Hafenarbeiter setzen Streik fort

Hafenarbeiter setzen Streik fort

Keine weiteren Toten für die Profite von COSCO!

"Keine weiteren Toten für die Profite von COSCO, Solidarität ist die Waffe der Arbeiter“. Das steht auf dem riesigen Transparent, das die streikenden Hafenarbeiter vor dem Gebäude des Unternehmens aufgehängt haben.

Von Jordanis Georgiou
Keine weiteren Toten für die Profite von COSCO!
Demonstration der streikenden Hafenarbeiter von Piräus (Foto: Ehemalige Stahlarbeiter von Aspropirgos)

Vorgestern früh um 1 Uhr haben die Cosco-Beschäftigten einstimmig beschlossen, in einen neuen 24-stündigen Streik zu treten. Sie waren entschlossen, den Kampf für ihre Rechte fortzusetzen. Bereits am Freitag erhielten die Arbeiter wichtige Hinweise, dass die Polizei das Gelände stürmen will. Das sei wegen des Besuchs von Angela Merkel verschoben worden, meinten viele. Bis zum heutigen Montag hielt sich der Staatsapparat weiter zurück. Die Sympathie unter der Bevölkerung für diesen Kampf ist sehr groß. Die Streikenden riefen die Bevölkerung auf, dass bei einem Erstürmen durch die Polizei alle zum Hafen kommen sollen.

Wir sind es unserem toten Kollegen schuldig!

"Wir sind es unserem toten Kollegen schuldig, weiterzumachen", sagte Markos Bekris, Vorsitzender der Gewerkschaft ENEDEP. Die Solidarität wuchs beständig weiter an. Am Samstag um 12:00 Uhr fand ein neuer motorisierter Marsch statt, um alle Stadtteile von Piräus und die umliegenden Gemeinden darüber zu informieren, dass der Kampf der Hafenarbeiter berechtigt ist. Nachmittags hat sich das Syndikat für Lebensmittel und Tourismus gemeldet, für die Streikenden zu kochen und alle Familien, Kinder und Verwandten sind dabei herzlichst eingeladen. Damit der Hafen nicht verlassen wird, wurde eine Delegation bestimmt, die an der Beerdigung des verstorbenen Kollegen teilnimmt.

 

Die Arbeiter beteiligen sich massenhaft an den Abstimmungen, wie der Streik weitergeführt werden muss und wie lange. Am Samstag fand eine Kundgebung im Hafen statt. Die Kundgebung begann mit einer Schweigeminute zum Gedenken an Dimitris Daggli, der durch die verbrecherischen Arbeitsbedingungen bei Cosco getötet wurde. An der Mobilisierung nahm auch die Schwester des getöteten Arbeiters teil, die mit Beifall und der Zusicherung begrüßt wurde, dass die Familie in jeder Hinsicht von der Gewerkschaft unterstützt werde. Ein besonderer Moment der Kundgebung war die Ankündigung einer Unterstützungskundgebung in Italien durch die Hafenarbeitergewerkschaft von Livorno und in der Türkei vor den Cosco-Büros in Istanbul durch die türkische Verkehrsgewerkschaft Nakliyat-Is.

 

Vom gestrigen Sonntag berichteten Gewerkschafter und Korrespondenten: "Wir waren alle da, Gewerkschaften, Hafenarbeiter, Volkskomitees, wir haben einen riesigen Autokorso gestartet und sind durch ganz Athen gefahren, mit der Botschaft: "Keine weitren Toten mehr für die Profite von Cosco!" Wir haben das laut gerufen, in ganz Athen und Piräus. Unter dem Motto "Ihr Kampf ist unser Kampf" startete der Autokorso, der von den Gewerkschaften und Verbänden Athens zur Unterstützung der Streikenden von Piräus organisiert wurde. Von Metaxourgio aus erreichte er den Hafen von Piräus, wo er sich dem Autokorso der Arbeiter an den Piers II und III anschloss, und alle zusammen fuhren sie zunächst zu den Gerichten von Piräus.

Ihre Schiffe sollen sich bis nach Kreta stauen!

Die Reaktion der Menschen war beispiellos: Die meisten wussten nichts, denn seit sieben Tagen haben die Papageien der Medien im Fernsehen kein Wort gesagt. Die Cosco-Arbeiter sind nicht allein. Wir sind alle bei ihnen. Dimitris wird nicht einfach so gehen. Für ihn und für alle anderen gilt das Versprechen: Wir werden bis zum Ende gehen. Wenn die Forderungen der Streikenden nicht erfüllt werden, werden ihre Schiffe bis nach Kreta auf die Löschung warten müssen. Nicht einmal ein Boot wird entladen. Es war kein Sonntag wie die anderen. Es war kein Sonntag der Ruhe. Aber es war ein erfüllter Tag, der eines Ruhetages würdig war, ein Tag, an dem man sagt: 'Nichts ist verloren'. Auch am siebten Tag setzen die Arbeiter ihre Mobilisierung im Hafen von Piräus fort. Die Gewerkschaft ENEDEP fordert die Erfüllung grundlegender Forderungen in Bezug auf die Sicherheit der Hafenarbeiter an den Piers II und III."

Cosco-Kapitalisten wollen Streik gerichtlich für illegal erklären lassen

Der Streik hat am Montag, dem 25. Oktober begonnen, nach dem tragischen Arbeitsunfall, bei dem der 45-jährige Dimitris Daggli bei Arbeiten von einer Kranbrücke am Pier II getötet wurde. Am Samstag wurde er beerdigt. Zur gleichen Zeit, in der die Cosco-Beschäftigten ihren Dimitris Daggli beerdigten, haben die Kapitalisten neue Klagen eingereicht, in denen sie fordern, dass der neue 24-Stunden-Streik für illegal und missbräuchlich erklärt wird. Mit anderen Worten, sie verlangen, dass die Arbeiter in den Hafen zurückkehren, weiter unter den Bedingungen arbeiten, die ihren Kollegen ins Grab brachten, von einer Kranbrücke halbiert, ihr Leben riskieren, und es auf dem Altar der Rentabilität von Cosco opfern.

 

In der Zwischenzeit reichte Cosco gestern beim Gericht in Piräus einen neuen Antrag ein, den vierten bisher, dass der Streik für illegal erklärt werden soll. Wenn der Streik für illegal erklärt wird, besteht jederzeit die Gefahr, dass Polizei den Hafen stürmt. Die Arbeiter haben keinen Lohn erhalten. Die Entscheidung für den neuen 48-stündigen Streik haben die Hafenarbeiter auf einer Generalversammlung am Sonntagnachmittag getroffen. Sie hat die Bedeutung ihrer Forderungen und den großen Erfolg ihres bisher siebentägigen Streiks gewürdigt. In ihren Reden und Ansprachen erklärten sie: „Wir verlieren Löhne und Gehälter, wir setzen jeden Tag unser Leben aufs Spiel, aber wir gehen nicht zurück zur Arbeit, wenn unsere Forderungen nicht erfüllt werden. Der Hafen wurde von unseren Knochen gebaut.“

 

Gestern Abend auf der Versammlung wurde bekannt, dass die Kapitalisten anfangen nachzugeben. Eine der vier Hauptforderungen wollen sie akzeptieren, die Einsetzung eines Ausschusses für Gesundheit und Sicherheit unter Beteiligung der Arbeiter. "Die erste Halbzeit endete erfolgreich, mit einem Sieg für die Arbeiter, aber das Spiel hat 90 Minuten", sagte Markos Bekris von der Gewerkschaft ENEDEP.

 

Solidaritätsgrüße können vorläufig an redaktion@rf-news.de geschickt werden, wir leiten sie weiter. In Kürze folgt eine weitere E-Mail-Adresse