Baden-Württemberg

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Vom „Ländle“ zu „The Länd“ Hurra, unser Image ist jetzt international und großartig!

Vor gut zwei Wochen wurden wir im „Ländle“ mit der auf zig Plakatwänden und elektronischen Werbetafeln im knalligem Gelb gehaltenen, neuen Imagekampagne der Landesregierung konfrontiert: „The Länd“. Und als Unterstützung für die nicht des Denglischen mächtigen, wurde eine weitere Anzeige geschaltet: „Thunge thwischen die Thäne – und dann: the Länd“.¹

Von wb

„Was koscht des?“, fragt natürlich als erstes ein Schwabe. 21 Millionen war es Winfried Kretschmann und seinen schwarzen Koalitonären wert – und das in einer Zeit, wo es z. B. an Pflegern und Lehrern fehlt, weil diese Bereiche unterfinanziert sind. Aber wollen wir mal nicht so kleinlich denken. Schließlich geht es um nichts weniger als die Verbesserung des Images von BaWü, „als führenden Standort für Technologie und Innovation“, um weitere Investoren anzulocken. Und „dass die klügsten und besten Köpfe hierherkommen“ (für die Digitalisierung), wie Daimler-Chef Ola Källenius sagte, der wie auch andere Bosse, die Kampagne aus unseren Steuergeldern mit ganzem Herzen unterstützt.² Fix reiste deshalb unser Ministerpräsident nach England und Schottland, um dort die neue Imagekampagne ganz im Londoner Stil zu präsentieren– und zwar auf den traditionellen Taxis; allerdings ganz in gelb.

 

Kretschmann, als ungekrönter König von „The Länd“ fand es deshalb „humorlos“, dass die Kampagne auf viel Kritik und kreativen Spott in der Bevölkerung stieß. So heißt es in einem Leserbrief: „Hä? Mir isch dann aber bewusst worda, was für a wichtige Rolle des 'ä' in unserem Dialäkt ...spielt. Es kommt in vielen wichtigen Wörtern vor: Spätzle, Käpsele (heute: Cleverle) ...oder Bräzel“.¹ Überhaupt regt die Vermischung von Englisch und Schwäbisch zu weiterem Gebrauch an. Stuttgart und seinem Mega-Profitprojekt S21 wird jetzt als „The Länd of the Baustell“ tituliert.