Seit 1956 von der NATO als militärisches Versuchsgelände genutzt

Seit 1956 von der NATO als militärisches Versuchsgelände genutzt

Sardinien - Italiens größter Truppenübungsplatz

Sardinen, die scheinbar unberührte Mittelmeerinsel, die Karibik in Europa, wurde seit 1956 von der Nato als militärisches Versuchsgelände benutzt, was viele Urlauber gar nicht wissen.

Korrespondenz aus Stuttgart

Meine Familie hat seit 1996 eine Ferienwohnung in Sardinen und sie wissen darüber nichts. In ihrer Wohnung befinden sich viele Informationen und einige Reiseführer über die Insel. Uns fiel auf, dass wenig bis nichts über die militärische Nutzung darin zu lesen ist. Da Sardinien vom Tourismus lebt, wird darüber nicht gesprochen. Die Politiker und die Regierung vertuschen und verdienen.

 

Auf Sardinien ist Italiens größter militärischer Truppenübungsplatz. Schon jetzt befinden sich rund 60 Prozent aller italienischen und NATO-Militäreinrichtungen in Italien auf Sardinien, dessen Fläche weniger als ein Zehntel des gesamten italienischen Territoriums ausmacht und dessen Bevölkerung kaum mehr als 2,5 Prozent beträgt. Insgesamt gibt es 16 militärische Sperrgebiete, Salto de Quirra ist mit das größte, es umfasst den Festlandteil mit der Zentrale in Perdasdefogu und den maritimen Stützpunkt Capo San Lorenzo.

 

Die italienische Armee testet dort in Zusammenarbeit mit Waffenherstellern Artilleriegranaten, Drohnen und lasergesteuerte Bomben, Raketen, die Asbest und weißen Phosphor freisetzen, sowie Uranmunition (mit abgereichertem Uran).Tonnen alter Waffen und Munition werden mittels Sprengung und Vergraben entsorgt. Außerdem werden Luft- und Seeattacken auf die Küste simuliert und die Wirkung von Explosionen auf Panzerungen und Pipelines getestet.(3)

 

Hirten starben an Leukämie, es gab Missbildungen bei Babys, Kühen, Ziegen und Schafen. Gesundheitsamt und Politiker taten nichts. Die Menschen in der Umgebung des Sperrgebiets haben wiederholt gegen militärische Übungen und Experimente protestiert und weil die Politiker nicht reagierten, an die Presse gingen. 1969 sollte auf dem Pratobello – dem traditionellen Weideplatz des Dorfes zwischen Orgosolo und Fonni – ein NATO-Truppenübungsplatz entstehen. Als die Soldaten und Panzer anrückten, stellte sich ihnen jedoch quasi die gesamte Bevölkerung Orgosolos entgegen. Durch die Blockade der Straßen und Besetzung der Weiden konnte sie schließlich den Rückzug der Truppen erreichen. (4)

 

2005 besetzten Leute der Partei IRS Indipendèntzia Repubrica de Sardigna, die für ein unabhängiges Sardinen kämpfen, eine nagelneue Raketenabschussrampe der Nato, die in der Hochsicherheitszone aufgestellt war und hissten ihre Fahne. (5) Seit Anfang 2011 ermittelt die Staatsanwaltschaft von Lanusei gegen die Betreiber des Schießplatzes von Salto di Quirra wegen des Verdachts auf Umweltverseuchung und vielfacher fahrlässiger Tötung. (6) 2019 hebt das italienische Verteidigungsministerium die ausschließliche Nutzung eines Teils des Strandes in der Traumbucht von Proto Tramatzu bei Teulada, der bisher Militärangehörigen vorbehalten war, endgültig auf. (1)

 

Das bestätigt, dass die Menschheit die Umweltfrage nicht dem herrschenden Gesellschaftssystem überlassen darf. Kriege und Kriegsgefahr wird es geben, solange der Kapitalismus besteht - er muss revolutionär überwunden werden.

 

  • Weltweiter aktiver Widerstand gegen die drohende globale Umweltkatastrophe!
  • Kampf der Militarisierung von Staat und Gesellschaft! Für Frieden und Völkerfreundschaft!
  • Aktiver Umweltschutz im Kampf gegen die Profitwirtschaft!
  • Beseitigung der Umweltschäden auf Kosten der Verursacher!