Presseerklärung von AUF Gelsenkirchen

Presseerklärung von AUF Gelsenkirchen

Erweiterung der Zentraldeponie Emscherbruch (ZDE) völlig inakzeptabel

Ingrid Lettmann, sachkundige Einwohnerin für das fortschrittliche Gelsenkirchener Kommunalwahlbündnis AUF im Umweltauschuss, wendet sich mit einer Erklärung an Presse und Öffentlichkeit.

"Es ist nicht zu akzeptieren", so die Presseerklärung, "dass die Erweiterung der Deponie von der Bezirksregierung im Auftrag der Abfallentsorgungsgesellschaft Ruhrgebiet AGR durchgeboxt wird gegen den Willen der betroffenen Anwohner und der Ratsbeschlüsse der Städte Gelsenkirchen und Herne. Die Bezirksregierung Münster hat es wissentlich unterlassen, die Anwohner und Beschäftigten der Deponie auf gesundheitliche Folgen der Deponierung auch von hochgiftigen Gefahrstoffen untersuchen zu lassen. Ein von der Bürgerinitiative (BI) 'Uns stinkts' gefordertes Biomonitoring, das der Umweltausschuss und die Stadt Gelsenkirchen beim Landesumweltministerium eingereicht hatte, blieb seit ca. sechs Monaten dort unbeantwortet liegen.

 

Da denkt so mancher, das Umweltministerium würde Gesundheit und Umwelt schützen. Danach sieht es nicht aus, im Gegenteil, sondern dass von verschiedenen staatlichen Stellen alles dafür getan wurde, dass die Genehmigung der Erweiterung der Deponie in dem dicht besiedelten Ruhrgebiet durchgesetzt werden kann. Die Gesundheit der Bürger ist anscheinend kein Grund, Klage gegen solche Umwelt- und Gesundheitsbelastung zu erheben. Aber selbst wenn es da juristische Hürden gibt, die die kommunale Selbstverwaltung ad absurdum führen, kann man sich damit nicht zufrieden geben, angesichts der hohen Zahl von Krebserkrankungen in Gelsenkirchen und Herne – 52% der Anwohner der Deponie sind daran erkrankt und zum Teil gestorben.

 

Warum haben die Verantwortlichen in der Stadtverwaltung nicht Kontakt aufgenommen zu den Städten Kamp-Lintfort, wo ein Biomonitoring ergab, dass die Deponie geschlossen werden muss? Oder zur Stadtverwaltung Datteln, die gegen die Genehmigung des Kohlekraftwerks prozessiert, um sich über deren Erfahrungen zu informieren? Warum getraut man sich nicht aufgrund des Grundrechts auf Schutz der Gesundheit eine Klage gegen die Bezirksregierung einzureichen?"