9. November 2021

9. November 2021

Antifaschistisches Gedenken an die Opfer der „Reichspogromnacht“

Das Attentat des 17-jährige Herschel Grynszpan auf den Legationsrat Ernst von Rath in der Pariser Botschaft im November 1938 wurde für die Hitler-Faschisten zum Vorwand für Pogrome gegen Jüdinnen und Juden in ganz Deutschland.

Von av
Antifaschistisches Gedenken an die Opfer der „Reichspogromnacht“
Gedenken an die Opfer der "Reichspogromnacht" 2020 an der Synagoge in Gelsenkirchen (rf-foto)

Hitlers Propaganda-Minister Joseph Goebbels hielt eine antisemitische Hetzrede. In einer organisierten Aktion wurden Synagogen abgebrannt, über 30.000 Menschen in Konzentrationslager verschleppt, über 100 Juden wurden ermordet, mehr als 7000 Geschäfte und Wohnungen wurden zerstört. Die sogenannte „Reichspogromnacht“ gilt als Auftakt für die systematische Vernichtung von sechs Millionen Juden durch die Hitler-Faschisten.

 

Solche Gedenk- und Jahrestage sind wahre weltanschauliche Schlachten über die Deutung der Geschichte. Bundesweit wurde auch in diesem Jahr mit antifaschistischen Demonstrationen und Kranzniederlegungen an diesen Tag erinnert. Völlig zu Recht wird dabei die besondere Verantwortung Deutschlands gegenüber den Jüdinnen und Juden betont. Doch zur Geschichte gehört auch: Die „Reichspogromnacht“ war nur möglich, weil die Faschisten vorher systematisch die deutsche Arbeiterbewegung und im Kern die Kommunisten ausschalteten. Sie zerschlugen die Gewerkschaften, SPD und KPD. Sie verfolgten, inhaftierten und ermordeten revolutionäre Arbeiter.

 

Wesentlicher Beweggrund für die Judenpogrome war die unmittelbare Vorbereitung des Zweiten Weltkriegs. Mit diesem Eroberungsfeldzug erfüllten die Hitler-Faschisten ihre Aufgabe für das deutsche Monopolkapital im Kampf um ihre Vormachtstellung auf der Welt. Die Enteignung zahlreicher Juden wurde für die Faschisten zu einer sprudelnden Geldquelle, mit der sie ihre Kriegstreiberei finanzierten und ohne die dieser faschistische Raubkrieg so nicht möglich gewesen wäre.

 

Über den aggressiven Antikommunismus der Faschisten und seiner Hauptstoßrichtung gegen die sozialistische Sowjetunion erfuhr man an diesem Tag von Vertretern bürgerlicher Parteien kein Wort. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sagte vage, dieser Tag sei „ein Tag zum Nachdenken über unser Land“. Zum heute vorherrschenden bürgerlichen Antikommunismus schreibt Stefan Engel in seinem aktuellen Buch: "Die Krise der bürgerlichen Ideologie und des Antikommunismus": "Selbst für die stramm auf der Grundlage des Antikommunismus ausgerichteten bürgerlichen Parteien wurde es unumgänglich, den Antifaschismus in ihr Repertoire aufzunehmen, um ihren Einfluss auf die Massen zu erhalten. Zugleich richteten sie den bürgerlichen Antifaschismus auf der Grundlage des Antikommunismus neu aus. Dieser heute vorherrschende reaktionäre bürgerliche Antifaschismus reduziert die faschistische Ideologie und Politik auf Rassismus, Antisemitismus und Vernichtung der Juden, um von ihrem bürgerlichen Charakter abzulenken."

Die Krise der bürgerlichen Ideologie und des Antikommunismus

Stefan Engel

220 Seiten | ab 12,99 €

mehr Infos

Jetzt bestellen

ebook bestellen

Damit einher geht die antikommunistische Mär vom "linken Antisemitismus", die jeden mit diesem Kampfbegriff brandmarkt, der Kritik an der imperialistischen Politik Israels und an dessen Unterdrückung des gerechten Befreiungskampfs des palästinensischen Volks übt. Kritik an der Politik Israels ist aber kein Antisemitismus. Das haben gerade auch viele jüdische Menschen deutlich gemacht, die den Hitler-Faschismus überlebt hatten und sich deshalb gegen jede Form des Rassismus wendeten.

 

Die KPD, die 1938 im Untergrund arbeiten musste, hatte 1938 sofort die Judenpogrome verurteilt und die verhamlosende Bezeichnung als "Reichskristallnacht" kritisiert.

 

Die MLPD und ihr Jugendverband REBELL begehen das Gedenken an die Opfer der "Reichspogromnacht "unter dem Motto „Gib Antikommunismus, Faschismus, Rassismus und Antisemitismus keine Chance!“. Insbesondere unter der Jugend braucht es breite antifaschistische Bewusstseinsbildung.

 

Steinmeiers spricht weiter davon, dass „Demokratie und Freiheit nicht vom Himmel gefallen“ wären. Er präsentiert die Bundesrepublik Deutschland als Symbol von Demokratie und Freiheit, die sich gegen DIE Diktaturen in der Geschichte verteidigt hätte. Doch handelt es sich bei der Bundesrepublik Deutschland nicht um ein Land von Demokratie und Freiheit, sondern um eine kapitalistische Diktatur der Monopole, die in diesem Land das Sagen haben. Am 9. November jährt sich auch der Jahrestag der Novemberrevolution 1918, als die Revolutionäre und Arbeitermassen für echte Demokratie und Freiheit  für die Massen im Sozialismus kämpften! Dieser Kampf erreichte nach dem Zweiten Weltkrieg unter dem Schutz der damals sozialistischen Sowjetunion mit dem Aufbau einer demokratisch-antifaschistischen Grundordnung in der DDR bedeutende Erfolge. Dort war die Macht des Monopolkapitals, der Hintermänner des Faschismus, beseitigt.

 

Völlig zu Recht kämpfte die demokratische Volksbewegung der DDR wiederum am 9. November (1989) gegen das Stasi-Regime unter Honecker, das Infolge der Restauration des Kapitalismus entstanden war.

 

Gedenken wir am 9. November  der Opfer des Hitler-Faschismus und des Widerstands dagegen! Gedenken wir aber auch der Revolutionäre und der kämpfenden Arbeiter vom 9. November 1918 und der Novemberrevolution in Deutschland. Gedenken wir auch der demokratischen Volksbewegung in der DDR, die am 9. November 1989 die Wiedervereinigung Deutschlands erkämpfte. Dieser Gedenktag ist für die MLPD ein Ansporn, dafür zu kämpfen, dass die imperialistischen Wurzeln von Faschismus, Antisemitismus, Rassismus und Faschismus revolutionär überwunden werden und Demokratie und Freiheit für die Massen Realität werden.

 

Dieser Artikel steht Leserinnen und Lesern von Rote Fahne News kostenfrei zur Verfügung. Die Erstellung von Rote Fahne News ist jedoch nicht kostenlos. Hier erfahren Sie / erfahrt ihr, wie man bequem für Rote Fahne News spenden kann!