Indonesien: Landesweite Kämpfe und Demonstrationen

Indonesien: Landesweite Kämpfe und Demonstrationen

Gewerkschaften im Kampf für die Erhöhung des Mindestlohnes um 16%

In einer Presseerklärung fordert u.a. die „Central JAVA Workers ALLIANCE“ die Erhöhung der Mindestlöhne um 16 %. Der Gouverneur von Central Java hat eine lächerliche Erhöhung des Mindestlohns um 0,78% von 14.000 Rp angeboten, das sind ca. 0,95 €. In Klaten gar um 4000 Rp = 25 Cent.

Korrespondenz
Gewerkschaften im Kampf für die Erhöhung des Mindestlohnes um 16%
Landesweite Kämpfe in Indonesien

Die Gewerkschafter rechnen vor, dass allein als Folge der Corona-Pandemie die Belastung der Arbeiterfamilien gestiegen ist: für Masken 115.000 Rp, Händedesinfektion 90.000 Rp, Seife je 150 ml 29.600 Rp, für Vitamine 75.000 Rp, für sauberes Trinkwasser 40.000 Rp. Dazu kommt eine starke Erhöhung der Preise für Nahrungsmittel. Sie errechnen 449.600 Rp (ca. 28 €) Mehrbelastung.

 

In der Stadt Semarang, dem Sitz der Regionalregierung von Zentral Java beträgt der staatlich festgelegte Mindestlohn aktuell 2.810.000 Rupiah (ca. 175 € ). Die Forderung der Arbeiter ist eine Erhöhung auf 3.259.600 Rp (ca. 200 € ). In anderen Regionen in Zentral-Java, auch rund um Millionenstädte wie Malang und Yogyakarta, ist der Mindestlohn mit ca. 1,8 Mio Rp. noch viel niedriger. Selbst in der teuren Hauptstadt Jakarta beträgt er nur ca. 4,7 Mio Rp. = ca.300 €. Die Folge ist u.a , dass viele Betriebe, wie z.B. Pt. Panarub, ein Produzent für die Schuhe von Adidas, große Teile ihrer Produktion im Land in diese Billigregionen verlagern.

 

Ausgerechnet das verlogene Gesetz zur Arbeitsbeschaffung, das Omnibus Gesetz, gibt diesen Konzernen freie Hand, Arbeiter ohne Begründung zu entlassen und anderenorts zu Billiglöhnen wieder einzustellen. Dieses Omnibus-Gesetz setzt auch viele der ohnehin wenigen Umweltschutzregeln außer Kraft. So verbinden sich Arbeiterkämpfe vielerorts mit Kämpfen der Studenten und der Landbevölkerung insbesondere gegen Wohnungs- und Landenteignungen für staatliche Infrastrukturprojekte wie Staudämme, Bahnstrecken, neue Industriegebiete, Häfen, Abholzung des Regenwaldes usw.

 

Der deutsche Konzern „Heidelbergzement“ erhielt in Kendeng / Java die Erlaubnis, ein ganzes Karstgebirge für die Zementproduktion abzubaggern. In Kendeng, Wadas und vielen anderen Orten gibt es erbitterten Widerstand. Die Regierung antwortet mit Polizeigewalt, Kontrolle und Maßregelung von Internet-Beiträgen. Etliche Aktivisten wurden verhaftet und kriminalisiert.