Bundestagswahl

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Zum Ergebnis der AfD in Sachsen

Aus Sachsen kommend möchte ich mich hier auch noch zu der Wahl und wie die Ergebnisse zu bewerten sind, äußern. Der in dem Beitrag vom 2. Oktober zitierte Leser aus Berlin schreibt vollkommen richtig: "So hat die AfD in Berlin die Hälfte der Stimmen verloren, wurde aber in Thüringen und Sachsen stärkste Partei." - Das ist Tatsache und auf jeden Fall weiter gründlich zu untersuchen.

Leserbrief aus Dresden

Die Stimmen der AfD in Sachsen besagen: Erststimmen 632.875 Stimmen, das sind 25,7 Prozent, 0,3 Prozent mehr als 2017, in absoluten Zahlen ein Stimmenzugewinn von 4.827. Demgegenüber steht das Ergebnis der Zweitstimmen. 607.036, das sind 24,6 Prozent, 2,4 Prozent weniger als 2017, in absoluten Zahlen ein Stimmenverlust von 62.904 Stimmen. Daraus ist abzulesen, dass Einzelkandidaten – hier ist eine noch detailliertere Analyse nötig – eine leicht gewachsene Anziehungskraft hatten. Aber dass die Partei als Ganzes / als Landesliste tatsächlich an Anziehungskraft auch in Sachsen verloren hat. Als Ursache ist anzunehmen, dass über die Stammwähler der AfD hinaus eben die 4.827 zusätzlichen Wähler gedacht haben, dass die Partei insgesamt zwar nicht wählbar ist, aber der Einzelkandidat doch ganz in Ordnung wäre.

 

Hierbei ist es weiter vonnöten, die Einzelkandidaten zu analysieren, um sich anzuschauen, warum sie im Gegensatz zu ihrer Gesamtpartei leicht zulegen konnten. Bzw. wer von ihnen zulegen konnte und wer nicht und – am wichtigsten – mit welchen Argumenten. In Telefongesprächen mit Freunden aus den westlichen Bundesländern habe ich nach der Wahl gehört, dass sie sich überlegen, nach Sachsen zu kommen, weil sie sich fragen, ob sie Angst haben müssen, da ja ein Viertel der Wähler AfD gewählt hat. Demgegenüber sagte ich: erstens bedeutet das eine Viertel für diese Partei, dass drei Viertel die AfD NICHT gewählt haben und zweitens: Vor der vermeintlichen Stärke der AfD zurückzuweichen, würden diese als Erfolg für sich verbuchen. In absoluten Zahlen hat die AfD-Landesliste über Zweiundsechzigtausend Stimmen eingebüßt, das ist ein durchaus positiver Aspekt und nicht zu vernachlässigen.