"Freie Sachsen" und Zentrum Automobil

"Freie Sachsen" und Zentrum Automobil

Faschisten streben Betriebsratsmandate an

Die faschistoide Partei „Freie Sachsen“ organisiert u. a. führend die reaktionären „Anti-Corona-Spaziergänge“ und hatte den SA-mäßigen Fackelaufzug vor dem Haus der sächsischen Sozialministerin Petra Köpping (SPD) maßgeblich zu verantworten.

Korrespondenz aus Ostdeutschland

Ein brauner Tümpel aus Corona-Leugnern, AfD- und NPD-Kadern, Faschisten, sogenannten Patrioten, die von einem unabhängigen Sachsen und der Einbindung des sächsischen Königshauses (!) in die Verfassung träumen. Frontmänner sind der Chemnitzer Stadtrat und Rechtsanwalt Martin Kohlmann - er vertritt immer wieder Neofaschisten und Holocaust-Leugner - sowie Stefan Hartung, ebenfalls Stadtrat und NPD-Kader aus dem Erzgebirge.

 

Eines ihrer erklärten Ziele: Die Betriebsratswahlen 2022 nutzen, um Einfluss in Betrieben zu bekommen und Mandate für ihre faschistische Politik zu erobern. Dafür nutzen sie die teilweise polarisierte Debatte um das Scheitern des bürgerlichen Corona-Krisenmanagements und die Krise der reformistisch ausgerichteten Klassenzusammenarbeitspolitik.

 

In den vergangenen Wochen tauchten in verschiedenen Betrieben anonym Flyer mit unsäglicher „Impf-(Des)Information“ auf, und Mitglieder der „Freien Sachsen“ werben auf Facebook offen für eine gewerkschaftsfeindliche 'freie' Betriebsratsliste („Bündnis freie Betriebsräte“) bei VW in Zwickau. Aufklärungsarbeit ist angesagt. Offen spricht Martin Kohlmann im Video-Statement mit Hans Jaus, Betriebsrat und Mitglied der faschistoiden Vereins „Zentrum Automobil“¹ über gemeinsame Anschauungen und Ziele: Ganz im Geiste des Trump'schen Antikommunismus teilen sie die Ansicht, dass alle Parteien links von ihnen sowie die DGB-Gewerkschaften 'stramm links' und damit „das Unbeliebteste“ schlechthin sind!

 

Gewerkschaften und „Linke“ als Hauptgegner – nicht die Monopole, das ist ihr Credo. Vermeintliche Kritik am Co-Management der IG-Metall-Führung mündet in reaktionärsten, arbeiter- und gewerkschaftsfeindlichen Positionen: Gewerkschaften sollten sich um Erhalt von Arbeitsplätzen ausschließlich in der „deutschen Volkswirtschaft“ kümmern. Man müsse nur Aufsichtsratsmandate besser nutzen, um Verlagerungen zu verhindern. Mitglieder locke man – wenn auch sonst von Arbeitskampf und Streik kaum die Rede ist – am besten mit bezahlten Warnstreiks an und wenn man sich als „Kümmerer'“ präsentiere.

 

Kalte Aussperrung sei zu begrüßen, wo käme man denn da hin. Null Solidarität auch mit dem mutigen Streik der GDL – für den Bahn fahrenden Faschisten-Anwalt einfach nur eine nervige Angelegenheit! Aber - „Alternative“ (sprich faschistoide) Betriebsräte würden sich dafür um „alle Kollegen“ kümmern und dafür würden die Unternehmen ja schließlich ihre Betriebsräte auch bezahlen. Dazu gehöre z. B., dem männlichen Zentrums-Mitglied beizuspringen, das bei der feuchtfröhlichen Betriebsfeier mal über die Stränge schlage (auf deutsch: Sexuelle Belästigung) oder sich außerhalb des Betriebs „patriotisch“ betätige. Hilfsverein für Frauenfeinde und Faschisten also.

 

Das 30-minütige Statement ist ein Blick in die verkommene, faschistoide Weltanschauung und Logik völkischer Klassenzusammenarbeit auf Grundlage des Antikommunismus. Gib Antikommunismus keine Chance! Null Spielraum für Faschisten und Arbeiterfeinde!