Südafrika

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Widerstand gegen Shell formiert sich

Shell will 20 km vor der Küste von Eastern Cape, der wunderbaren „Wild Coast“, den Meeresboden nach Öl und Gas absuchen. Das Gebiet ist 6000 km² groß. Bewohner und Umweltschützer im ganzen Land machen dagegen mobil. Seismische Exploration bedeutet, dass Luftkanonen alle zehn Sekunden mit 220 Dezibel feuern.

Korrespondenz aus Dortmund
Widerstand gegen Shell formiert sich
(Cartoon: https://www.newframe.com/cartoon-cool-reception/)

Die Auswirkungen des Unterwasserlärms auf die Tierwelt, hier auch Wale und Delfine, und die Partikelbewegungen sind unabsehbar - ganz abgesehen von der zu erwartenden Verschmutzung der Küsten und der Auswirkungen auf das Klima, wenn Öl und Gas gefunden werden.Die Regierung Südafrikas hat dazu die Genehmigungen erteilt und folgerichtig auf der Glasgower Klimakonferenz auch nicht das Kohleausstiegsabkommen unterzeichnet.

 

In kurzer Zeit kamen auf Change Org 286.000 Unterschriften zusammen, in der die Regierung aufgefordert wird, den Plan zu stoppen. Für den 5. Dezember plant das Amadiba Krisen-Komitee einen Protestmarsch entlang der Küste. Dabei handelt es sich das indigene Komitee, welches bereits gegen den Titan Tagebau in den Dünen bei Xolobeni kämpft. Einen weiteren großen Protest soll es am 11. oder 12. Dezember in Durban geben.

 

"Es ist auch eine Bedrohung für den Lebensunterhalt der Gemeinden an der Wild Coast und in KwaZulu-Natal, die den Reichtum des Meeres nutzen, um Essen auf den Tisch zu bringen und ein Einkommen zu erzielen. Das ist unsere "Wirtschaft des Meeres". Es geht um Nahrung, nicht um die Ausbeutung des Ozeans, um Profit für eine reiche Minderheit zu machen, die glaubt, man könne Geld essen. Wir fordern die südafrikanische Regierung auf, die Klimakrise anzuerkennen. Der weitere Ausbau der fossilen Energiewirtschaft ist keine Lösung für die Wirtschaftskrise. Man kann keinen wirtschaftlichen Aufschwung herbeiführen, wenn man unsere Lebensgrundlagen und die Ökologie des Ozeans bedroht ... Stellen Sie das Leben der Menschen vor den Profit. Ziehen Sie die Shell erteilte Lizenz für die Vorbereitung des Bergbaus im Meer zurück", sagt das Amadiba Komitee.

 

Die Verbrechen von Shell an afrikanischen Küsten sind hier wohlbekannt. Shell hatte bei der Ölförderung im Niger Delta eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Der bekannte und führende Umweltschützer, Schriftsteller und Träger des alternativen Nobelpreises Ken Saro Wiwa wurde damals in einem brutalen Schauprozess des faschistischen Regimes General Abachas zum Tode verurteilt und 1995 hingerichtet.