Kumpel und ihre Frauen berichten

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Griechische Bergarbeiter kämpfen gegen Arbeitsplatzvernichtung und für bessere Arbeitsbedingungen

Das Bergbauunternehmen Larco in Larymna auf der Höhe der griechischen Insel Euböa baut Nickel–Limonit im Tagebau ab. Nur 2 Prozent werden unter Tage abgebaut.

Von Iordanis Georgiou
Griechische Bergarbeiter kämpfen gegen Arbeitsplatzvernichtung und für bessere Arbeitsbedingungen
Der Tagebau von Ptolemaida (foto: SI)

Das Endergebnis ist ein körniges, hochreines, kohlenstoffarmes Eisen, das ausschließlich für die Herstellung von rostfreiem Stahl verwendet wird und vom Hafen Larymna aus transportiert wird. Seit zwei Jahren kämpfen die Arbeiter gegen die schlechten Arbeitsbedingungen und gegen Entlassungen.

 

Eine Frau, die Lebensgefährtin eines Larco-Arbeiters, enthüllt die Wahrheit über das Leben der Arbeiter: "Sie wissen nicht und sind auch nicht daran interessiert zu erfahren, wie wir hier leben, wie es ist, unsere Kinder in einer ungesunden Umwelt aufzuziehen und dass sie diese Luft jeden Tag atmen, vom Tag ihrer Geburt an. Sie wissen nicht, wie es ist, wenn der eigene Mann voll Rost nach Hause kommt. Sie wissen nicht, wie es ist, wenn das eigene Kind durch Schornsteinexplosionen aus dem Schlaf gerissen wird. Sie wissen nicht, wie es ist, wenn man Türen und Fenster nicht öffnen kann, wenn der Wind pfeift. Und vor allem ... sie wissen nicht, wie es ist, wenn der Ehemann zur Arbeit geht, einen küsst und man nicht weiß, ob er zurückkommt."

 

Gewalt, Schläge und Chemikalien kamen bei einem friedlichen Protest der Bergleute von Kozani zum Einsatz. Bisher sind 4.000 Arbeitsplätze vernichtet worden und es wird vorhergesagt, dass in den nächsten Monaten weitere 20.000 Arbeitsplätze verloren gehen werden. Bis heute wurde kein einziger Arbeitsplatz geschaffen. Die Regierung hat verkündet das sie den Tagebau 2028 beenden wird, ohne neue Arbeitsplätze zu schaffen. Kyriakos Mitsotakis bot den Menschen von Kozani und Ptolemaida die Möglichkeit an, zu prüfen, fremdsprachige Programme anzubieten, um Studenten aus den Nachbarländern für den Bereich der Krankenpflege zu gewinnen. Das war seine Weihnachtsbotschaft. Die Menschen sind sehr erbost. Sollen jetzt 20.000 Bergleute Fremdsprachen lernen und Lehrer werden?

 

Die Gegend wo sich Mitsotakis mit Vertretern der Bergwerke traf, wurde wie bei einem G7-Treffen abgeriegelt. 5 Kilometer rund um die Tagung herum war alles durch Polizei abgeriegelt. Das ließen sich die Bergleute nicht gefallen. Sie wurden mit Gewalt Polizeiknüppel und Chemikalien bekämpft. Soweit ist es schon mit dem Ministerpräsidenten. Wenn die Arbeiter mit ihm sprechen wollen, knüppelt er sie nieder. Spartakus, die Gewerkschaft der Bergleute, verurteilt diese brutale Gewalt und fordert, die Verantwortlichen zu bestrafen. Der Spartacus-Vorsitzende M. Moschou prangerte die Haltung der Regierung an, und die Angriffe auf die Bergleute als eine „faschistische Aktion“. Spöttisch sagte er: „Dass Mitsotakis wohl erwartet hat, dass wir einen Beschluss fassen, das Land zu verlassen, weil der Ministerpräsident nach Kozani kommt.“

 

Herr Mitsotakis, die Bergleute werden das nicht vergessen. Genauso wenig haben sie die Prügel vergessen, die sie von seinem Vater, dem verstorbenen Konstantin Mitsotakis, bezogen, als er in den Jahren 1990 bis 1992 die "Prätorianer" mit Käfigen auf die Bergwerke losließ, um das "Recht der Streikbrecher auf Arbeit" durchzusetzen.

 

 

 

 

 

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