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Gedenken an den Kommunisten Dr. Erwin Schuler

Am Sonntag wurde in Ulm in einer Gedenkfeier im ehemaligen KZ Oberer Kuhberg an den Kommunisten Dr. Erwin Schuler erinnert.

Korrespondenz
Gedenken an den Kommunisten Dr. Erwin Schuler
Blick auf die Festung Oberer Kuhberg, in der das KZ eingerichtet war (foto: Speifensender (CC BY-SA 3.0))

Schuler war ein Stuttgarter Verleger und lehrte an der Marxistischen Arbeiterschule. In seinem Heimatort Hechingen beteiligte er sich schon vor der Machtübertragung an Hitler am Aufbau einer Einheitsfront von SPD und KPD.

 

Diese stellte sich dem Nationalsozialismus entgegen. Nach dem Reichstagsbrand im März 1933 verhaftet, kam er ins Lager Heuberg und dann nach Ulm. Schwer von den Misshandlungen gezeichnet, wurde er nach über einem Jahr aus dem KZ entlassen. 1941 zogen die Hitler-Faschisten ihn zur „Wehrmacht“ ein und er musste als Besatzungssoldat nach Frankreich. Seine Mannschaft begleitete einen Waffentransport. Der Zug wurde von französischen Partisanen in die Luft gesprengt und Erwin Schuler kam mit den anderen „Wehrmachts“-Soldaten ums Leben.

 

Im KZ Oberer Kuhberg waren fast ausschließlich verfolgte Kommunisten und Sozialdemokraten der Region inhaftiert. Im November 1933 wurde das Festungsgelände von den ersten „Schutzhäftlingen“ für die Nutzung als Konzentrationslager hergerichtet. Insgesamt waren dort bis zu 700 Häftlinge in den feuchten und engen Kasematten untergebracht, mussten Zwangsarbeit leisten und waren der Willkür der SA und besonders des Kommandanten Karl Buck ausgeliefert. Es gab hier zwar keine systematischen Ermordungen, wie viele aber krankgeprügelt im Krankenhaus oder nach ihrer Verlegung im Vernichtungslager Dachau starben, kann nicht mehr ermittelt werden.

 

Das Dokumentationszentrum betreibt als Verein seit 40 Jahren akribische Recherchen, organisiert Führungen und publiziert Häftlingsbiographien und andere antifaschistische Literatur. Mehr dazu hier.