Philippinen

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Marcos-Clan: Zweierlei Maß

Während sich die steinreiche Witwe des früheren philippinischen faschistischen Diktators Ferdinand Marcos, Imelda Marcos, trotz einer Verurteilung vor drei Jahren weiterhin auf freiem Fuß befindet und ihrem extravaganten Lebensstil frönt, wird 17 politischen Häftlingen im Alter von 62 bis 80 Jahren, die alle mehr oder weniger schwer erkrankt sind, eine Haftentlassung aus humanitären Gründen verweigert bzw. die gerichtliche Entscheidung über entsprechende Petitionen hinausgezögert.

Von Deutsch-Philippinische Freunde e. V.
Marcos-Clan: Zweierlei Maß
Imelda Marcos (foto: screenshot)

Mehr oder weniger liegen allen Inhaftierungen der politischen Gefangenen, die nicht freikommen, erfundene Anklagen wie illegaler Waffenbesitz, Mord, versuchter Mord oder Brandstiftung zugrunde.

 

Dagegen rechtfertigen hochrangige Regierungsfunktionäre die Nichtinhaftierung der früheren „First Lady“ mit ihrem Alter, ihrer Gesundheit und ihrem Geschlecht. Die als Schuhfetischistin (sie besitzt 2700 Paar Schuhe) bekannte Marcos wurde in sieben Fällen von Bestechlichkeit und Korruption vom Antikorruptionsgericht Sandiganbayan in Manila für schuldig befunden und zu 42 Jahren und sieben Monaten Gefängnis verurteilt. Aber die herrschende Klasse schützt ihresgleichen.

 

So konnte sie immer wieder als Senatorin antreten und erhielt einen Sitz im Repräsentantenhaus. Überhaupt ist der Marcos-Clan sehr rührig, protegiert vom faschistischen Präsident Rodrigo Duterte. So will Marcos’ Sohn Ferdinand Marcos Jr. bei den Wahlen 2022 als Präsidentschaftskandidat antreten. Ihre Tochter Imee Marcos ist seit 2010 Gouverneurin von Ilocos Norte, der traditionellen Machtbasis der Marcos. Gegen die Kandidatur von Marcos Junior erheben sich bereits jetzt viele Stimmen, die keine Rückkehr der Marcos-Leute an die Regierung wollen.