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Belegschaftsinformation in Wolfsburg: „Wir sind nicht „Diess' Mannschaft!“

Am 4. November fand im VW–Werk in Wolfsburg eine Betriebsinformation statt. Die MLPD war - wie seit Jahrzehnten - auch vor den Toren präsent, ob Wahl oder nicht. Gäste waren der Ministerpräsident Niedersachsens und der IG-Metall-Vorsitzende.

Korrespondenz
Belegschaftsinformation in Wolfsburg: „Wir sind nicht „Diess' Mannschaft!“
VW Wolfsburg (foto: shutterstock_1473140006)

Erstaunlich, dass die Stadt Wolfsburg so harte Auflagen für die Betriebsversammlung gemacht hat, dass keine Aussprache möglich war. Da fragt sich mancher Werker, wo die „harten Auflagen“ der Stadt Wolfsburg eigentlich in den letzten eineinhalb Jahren während der Produktion waren?

 

Es wurde eine Betriebsversammlung für das Frühjahr 2022 versprochen. Wir brauchen aber dieses Jahr noch eine! Ca. 10.000 vorwiegend Kollegen aus der Produktion kamen, während ca. 50.000 digital der Versammlung folgten. Die Kritik an den Drohungen von Herbert Diess, 30.000 Arbeitsplätze zu vernichten, wurde von mehreren Rednern geführt, unter Rufen, dem Zeigen von Transparenten und selbstgemalten Plakaten der Kollegen. Doch wurde Herbert Diess von den Co-Managern nicht ausgehend von den Arbeiterinteressen kritisiert. Die Wirtschaftskrise, Strukturkrise und Lieferkrise des kapitalistischen Systems wurden durchweg als „Transformation“ verharmlost, der Angriff auf die Interessen der Arbeiterklasse als „Wandel“ verharmlost.

 

Es wurde keine Kritik an Diess als einem Hauptvertreter der Kapitalistenklasse und am Kapitalismus als Ursache der Krise geführt. Stattdessen forderten die Co-Manager, Diess solle Golf fahren, und gemeinsam mit „der Mannschaft“ durch die Krise gehen. Er solle uns zwei neue Modelle besorgen und die nötigen Rohstoffe, dann würden wir Kollegen angeblich auch gerne die „höchste Stückzahl im ganzen Konzern“ fahren, „Sonderschichten“ und Kostensenkungen in Kauf nehmen, (Aussagen der Betriebsratsvorsitzenden VW Wolfsburg).

 

Wie kann sie es wagen, solche Zusagen für uns Kollegen zu machen? Es gab niemals eine VW-Familie und gemeinsam durch die Krise heißt, Arbeitsplatzvernichtung, Lohnkürzung, Arbeitsverdichtung auf dem Rücken von uns Kollegen. Entgegen dem Trend in den verschiedenen Arbeiterkämpfen der letzten Monate zur konzernweiten und länderübergreifenden Solidarität brachten es die Co-Manager in Wolfsburg fertig, ausschließlich über Wolfsburg zu sprechen. „Wolfsburg first“ fasste ein Kollege zusammen.

 

Ganz anders sahen das manche Schildermaler. Die schrieben: „Volle Übernahme aller Leiharbeiter!“ und „Solidarität mit OPEL Eisenach“ oder „Finger weg von unseren Arbeitsplätzen.“ Dafür gab es viel Zustimmung. Wir müssen diese neue Variante der Klassenzusammenarbeitspolitik bewusst verarbeiten, angreifen und den Weg zur Arbeiteroffensive gehen.

 

Wir brauchen einen konzernweiten Kampf um jeden Arbeitsplatz bei VW, egal in welchem Standort; um die Übernahme der Leiharbeiter und für die 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich. Wir brauchen Ursachenforschung statt Spurenverwischung – alle Kollegen das neue Buch der MLPD zur Krise der bürgerlichen Ideologie und des Antikommunismus. Für Kampf und Klarheit brauchen wir starke MLPD-Betriebsgruppen an allen VW-Standorten, damit wir organisiert Kämpfe auslösen und führen können. Die Co-Manager haben sich für diese Herausforderungen einmal mehr disqualifiziert.