Mahle-Behr in Stuttgart

Mahle-Behr in Stuttgart

1.300 Beschäftigte protestierten gegen Arbeitsplatzvernichtung und Werksschließungen

Unter dem Motto "Ohne Zukunft sehen wir schwarz" versammelten sich am Dienstag kurz vor 12 Uhr rund 1.300 Beschäftigte vor dem Behr-Werk Stuttgart-Feuerbach, wozu die IG Metall aufgerufen hatte.

Von wb
1.300 Beschäftigte protestierten gegen Arbeitsplatzvernichtung und Werksschließungen

Die meisten davon aus dem Werk Mühlacker, wo Kolleginnen und Kollegen mit 14 Bussen kamen; aber auch aus Vaihingen/Enz, Kornwestheim und der Zentrale in S-Cannstatt, bei der die Aktion fortgesetzt wurde. Klar, dass in dieser Zeit nicht produziert wurde – zum Leidwesen des Managements, das zuvor "'Zeitpunkt und Umfang' der Proteste für 'unglücklich gewählt'“ kritisiert hatte. Unterstützt wurden die Mahle-Behr-Kollegen von Bosch-, Coperion-, Porsche-, Koenig&Bauer MetalPrint- sowie von Daimler-Delegationen.

 

Mit diesem kämpferischen Aktionstag haben die Beschäftigten ein beeindruckendes Zeichen des Kampfes um ihre Arbeitsplätze und Löhne gesetzt. In den Kundgebungsreden wurde angegriffen, dass der Mahle-Vorstand unter dem seit 2020 laufenden "konzernweiten Transformationsprogramm" die Vernichtung von weltweit 7600 und in Deutschland 2000 versteht. Das beinhaltet auch Werksschließungen, wie in Gaildorf (300) und Öhringen (170). Ein Großteil der Arbeitsplatzvernichtung wurde bereits „geräuschlos“ über Altersteilzeit und Abfindungsprogramme umgesetzt. Doch das reicht dem Vorstand noch längst nicht. So soll am Standort Feuerbach die Belegschaft zu „Personaleinsparungen von 39 Millionen Euro“ erpresst werden. Der Betriebsrat von Kornwestheim machte in seiner Rede deutlich, dass die dort gemachten Zugeständnisse nur zu Lohnkürzungen führten, aber keinen Arbeitsplatz sicherten.

 

Am meisten sind die Kollegen darüber empört, dass unter dem Deckmantel der ökologischen Transformation z.B. die Produktion nach Polen verlagert werden soll. „Mahle geht es nur um höhere Profite, weil dort die Löhne niedriger sind“, so ein Arbeiter. Die „Transformation“ als Kernstück der heutigen Klassenzusammenarbeit von Monopolen, Regierung und Gewerkschaftsführung war jedoch schon immer ein Betrug. Dieser soll vorgaukeln, dass im Kapitalismus die Umstellung auf die E-Mobilität und Digitalisierung sozial und ökologisch sowie ohne tiefe Strukturkrisen möglich wäre. Bernd Riexinger, Ex-Co-Vorsitzender der Linkspartei, orientierte selbst auf diesen Betrug der "Transformation", wobei er sagte, dies müsse "mit den Menschen gehen“. Und er forderte ein Mitbestimmungsrecht der Betriebsräte bei Personalabbau-Plänen. Doch warum soll man über Arbeitsplatzvernichtung verhandeln? Dagegen muss man kämpfen!

 

Diese müssen durch den Kampf zu Fall gebracht werden, wie Ronny Schwarz vom Nachbarbetrieb KBA MetalPrint sagte. Dort wurde eine Betriebsversammlung durchgesetzt, bei denen die kampferfahrene Belegschaft der Geschäftsleitung erfolgreich klar machte, wo der Hammer hängt. Deshalb unterscheidet die MLPD den Mitbestimmungsbetrug von der einzig wirksame Mitbestimmung durch den Einsatz der Kampfkraft. Der konzernweite, offensive Kampf um Arbeitsplätze, Löhne und konsequenten Umwelt- und Gesundheitsschutz, sowie die Koordinierung der Kämpfe ist deshalb die notwendige Antwort des Industrieproletariat auf die Angriffe der Monopole. Da gibt es aber noch einiges zu klären, wie die Gespräche zeigten. Als nächstes wird der Aktionstag der IG Metall am 29. Oktober in den Betrieben vorbereitet.