Israel / Palästina

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„Der Feind ist das Menschenrecht oder Orwell auf israelisch“

Am Montag, den 8. November, enthüllte die irische Menschenrechtsorganisation “Front Line Defenders” (FLD) eine systematische Kampagne Israels, deren Ziel die Ausspähung palästinensischer Menschenrechtsverteidigerinnen,-verteidiger und Anwälte mittels Spionageprogrammen ist. Die palästinensische Menschenrechtsorganisation Al Haq (die nun von Israel als Terrororganisation eingestuft wurde) gab eine Presseerklärung heraus, in der sie klarstellte, dass sie sich am 16. Oktober an FLD gewandt hatte, weil sie den Verdacht hatte, dass das iPhone eines ihrer Mitarbeiter gehackt worden war. Die technischen Untersuchungen von FLD ergaben, dass das verdächtigte iPhone seit Juli 2021 mit der Spionagesoftware Pegasus der NSO Group verwanzt ist.

Von Occupied News

Al-Haq teilte mit, dass sowohl Citizen Lab als auch das Security Lab von Amnesty International die Analyse von FLD bestätigt haben und dass von mindestens 75 iPhones, die Menschenrechtsverteidigerinnen, -verteidigern und CSO-Mitarbeiterinnen wie auch -Mitarbeitern gehören, fünf weitere Telefone gehackt wurden, darunter auch das von Ghassan Halaika (Menschenrechtsverteidiger bei Al Haq), Ubai Al-Aboudi (Geschäftsführer des Bisan Center for Research and Development) und Salah Hammouri (Rechtsanwalt und tätig bei der Addameer Prisoner Support and Human Rights Association mit Sitz in Jerusalem).

 

Das palästinensische Außenministerium erklärte am Donnerstag, es habe auf den Telefonen dreier hochrangiger Beamter ebenfalls die Pegasus-Spionagesoftware entdeckt, die von der israelischen Hackerfirma NSO Group entwickelt wurde. Die Spionagesoftware kann heimlich installiert werden, ohne dass das Opfer etwas unternimmt, und ermöglicht den vollen Zugriff auf das Telefon, einschließlich der Echtzeitkommunikation.

 

Die NSO Group ist in den letzten Jahren unter Beschuss geraten, nachdem ihre Software auf den Telefonen von Rechtsaktivistinnen, Rechtsaktivisten, Journalistinnen, Journalisten, Dissidentinnen, Dissidenten und anderen Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens von Mexiko bis Saudi-Arabien gefunden wurde. Sie steht sowohl mit dem Mord an dem saudischen Journalisten Khashoggi im Zusammenhang, als auch mit den Skandalen der letzten Monate und Wochen, bei denen bekannt wurde, dass die Firma mit Genehmigung der israelischen Regierung weltweit Aktivistinnen und Aktivisten ausspähte.

 

Die Biden-Administration hat Anfang dieses Monats den Zugang des Unternehmens zu US-Technologien mit der Begründung eingeschränkt, dass seine Werkzeuge zur “grenzüberschreitenden Unterdrückung” verwendet wurden. Erst vorletzten Monat erklärte Israel sechs palästinensische Menschenrechtsorganisationen zu Terrororganisationen, was international deutlichen Protest hervorrief. Amnesty International und Human Rights Watch verurteilten das Vorgehen massiv. ...