebenso eine Grußadresse der MLPD, die Reinhard Funk im Namen des Zentralkomitees der MLPD verfasst hatte.

 

Si Cobas wertet den Generalstreik am 11. Oktober als Klares Signal an die Bosse und an die Regierung Draghi aus. Er war nicht nur ein voller Erfolg, sondern zeigte auch wichtige Anzeichen für eine Ausweitung auf Arbeitergruppen, die nicht den Gewerkschaften angehören, die zur Mobilisierung aufgerufen hatten. Die Häfen von Genua, Triest und Neapel wurden blockiert; der größte Teil des Luftverkehrs und des öffentlichen Nahverkehrs auf Schiene und Straße wie fast alle wichtigen Gütertransport- und Logistiksektoren wurden gestoppt. Es gab weit verbreitete Streiks in den Bezirken des Textilsektors von Prato. Dort gab es leider einen schweren Angriff auf unsere Genossen an den Toren von Dreamland gab.

 

Mit Baseballschlägern bewaffnete Streikbrecher überfielen die streikenden Arbeiter. Mehrere Kollegn wurden verletzt, einer von ihnen schwer. Die anwesende Polizei schritt nicht ein. Auch dies ist ein Ausdruck des sich verschärfenden Klassenkampfs in Italien. Erst am vergangenen Samstag berichteten Medien von einem faschistischen Überfall auf die Zentrale der Gewerkschaft CGIL in Rom. Dazu schreibt die Junge Welt: ”Die Senatorin der linksliberalen PD und frühere Bildungsministerin, Valeria Fedeli, erklärte, die Partei Forza Nuova (FN), die unter anderem auch einen Angriff am Sonnabend auf die Zentrale des Gewerkschaftsverbands CGIL angeführt hatte, müsse verboten werden. Ihre Partei werde noch diese Woche einen entsprechenden Antrag in den Senat einbringen. Italiens Premierminister Mario Draghi besuchte unterdessen die Gewerkschafter in Rom, um mit ihnen die Lage zu besprechen.“ Die Forderung nach dem Verbot aller faschistischen Parteien ist auch in Italien von großer Bedeutung.

 

Wichtige Zeichen des Aufbruchs gab es auch im Metallsektor, mit dem Beitritt zum Streik der GKN-Entlassenen, der Piaggio-Beschäftigten und zahlreicher anderer Unternehmen. Vereinte städtische Demonstrationen in allen großen Städten mit der Teilnahme von Tausenden von Arbeitern und politischen Gruppen. Si Cobas hat bei diesem Generalstreik Kampfbereitschaft unter Beweis gestellt: Neben der Blockade von Produktions- und Vertriebslagern im Logistikbereich haben mehr als zweitausend Beschäftigte das Amazon-Drehkreuz in Castel San Giovanni, das größte Lager des multinationalen Unternehmens von Jeff Bezos in Italien, über sechs Stunden lang blockiert. Die Aktion fand auch auf internationaler Ebene ein solches Echo, dass sogar die amerikanischen Gewerkschaftsvertreter ihre Solidarität bekundeten; in ähnlichem Maße erhielt der gestrige Generalstreik auch die Solidarität deutscher IG-Metall-Kollegen.