Wuppertal

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Staatsanwalt hält den Tod eines 25 jährigen Griechen im Polizeigefängnis tagelang geheim

In der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November starb ein 25-jähriger junger Grieche im Polizeigefängnis. Der Wuppertaler Staatsanwalt Baumert entschied, die Öffentlichkeit nicht darüber zu informieren. Erst am Wochenende wurde eine Pressemitteilung veröffentlicht.

Korrespondenz

Staatsanwalt Baumert rechtfertigt diesen Skandal: „Für mich war das ein tragischer Todesfall eines jungen Mannes, bei dem ein Fehlverhalten von Dritten nicht ansatzweise erkennbar war.“ Er müsse zwischen dem Interesse der Öffentlichkeit und dem Schutz der Privatsphäre abwägen... um die Hinterbliebenen zu schützen.“ (WZ, 9.11. S. 3)

 

Danach hätte er diesen Todesfall ohne Druck wohl am liebsten dauerhaft unter den Teppich gekehrt. Es gibt ein Video, das zeigt, wie jemand am Boden von mehreren Polizisten festgehalten wird. Es spricht alles dafür, dass es bei diesem Video um die Festnahme des jungen Griechen ging. (Nach einem Streit mit seiner Schwester hatte ein Taxifahrer die Polizei gerufen.)

 

Im Polizeigefängnis kam es bei der Blutprobe wieder zur Polizeigewalt, unmittelbar danach kam es zum Zusammenbruch und die Reanimation brachte den jungen Mann nicht mehr ins Leben zurück. Die Tatsache das hier nicht sofort die Öffentlichkeit über den Tod des jungen Mannes informiert wurde, zeigt zum einen, welche abgehobene Denkweise dieser Staatsanwalt hat und es wirft die Frage auf, was hier vertuscht werden soll.

 

„Die Obduktion habe keinerlei Hinweise auf Gewalt ergeben, die seinen Tod verursacht haben könnte. Am wahrscheinlichsten sei ein Herzinfarkt, der aber bei unmittelbarem Tod nicht nachgewiesen werden könne. Der junge Mann habe ein vergrößertes Herz gehabt.“ (WZ, 9.11.) Der Tote wird jetzt selber verantwortlich gemacht: Er sei wahrscheinlich wegen „seinem Drogenkonsum“ gestorben. Für den Staatsanwalt gibt es keinen Zusammenhang von Polizeigewalt, die Stress verursacht und dem Herzinfarkt, den man angeblich nicht mehr feststellen könne.

 

Dieses Verhalten des Staatsanwaltes ist Ausdruck der Rechtsentwicklung des Staatsapparates, Er muss seinen Rücktritt einreichen.

 

Untersuchung durch unabhängige Stellen, nicht durch ein anderes Polizeirevier! Solidarität mit den Hinterbliebenen! Diese haben einen Anwalt eingeschaltet.

 

Am Samstag, 13. November, findet eine protestdemonstration in Wuppertal statt: Auftakt der Demo ist um 18 Uhr vor den City Arcaden (Alte Freiheit) in  Wuppertal-Elberfeld (ganz in der Nähe des HBF).