Studie hat Bedeutung über Bergbau hinaus

Studie hat Bedeutung über Bergbau hinaus

Neue Argumente für die Gesundheitsuntersuchung bei Kumpel unter Tage

Die Studie der Untersuchungen auf Rückstände von PCB und anderen Giften im Blut und Urin von Kumpel, die unter Tage arbeiten bzw. gearbeitet haben, hat eine große Bedeutung für die Arbeiterbewegung weit über den Bergbau und sogar über Deutschland hinaus.

Von wr

Rote Fahne News berichtete mehrfach darüber und veröffentlichte kürzlich ein Interview mit einem ehemaligen Bergmann: "Kumpel, lasst euch auf PCB untersuchen".

 

Schon erste Ergebnisse von rund 50 Untersuchungen stellen die üblichen Rechtfertigungen der RAG infrage, wonach die angeordneten jährlichen medizinischen Gesundheits-Checks Entwarnung geben. Die Frage ist, wonach wird gesucht? Die RAG weiß doch, was an zum Teil hochgiftigen Stoffen, PCB, Schwermetalle usw. unter Tage eingesetzt und verbracht wurde. Und das findet sich mehr oder weniger in jedem Körper, der sich dort längere Zeit aufgehalten hat. Aber die Kumpel werden beruhigt, weil ja alle Nachweise so minimal sind und unter den amtlichen Grenzwerten liegen.

 

Nun ist die offizielle Wissenschaft ja bekanntlich käuflich und bestimmt Grenzwerte für Gesundheitsgefährdung danach, wie es den Unternehmerverbänden genehm ist. Die Grenzwerte für krebsgefährdende und andere gesundheitsschädliche Stoffe sind auf Wahrscheinlichkeit aufgebaut. Sie sagen nichts darüber aus, dass auch unterhalb des Schwellenwertes lebensbedrohende Krankheiten ausgelöst werden können. Nur ist das Risiko nicht ganz so hoch.

 

Man will die Kumpel in Sicherheit wiegen, sie ruhig halten und damit Kosten für präventive Maßnahmen sparen. Mit den Untersuchungen will Kumpel für AUF eine Erhebung machen, die sich nicht danach richtet, was der RAG genehm ist. Damit bekommen auch Arbeiter in vielen anderen gesundheitsgefährdenden Berufen ein gutes Argument, gemeinsam für die Verbesserung von Arbeitsschutzmaßnahmen, laufende Gesundheitskontrollen und gegebenenfalls für die bessere Anerkennung von berufsbedingten Krankheiten durch die Berufsgenossenschaft zu kämpfen. Über die Grenzwerte haben die Kumpel durch ihren Kampf nämlich auch ein Wort mit zureden.